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Alle Artikel der letzten beiden Monate



18.05.2012

“Ich glaube nicht, dass der inklusive Weg immer der richtige ist”

Eintrag aus der Kategorie: Themen/GU / Inklusion

Pressemeldung blidungsklick.de 18.05.2012

“Wir brauchen Sonderschulen, aber wir brauchen weniger als wir haben”, erklärt Professor Bernd Ahrbeck von der HU Berlin. Warum der Pädagoge und Psychoanalytiker Wermutstropfen in die Inklusionsdebatte gießt und warum er nicht für jedes Kind die inklusive Schule als idealen Ort sieht, erläutert er im Interview mit bildungsklick.de.

Herr Prof. Ahrbeck, sollten wir auf Sonderschulen verzichten?

Bernd Ahrbeck: Auch die Länder, die sehr viel Integrationserfahrung haben, kennen kein System mit einer kompletten Inklusion. Auch ein Land wie Finnland hat klassische Sonderschulen für rund ein Prozent aller Schüler und zusätzlich besuchen dort rund drei Prozent der Kinder Sonderklassen. Offensichtlich sind der Inklusion Grenzen gesetzt. Allerdings gibt es zwischen Finnland und Deutschland auch einen elementaren Unterschied: 40 Prozent der Schulen in Finnland haben weniger als 50 Schüler und 60 Prozent haben weniger als sieben Lehrer. Insofern ist schon aus historischen und geografischen Gegebenheiten in Finnland so etwas wie ein klassisches Sonderschulsystem überhaupt nicht denkbar. Die großen Schuleinheiten, die wir hier haben, sind in Finnland gänzlich unbekannt. Im Mittelpunkt steht dort die Dorfschule, die Gemeinschaftsschule, so wie in Schweden. Im Mittelpunkt der deutschen Bildungstradition steht das Gymnasium.
Das Gemeinsame kann nicht das einzige Kriterium sein


Bleibt die Frage: Brauchen wir Sonderschulen?

Bernd Ahrbeck: Wir brauchen ganz sicher viel weniger Sonderschulen als wir zurzeit haben. Ich bin aber nicht der Auffassung, dass wir prinzipiell keine Sonderschulen mehr benötigen. Die grundlegende Frage ist doch: Was ist das Ziel von Schule, was ist das Ziel von Inklusion? Die Überzeugung, dass das Gemeinsame ein hoher Wert ist, teile ich. Aber das kann nicht das einzige Kriterium sein. Es geht in der Schule auch um die Entwicklung von Leistung und darum, Kinder angemessen auf das Leben vorzubereiten. Insofern ist zum Beispiel die Frage nicht unerheblich, wie viele Kinder, die als lernbehindert gelten, überhaupt zum Hauptschulabschluss kommen. Diese Frage muss man an beide Systeme stellen - an die Inklusion wie an die spezielle Beschulung. Die Erfolge der Sonderschulen sind auf diesem Gebiet nicht überwältigend. 25 bis 30 Prozent der Schüler erreichen einen Hauptschulabschluss. Wir wissen nicht, ob diese Zahl in der Inklusion wirklich höher sein wird.

Der Hamburger Schulversuch in den 1990er Jahren, ein klassischer Inklusionsversuch, bei dem u. a. die sonderpädagogische Förderkategorie im Bereich Lernen abgeschafft wurde, hat keine besonders ermutigenden Ergebnisse hervorgebracht. Die leistungsschwächeren Schüler sind die leistungsschwächeren geblieben. Das durchschnittliche Leistungsniveau der Klassen war auffallend gering, die Sonderschulüberweisungsquoten hatten sich nach vier Grundschuljahren keinesfalls reduziert.

Auch wenn insgesamt einiges dafür spricht, Lernbehindertenschulen nicht im bisherigen Ausmaß beizubehalten, so stellt sich dennoch die Frage, ob man für bestimmte Kinder weiterhin spezielle Schulangebote bereithalten sollte. Für Kinder nämlich, die in inklusiven Klassen nicht gut zurechtkommen. Besonders sensible Kinder, Kinder, die sich leicht gemobbt fühlen, oder Kinder, die einen stabilen, vertrauten Rahmen brauchen, kommen oft in kleinen überschaubaren Gruppen mit engeren, intensiveren Bindungen besser zurecht.

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Geschrieben von Administrator am 18.05.2012 um 09:42:36


15.05.2012

“Inklusion ist alternativlos aber nicht problemlos”

Eintrag aus der Kategorie: Themen/GU / Inklusion

Pressemeldung blidungsklick.de 15.05.2012

Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechts-Konvention hat sich Deutschland vor drei Jahren verpflichtet, Kinder mit und ohne Förderbedarf künftig gemeinsam zu unterrichten. Doch bundesweit besucht derzeit nicht einmal jeder vierte Förderschüler eine Regelschule. Am Rand der Reckahner Bildungsgespräche 2012 zum Thema Inklusion erklärte der Sonderpädagoge Prof. Dr. Winfried Kronig gegenüber bildungsklick.de, warum weder überstürztes Handeln noch das Warten auf die idealen Bedingungen gut sind.

Herr Prof. Kronig, Sie sagen: Inklusion stellt wenig neuen Fragen. Aber sind die alten überhaupt schon beantwortet?

Winfried Kronig: Wir haben jetzt mehr als 40 Jahre Bildungsforschung hinter uns und ich glaube nicht, dass wir völlig ohne Antworten sind. Etwa wenn es um die Bedeutung des Klassenklimas oder um die Wirkung heterogener Lerngruppen geht. Aber: Viele der alten Fragen wie etwa jene der Leistungsbewertung sind tatsächlich nicht abschließend beantwortet. Viele dieser klassischen Fragen stellen sich bei der Inklusion lediglich vor etwas verändertem Hintergrund: Was ist eine gute Schule? Was ist guter Unterricht?

Und nun werden mit der Inklusion auch diese alten Fragen beantwortet?

Winfried Kronig: Die Inklusion löst keine Probleme - oder nur einige wenige. Teilweise ist es sogar so, dass die Inklusion uns vor neue Probleme stellt, die wir vorher durch das System unterdrückt haben. Diese Probleme gab es unterschwellig schon, aber jetzt kommen sie zu Tage und wir haben sie zu lösen. Die integrative Praxis behauptet mit dem gleichen Recht wie die separative Praxis, dass sie erfolgreich ist. Über weite Strecken kann man das auch empirisch bestätigen. Aber die große Frage bleibt: Wie macht man das am besten? Die Praxis steht unter dem permanenten Druck, dies situationsangepasst und jeden Tag aufs Neue zu beantworten.

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Geschrieben von Administrator am 15.05.2012 um 09:14:53


14.05.2012

1. Infomesse Legasthenie & Dyskalkulie

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Legasthenie / Dyskalkulie

Der Elternarbeitskreis Teilleistungsschwäche an der IGS Bonn-Beuel lädt ein:

1. Infomesse

Legasthenie & Dyskalkulie

Institute und Praxen stellen sich vor

Wann::Samstag, 09.06.2012, 10-13 Uhr
Wo::Aula der IGS Bonn-Beuel
Siegburger Straße 321
53229 Bonn

Wenn ein Kind besondere Lese-, Rechtschreib- und/oder Rechenschwächen hat, können – neben der Schule – Lerninstitute und -Praxen wichtige Partner bei der Überwindung der Probleme sein. Deshalb stehen die Institute und Praxen aus Bonn und Umgebung im Mittelpunkt der Infomesse.
Aber auch die anderen „Aussteller” der Infomesse helfen bei der Suche nach dem „richtigen” Partner:

  • eine Schule, die betroffene Kinder besonders fördert,
  • Selbsthilfeverbände von Betroffenen,
  • ein Elternarbeitskreis, der mit den Lehrern zusammen die Bedingungen von betroffenen Schüler/innen gestalten möchte.

Neben vielen Ständen, die zum Gespräch einladen, gibt es Vorträge, Gedrucktes und Kontakte für die Zeit nach diesem besonderen Samstag.

Wir freuen uns auf Sie!

Eintritt kostenlos (über eine Spende freuen wir uns sehr)
Weitere Informationen unter:
Web: Elternarbeitskreis Teilleistungsschwäche
E-mail: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)

Geschrieben von Administrator am 14.05.2012 um 02:52:19


27.04.2012

OGS-Plus Mittel

Eintrag aus der Kategorie: grundschule/themen/OGS

Die Finanzierung der sogenannten OGS-Plus-Mittel gehört zu den freiwilligen Leistungen der Stadt Bonn im Bildungsbereich. Angesichts der aktuellen Diskussion um die Ausgestaltung des kommenden Haushalts der Stadt Bonn ist die Sicherung der OGS-Mittel und hier insbesondere der zusätzlichen OGS-Plus-Mittel von großer Bedeutung. Nach Einführung der OGS in Bonn stellte sich heraus, dass an einzelnen Standorten auf Grund einer besonderen Schülerstruktur die Regelfinanzierung aus fachlich-pädagogischer Sicht nicht ausreichte, um die Kinder angemessen zu bilden, zu fördern und zu betreuen. Im Sinne von Bildungsgerechtigkeit wurde vom Rat der Stadt Bonn im Jahr 2005 das sogenannte OGSplus-Programm verabschiedet, mit dem der Einsatz zusätzlichen Personals und / oder spezieller Förderangebote ermöglicht wurde. Die einzelnen Standorte wurden in einem aufwändigen Verfahren, das sowohl wesentliche Sozialdaten als auch die Verhältnisse in der OGS und die Erfahrung der Menschen vor Ort berücksichtigte, ermittelt. In einer “Großen Anfrage” im Schulausschuss fragt die SPD-Fraktion nun nach dem aktuellen Sachstand bei der Verwendung und Vergabe der OGS-Plus-Mittel.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier:
Fragen der SPD-Fraktion zur Verwendung und Vergabe der OGS-Plus-Mittel
Stellungnahme der Verwaltung zur “Großen Anfrage”

Geschrieben von Administrator am 27.04.2012 um 06:29:59


27.04.2012

Ausgaben für öffentliche Schulen 2009: 5 500 Euro je Schülerin und Schüler

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Studien, Vergleiche und Statistiken

“Beste Bildung für NRW”, “Beste Bildung für jeden statt Mittelmaß” oder Kein Kind zurücklassen. Gut für NRW”, so lauten die Bildungspolitischen Leitlinien der Parteien im aktuellen Wahlkampf in NRW. Lenkt man allerdings den Blick auf die nackten Zahlen im Bildungsbereich unseres Landes, dann wird man augenblicklich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern hält das Land NRW bei den Ausgaben für öffentliche Schulen je Schüler/-in im Haushaltsjahr 2009 die rote Laterne. Die Zukunft wird zeigen, ob die bildungspolitischen Programme der Politik ihre Versprechungen halten und tatsächlich mehr in Schule und Bildung investiert wird.

Pressemitteilung DESTATIS 26.04.12

Für die Ausbildung einer Schülerin oder eines Schülers an öffentlichen Schulen gaben die öffentlichen Haushalte im Jahr 2009 durchschnittlich 5 500 Euro aus (2008: 5 100 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden für Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden Schulen 2009 rund 6 000 Euro pro Kopf aufgewendet, an beruflichen Schulen 3 800 Euro.

Je nach Schulart waren die Ausgaben je Schülerin beziehungsweise Schüler unterschiedlich hoch: bei Grundschulen lagen sie bei 4 800 Euro, an Gymnasien bei 6 200 Euro und an Integrierten Gesamtschulen bei 6 300 Euro.

Die vergleichsweise niedrigen Aufwendungen von 2 400 Euro je Schülerin oder Schüler bei den Berufs­schulen im Dualen System sind vor allem durch den Teilzeitunterricht bedingt.

Bei einem Ausgabenvergleich zwischen den Bundesländern ist zu beachten, dass die Schulstruktur und das Unterrichtsangebot in den einzelnen Ländern differieren (zum Beispiel Unterschiede in der Ganztagsbetreuung, den Betreuungsrelationen, der Besoldungsstruktur). So betreut beispielsweise in den meisten ostdeutschen Ländern eine Lehrkraft im Durchschnitt weniger Kinder als in Westdeutschland. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass wegen des Geburteneinbruchs in den 1990er Jahren die Schülerzahlen in Ostdeutschland gesunken sind, während die Zahl der Lehrkräfte nicht in gleichem Maße abgenommen hat.

In allen Ländern sind die Personalausgaben die dominierende Ausgabenkomponente für öffentliche Schulen. Hierauf entfielen im Bundesdurchschnitt 4 400 Euro, während für die Unterhaltung der Schulgebäude, Lehrmittel und dergleichen durchschnittlich 700 Euro sowie für Baumaßnahmen und andere Sachinvestitionen 400 Euro je Schülerin beziehungsweise je Schüler verausgabt wurden.

Die Kennzahl „Ausgaben für öffentliche Schulen pro Schülerin beziehungsweise Schüler“ wird dadurch ermittelt, dass die Ausgaben für Personal, laufenden Sachaufwand und Investitionen an öffentlichen Schulen auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler im selben Kalenderjahr bezogen wird. 

Ausgaben1 für öffentliche Schulen je Schüler/-in im Haushaltsjahr 2007 nach Schularten und Ländern in Euro
  Allgemeinbildende Schulen Berufliche Schulen Alle Schularten
Insgesamtdarunter:
Berufsschulen im Dualen System2
1 Personalausgaben für Schulen und Schulverwaltung einschließlich unterstellter Sozialbeiträge für verbeamtete Lehrkräfte sowie Beihilfeaufwendungen, laufender Sachaufwand, Investitionsausgaben. Alle Ergebnisse wurden nach der Berechnung gerundet.
2 Teilzeitunterricht.
Deutschland6 000 3 800 2 400 5 500
Baden-Württemberg 6 100 4 500 2 500 5 700
Bayern 6 400 3 600 2 500 5 800
Berlin 7 100 4 200 2 600 6 400
Brandenburg 6 000 3 100 2 600 5 300
Bremen 6 200 3 400 2 200 5 300
Hamburg 7 300 4 600 3 100 6 500
Hessen 6 200 4 300 2 900 5 800
Mecklenburg-Vorpommern 6 300 2 800 2 100 5 200
Niedersachsen 5 700 3 800 2 200 5 300
Nordrhein-Westfalen 5 200 3 300 2 100 4 800
Rheinland-Pfalz 5 600 3 500 2 200 5 200
Saarland 5 700 3 200 2 100 5 000
Sachsen 7 000 3 900 2 600 6 100
Sachsen-Anhalt 7 500 3 100 2 000 6 300
Schleswig-Holstein 5 400 3 500 2 500 4 900
Thüringen 7 900 4 600 3 000 7 000

Interessant ist auch der Vergleich mit den Daten von vor 2 Jahren auf unserer WEB-Seite.

Weitergehende Daten, insbesondere detaillierte Länderkennzahlen, stehen in der Publikation „Ausgaben je Schüler/-in 2009“ zur Verfügung.

Geschrieben von Administrator am 27.04.2012 um 03:30:16


27.04.2012

Stadtrat stimmt der Planungskonzeption für Marie-Kahle-Gesamtschule und Nordschule zu

Eintrag aus der Kategorie: gesamtschule/themen/4. Gesamtschule

Pressemitteilung Stadt Bonn 27.04.2012

Der Bonner Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend (26. April) für die Erweiterung und Sanierung der Marie-Kahle-Gesamtschule sowie den Neubau der Nordschule (Grundschule) das entsprechende Planungskonzept verabschiedet.

Auf dem bisherigen Bolzplatz an der Ecke Graurheindorfer Straße/Augustusring wird ein viergeschossiges Schulgebäude für die Gesamtschule entstehen. In den oberen Etagen sind die Klassen und Fachräume vorgesehen, im Erdgeschoss sollen die Verwaltung, die Mensa sowie ein Forum untergebracht werden. Zudem wird das alte Schulhaus – die ehemalige Volksschule für Knaben und Mädchen, erbaut zwischen 1901 und 1903 – unter sorgfältiger Berücksichtigung des Denkmalschutzes für die Gesamtschule von Grund auf saniert. Für die Nordschule wird ein separates Schulgebäude im hinteren Bereich des Grundstücks errichtet. Am Augustusring müssen einige Platanen gefällt werden, dafür werden auf anderen Schulgrundstücken kurzfristig Ersatzbäume gepflanzt.

Die neuen Gebäude werden im Passivhausstandard errichtet. „Dies bedeutet, dass die Gebäude mit einer effektiven Wärmedämmung, etwa vergleichbar der Wirkung einer Daunenjacke, versehen werden“, erläutert Bruno Lossau, Betriebsleiter des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) als Bauherr. Die Klassenräume werden über Lüftungsanlagen mit gefilterter Frischluft versorgt.

Nachdem der Stadtrat am Donnerstag dem Konzept grundsätzlich zugestimmt hat, wird das SGB die Planung konkretisieren und die Entwurfspläne sowie die Kostenberechnung den politischen Gremien nochmals vorstellen. Im Sommer dieses Jahres werden vorübergehend Klassencontainer aufgestellt, um den zusätzlichen Raumbedarf der Gesamtschule decken zu können.

Bereits 2010 hatte der Stadtrat entschieden, den Schulstandort „Am Römerkastell“ zum endgültigen Standort für die vierte Gesamtschule auszubauen. Nach Realisierung der Erweiterungs- und Sanierungspläne werden an der Marie-Kahle-Gesamtschule 1000 Kinder unterrichtet, an der Nordschule, die dann über ein neues Gebäude verfügen wird (die Containerbauten werden abgerissen), lernen rund 120 Kinder.

Geschrieben von Administrator am 27.04.2012 um 03:20:23


27.04.2012

Debakel droht - 2013 großer Mangel an Studienplätzen!

Eintrag aus der Kategorie: gymnasium/themen/G8

Philologen-Verband NRW und die Landeselternschaft der Gymnasien schlagen Alarm.

Pressemitteilung Philologen-Verband NRW und Landeselternschaft der Gymnasien 26.04.2012

Der Doppelabiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen steuert auf eine Katastrophe zu. Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband und die Landeselternschaft der Gymnasien schlagen Alarm. Sie befürchten, dass die bereits heute prekäre Studienplatzsituation im nächsten Jahr eskalieren wird. Nach aktuellen Angaben der Kultusministerkonferenz vom Januar 2012 und Daten des Zentrums für Hochschulentwicklung (CHE Consult) liegt die Zahl der Studienanfänger für NRW 2013 bei 130.433 und damit um 20.000 Studierende höher als die Berechnungen der Landesregierung.

Der Philologen-Verband wie auch die Landeselternschaft machen seit Jahren auf die Notwendigkeit aufmerksam, hinreichende Studienplätze zu schaffen. Die Landesregierung bleibt tatenlos. Man verweist auf ein Hochschulmodernisierungsprogramm für die nächsten Jahre, auf die Anmietung und den Bau von Gebäuden, den Ausbau studentischer Versorgungseinrichtungen wie Mensen und Wohnheimen, den Ausbau des Fachhochschulangebotes und die Verbesserung bei der Studienberatung. Doch löst dies alles nicht die drängenden Probleme.

Um dem Ansturm zu begegnen, schrauben die Universitäten den Numerus clausus in extreme Höhen. Um beispielsweise das Fach Deutsch für das Lehramt „Gymnasium/Gesamtschule“ zu studieren, benötigte man im letzten Wintersemester zum Beispiel in Duisburg und Münster einen Abiturdurchschnitt von 2,2, in Dortmund von 1,8 und in Bielefeld von 1,6; für Englisch in Duisburg und Siegen benötigte man 2,2, für Mathematik in Münster 2,0, in Köln 1,8 und in Aachen 1,7. Auch diese Entwicklung hält viele junge Menschen davon ab, ein Lehramtsstudium aufzunehmen.

„Sich vorzustellen, die Schulzeitverkürzung unter größten Mühen und Beanspruchungen für alle Beteiligten umgesetzt zu haben, und im nächsten Jahr durch den massiven Mangel von Studienplätzen vor die Wand zu laufen, ist unerträglich und ein Super-Gau für Eltern und Schüler. Es ist zynisch, die jungen Menschen damit zu vertrösten, sie könnten ja irgendwo, irgendwas, irgendwann studieren.“, kritisiert Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen- Verbandes.

Seit 2009 liegen die Studienanfängerzahlen für Nordrhein-Westfalen oberhalb der Prognose der Kultusministerkonferenz. Der ursprünglich für den doppelten Abiturjahrgang 2013 errechnete Wert wurde bereits im letzten Jahr übertroffen.

Philologen-Verband und Landeselternschaft fordern mit Nachdruck ein, dass man die Probleme endlich ernst nimmt.

Der stv. Vorsitzende der Landeselternschaft der Gymnasien und Vorsitzender des für den Doppeljahrgang zuständigen Fachausschusses, Ralf Leisner: „Was nutzt uns eine Studienberatung, die um je eine Stelle pro Hochschule ausgeweitet wird, wenn diese unseren Kindern nur Frustrierendes vorzutragen vermag. Seit Jahren legen wir unsere Finger in die Wunde, mahnen und warnen. Und die Politik relativiert nur die Befürchtungen, wartet ab und hofft auf ein Wunder.“

Die Politik muss jetzt schnellstens reagieren und der neu gewählte Landtag diese Thematik schul- und hochschulpolitisch mit höchster Priorität versehen!

Geschrieben von Administrator am 27.04.2012 um 02:59:27


26.04.2012

“Dein Tag für Afrika” 2012

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Schulministerium

Pressemitteilung MSW 26.04.2012

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat heute bei ihrem Besuch der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Düsseldorf alle Schulen in Nordrhein-Westfalen zur Teilnahme an der Kampagne „Dein Tag für Afrika” 2012 aufgerufen. „Die Kampagne leistet entwicklungspolitische Bildungsarbeit an Schulen und bringt das Thema Afrika in den Unterricht. Sie motiviert Schülerinnen und Schüler, sich für bessere Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Afrika einzusetzen. Das ist gelebte Solidarität. Daher empfehle ich allen Schulen in NRW: Macht mit beim Aktionstag, macht mit bei ‚Dein Tag für Afrika’“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann.

„Dein Tag für Afrika“ ist eine von der Aktion Tagwerk initiierte Kampagne, die in diesem Jahr bundesweit bereits zum zehnten und in Nordrhein-Westfalen zum neunten Mal durchgeführt wird. Mitmachen können Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und Schulformen. Der bundesweite Aktionstag ist der 19. Juni. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gehen dabei gegen eine Spende einen Tag lang arbeiten oder beteiligen sich an Hilfsaktionen. Den verdienten Lohn spenden sie für Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche in Burundi, Ruanda und Südafrika. Im vergangenen Jahr beteiligten sich aus Nordrhein-Westfalen rund 85.000 Schülerinnen und Schüler von 233 Schulen. Nordrhein-Westfalen war damit das am stärksten vertretene Bundesland.

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat 2010 gemeinsam mit Medienministerin Dr. Angelica Schwall-Düren die Schirmherrschaft für „Dein Tag für Afrika“ in Nordrhein-Westfalen übernommen. In ihrem Aufruf gratulierte die Schulministerin heute in Düsseldorf der Aktion Tagwerk zum zehnjährigen Jubiläum und freute sich über das große Engagement der Elly-Heuss-Knapp-Schule: „Die Elly-Heuss-Knapp-Schule und viele weitere Schulen in Nordrhein-Westfalen sind mit höchstem Einsatz dabei. Dafür gebührt allen ein großes Lob. Ich freue mich sehr, dass die Aktion Tagwerk in diesem Jahr bereits ihr 10-jähriges Bestehen feiert und sich über das ehrenamtliche Engagement junger Menschen auf Bundesebene etabliert hat.“

Jede Schule hat die Möglichkeit, ihren Aktionstag auch an einem selbst gewählten Termin im Schuljahr durchzuführen. Die Elly-Heuss-Knapp-Schule veranstaltete ihren schuleigenen Aktionstag bereits am Dienstag, den 24. April 2012. „Für unsere Schule ist der Aktionstag seit 2004 ein fester Bestandteil im Schuljahr“, berichtete Ludger Traud, Schulleiter der Elly-Heuss-Knapp-Schule. Nora Weisbrod, Geschäftsführerin und 1. Vorsitzende von Aktion Tagwerk e.V., betonte: „Noch immer können sich alle Schulformen und Klassenstufen für den Aktionstag 2012 anmelden, es gibt keinen Anmeldeschluss.“

Die Aktion Tagwerk hat mit dem bundesweiten Projekt eine Aktionsform des ehrenamtlichen Schülerengagements geschaffen, um die Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen in Afrika zu verbessern. Seit der ersten Kampagne 2003 haben sich fast 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland an der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ beteiligt.

Weitere Informationen zu Aktion Tagwerk und „Dein Tag für Afrika“ finden Sie im Internet: www.aktion-tagwerk.de

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 06:48:24


26.04.2012

Die Wahlprüfsteine der Landeselternschaft

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Der Vorstand der Landeselternschaft hat 7 Fragen zu zentralen Themen der Schulpolitik den Spitzenkandidaten der zur Wahl stehenden Parteien zugesandt.

Die Fragen und die bereits eingegangenen Antworten finden Sie auf der Seite der Landeselternschaft der Gymnasien unter: “Die Wahlprüfsteine der Landeselternschaft”

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 06:00:51


26.04.2012

Wahlprüfsteine der LandesschülerInnenvertretung NRW

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Die LandesschülerInnenvertretung NRW hat an alle Parteien Wahlprüfsteine versendet. Auf der Homepage der LSV NRW finden Sie die bisher eingegangenen Antworten.

Folgen Sie dem Link zur LSV NRW:

Wahlprüfsteine LSV NRW

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 05:51:30


26.04.2012

Bildung ist keine Ware

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Bildungspolitische Leitlinien DIE LINKE

Auszug aus dem Wahlprogramm DIE LINKE

Bildung ist keine Ware

1. Mehr Geld für Bildung – Für ein sozial gerechtes Bildungssystem

Die systematische Ausgrenzung von sozial Benachteiligten, Migrantinnen und Migranten, von chronisch Kranken und Menschen mit Behinderungen im Bildungssystem ist in Deutschland so extrem wie in keinem anderen europäischen Land. Die Zahl der Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher ist hoch. Wer die Schule nicht erfolgreich absolviert, hat kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz und damit auf eine gute Berufsperspektive.

Bildung, und hierbei nicht zuletzt die Schulbildung, ist Ländersache. Bereits die sozialdemokratisch geführten Regierungen der letzten Jahrzehnte haben es versäumt, in der Bildungspolitik soziale und demokratische Maßstäbe zu setzen. Halbherzig wurden die Gesamtschulen als weitere Schulform neben das mehrgliedrige Schulsystem gestellt. Die neue Sekundarschule birgt das Risiko, die Hauptschule als neue Resteschule zu beerben. Individuelle Förderung in einer gemeinsamen Schule ist kein revolutionäres Ziel, sondern Wirklichkeit in nahezu allen europäischen Ländern. Nur hierzulande werden Kinder frühzeitig ihrer Lebenschancen durch den fehlenden Bildungszugang beraubt, als lebten wir noch im vorletzten Jahrhundert.

Die schwarz-gelbe Regierung hat den Klassenkampf von oben in der Bildung noch weiter verschärft: rot-grün hat aber die Chance verspielt, hier korrigierend einzuwirken. Zwar wurden auf unseren Druck hin mit uns zusammen die Studiengebühren abgeschafft, dennoch ließen die Regierungsfraktionen das System der „unternehmerischen Hochschule“ unangetastet Auch im Schulsystem ist die Verschärfung der Selektion nicht nachhaltig beseitigt worden, z.B. entscheidet nun die Schulkonferenz, ob die Kopfnoten abgeschafft werden. Arbeitgeber können also die Kopfnoten als Einstellungsvoraussetzung einfordern. Auch das Wahlversprechen von SPD und Grünen, die Verkürzung der Schulzeit (G8) zurückzunehmen, ist gebrochen worden. Das Turboabitur verstärkt die Abschulung in der Sekundarstufe I.  Selbst die minimale Übergangschance in das Gymnasium während der Sekundarstufe I wird damit verhindert. Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ignoriert noch immer, wie wichtig das Recht gerade der Kleinsten nicht nur auf Betreuung, sondern auch auf eine gute und kindgerechte Förderung in hochwertigen Kindertageseinrichtungen ist.

DIE LINKE. NRW will, dass jedem Menschen der Zugang zu Bildung, Kultur, Wissenschaft und Information ermöglicht wird. Wir wollen ein Bildungswesen, das den Menschen, die hier leben, offen und gebührenfrei eine qualitativ hochwertige und demokratische Bildung ermöglicht. Dabei ist das Aneignen individueller Fähigkeiten für uns ebenso wichtig wie das soziale Lernen in integrativen, sozial und kulturell gemischten Einrichtungen. Miteinander leben und lernen statt konkurrieren ist unser oberstes Ziel in der Bildung.

In diesem Rahmen muss Bildung jedem Kind ermöglichen, sich den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend zu entwickeln und entfalten. Das Recht auf gebührenfreie Bildung muss in der Landesverfassung und im Grundgesetz verankert und endlich für alle Menschen verwirklicht werden.

Das deutsche Bildungssystem leidet seit Jahren daran, dass viel zu wenig Geld zur Verfügung steht. Entgegen aller Sonntagsreden der anderen Parteien sind die Bildungsausgaben in den letzten Jahren im Verhältnis zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung, dem sogenannten Bruttoinlandsprodukt (BIP), sogar gesunken. Die privaten Belastungen der Eltern durch Kindergartenbeiträge, Schulbücher, und private Nachhilfe steigen gleichzeitig immer mehr. Das führt zu sozialen Ungerechtigkeiten, weil gute Bildung für Kinder und Jugendliche mehr und mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Die zunehmende Finanzbelastung der Kommunen und die weiterhin ungerechte Lasten- und Steuerverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden lässt die Finanznot der Kommunen weiter steigen. DIE LINKE. NRW setzt sich nachdrücklich für eine gute und angemessene Sach- und Raumausstattung aller Bildungseinrichtungen ein.

Die Kommerzialisierung und Privatisierung schreitet auch im Schulsystem immer weiter voran. Die Vergleichsarbeiten (VERA) in der Grundschule, die Lernstandserhebungen (LSE) in der achten Klasse, zentrale Prüfungen in der Klasse 10 und das Zentralabitur sind nur einige Bausteine, mit denen die schwarz-gelbe Landesregierung das Bildungssystem den Wirtschaftsinteressen angepasst hat. Dies haben SPD und Grün in Form des achtjährigen Gymnasiums (G8)e nicht rückgängig gemacht. Insbesondere bei der Rücknahme der Schulzeitverkürzung in Form des achtjährigen Gymnasiums (G8) haben SPD und Grüne die Wählerinnen und Wähler angelogen. DIE LINKE NRW lehnt die Schulzeitverkürzung in Form des achtjährigen Gymnasiums (G8), die jetzt von CDU/SPD/FDP/GRÜNEN gemeinsam getragen wird, ab.

Noch sind die meisten Schulen im öffentlichen Bildungswesen organisiert, um Bildung als soziales Recht für alle zu garantieren. Bildung muss eine staatliche Angelegenheit bleiben und darf nicht privatisiert werden. Schulen in privater Trägerschaft lehnen wir daher ab. Stattdessen muss viel mehr Geld in eine Verbesserung des öffentlichen Schulsystems fließen.

Zunehmend dreht sich die Diskussion seit geraumer Zeit um Preis und Leistung und Verwertbarkeit von Bildung statt einer pädagogischen Debatte über die Entwicklungschancen von Kindern. Der Mensch wird dabei nicht gebildet, sondern seine Kompetenzen werden für globale Märkte optimiert. Wirtschaftsinteressen und Schulsponsoring haben in Bildungseinrichtungen nichts zu suchen. Auch deswegen stehen wir für die Beibehaltung der Schule als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

DIE LINKE. NRW fordert:

  • Die Erhöhung der öffentlichen Bildungsausgaben von 4,5 auf mindestens 7 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Damit würde das Ausgabenniveau der Bildungsausgaben von Schweden erreicht.
  • Einen nationalen Bildungspakt, der sicherstellt, dass durch eine Umverteilung der Steuereinnahmen den Ländern und Kommunen mehr Geld für Bildung zur Verfügung steht.
  • Ausreichende Finanzmittel für die Kommunen, damit diese ihren schul- und bildungspolitischen Aufgaben in vollem Umfang und den Anforderungen entsprechend gerecht werden können.
  • Mehr kommunale Möglichkeiten, bei der Mittel- und Stellenvergabe nach den Bedürfnissen der Stadtbezirke und der dort ansässigen Schulen zu agieren, um durch unterschiedliche Mittel- und Stellenzuweisungen soziale und familiäre Ungleichheiten in den Bildungschancen der kommenden Generationen auszugleichen.
  • Keine Förderung der privaten Ersatzschulen durch Landesmittel; Alternative pädagogische Konzepte sollen erhalten bleiben und in »Eine Schule für Alle« integriert und ausgebaut werden.
  • Der Schulinvestitionsstau muss endlich behoben und durch die Einstellung neuer Lehrkräfte die maximale Klassenstärke auf 15 Schüler und Schülerinnen begrenzt werden.
  • Ersetzung des Notensystems als Druck-, Disziplinar- und Selektionsmittel durch eine regelmäßige schriftliche, für die Schülerin und den Schüler verständliche Rückmeldung über die Lernfortschritte, die die Schülerinnen und Schüler stärkt und motiviert.
  • Die Abschaffung von Konkurrenz und Druck, einhergehend mit einer umfassenden Demokratisierung, denn nur so können ein solidarisches Miteinander und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht werden.

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Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 05:31:06


26.04.2012

Kinder, Schule und Studium

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Bildungspolitische Leitlinien CDU

Auszug aus dem Wahlprogramm der CDU

Kinder, Schule und Studium

Wir wollen beim Ausbau der Kinderbetreuung U3 an die Dynamik der Jahre 2008 bis 2010 anknüpfen

Nordrhein-Westfalen ist bundesweit Schlusslicht beim Ausbau der Kinderbetreuung für die Jüngsten unter 3 Jahren (U3). In den Jahren 2008 bis 2010 hat es unter der CDU-geführten Landesregierung eine beispiellose Aufholjagd von 11.800 Plätzen auf rund 88.000 Plätze gegeben. Nach dem Regierungswechsel 2010 ist diese Dynamik abgebrochen. Um den Rechtsanspruch auf einen U3-Betreuungsplatz ab August 2013 erfüllen zu können, fehlen Stand April 2012 noch 44.000 Plätze. Dabei wird unterstellt, dass nur für jedes dritte Kind ein Platz nötig ist. Wir wissen aber längst, dass der Bedarf deutlich höher sein wird. Mit der von Rot-Grün bisher betriebenen Ausbaupolitik ist nicht einmal ein Platz für jedes dritte Kind erreichbar.

Das ist ein beispielloses familienpolitisches Armutszeugnis von Rot-Grün. Die Versprechungen von Rot-Grün, kein Kind zurückzulassen, sind bloße Worthülsen.

Für die CDU hat der U3-Ausbau wie schon in den Jahren bis 2010 oberste familienpolitische Priorität. Für uns ist klar: Die Politik darf nicht junge Paare zur Familiengründung und junge Frauen zur Berufstätigkeit ermuntern, aber gleichzeitig die erforderliche familien- und frauenfreundliche Infrastruktur verweigern.

Konkret halten wir eine Erhöhung der Landesmittel für den U3-Ausbau gegenüber dem rot-grünen Haushaltsentwurf für 2012 um 81 Millionen Euro auf dann 481 Millionen Euro für erforderlich und verfassungskonform finanzierbar.

Wir wollen, dass die Hochschulen den doppelten Abiturientenjahrgang bewältigen können

So wie die Unter-Dreijährigen hat Rot-Grün auch die studierwilligen Abiturienten im Stich gelassen.

Laut der aktuellen Prognose der Kultusministerkonferenz vom 24. Januar 2012 werden im nächsten Jahr 122.900 Studienanfänger in Nordrhein-Westfalen erwartet. Das wären 11.900 Studierende mehr, als bisher von der Landesregierung angenommen wurde. Das Zentrum für Hochschulentwicklung (CHE Consult) geht sogar von 125.694 Studienanfängern aus (Februar 2012). Das wären 14.694 Studierende mehr, als die Landesregierung angenommen hat. Wenn man, wie CHE Consult, die derzeitige Wanderbewegung von Studienanfängern in ganz Deutschland in die Berechnungen mit einbezieht, liegt die Zahl der Studienanfänger für Nordrhein-Westfalen 2013 sogar bei 130.433. Das wären 19.433 Studierende mehr, als die Landesregierung in ihren Berechnungen für den Doppelten Abiturjahrgang 2013 berücksichtigt hat.

Von welchem Modell auch immer man ausgeht: Die Landesregierung hat bei ihrer finanziellen Vorsorge für die Hochschulen tausende Studentinnen und Studenten außer Acht gelassen.

Die Hochschulen werden sich durch das Anziehen der numerus clausus-Schraube gegen den Studentenansturm wehren. Die Studierenden werden die fehlende Vorsorge abbüßen müssen mit chaotischen Zuständen in Hörsälen, Bibliotheken, Seminarräumen und Laborräumen.

Es gehört zu den schlimmen Hinterlassenschaften von Rot-Grün, außer der Abschaffung der Studienbeiträge nichts für den Hochschulstandort Nordrhein-Westfalen getan zu haben. Dabei gibt es kaum etwas, das für die Zukunft und den Wohlstand Nordrhein-Westfalens wichtiger wäre als die Stärkung der Hochschulen in unserem Land.

Die CDU will nach Regierungsübernahme der Hochschulpolitik den Stellenwert, den sie vor 2010 hatte, wieder zurückgeben. Als Sofortmaßnahme werden wir die notwendigen Studienplätze für den doppelten Abiturjahrgang an den Hochschulen ermöglichen, wie es bereits im Gegenentwurf der CDU-Landtagsfraktion zum Haushaltsgesetz 2012 vorgesehen war.

Die CDU steht für Kontinuität und Verlässlichkeit

Die Abschaffung der Studienbeiträge und die Beitragsfreiheit des dritten Kindergartenjahres ohne Gegenfinanzierung waren schwerwiegende Fehler der rot-grünen Minderheitsregierung. Allerdings wäre es eine Zumutung für alle Betroffenen, die Beitragsbefreiungen nach nur wenigen Monaten wieder rückgängig zu machen. Das werden wir vermeiden. Wir werden die Qualität des Studiums und die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung ohne die Wiedereinführung der gerade abgeschafften Beiträge verbessern. Im Rahmen eines verfassungskonformen und auf die Schuldenbremse ausgerichteten Landeshaushalts geht das nur über eine klare Setzung von Prioritäten. Dazu haben wir den Mut. Die rot-grüne Minderheitsregierung hat weder die fortgefallenen Studienbeiträge noch die fortgefallenen Kindergartenbeiträge kompensiert. Wir bekennen uns ausdrücklich zur Notwendigkeit einer vollständigen und dynamischen Kompensation. Sie muss mit entsprechenden Einsparungen an anderen Haushaltsstellen finanziert werden.


Wir wollen unsere erfolgreiche Schul- und Kulturpolitik für Nordrhein-Westfalen fortsetzen

Die CDU hat die Vielfalt und Differenziertheit der nordrhein-westfälischen Schullandschaft durch die Verfassungsänderung von 2011 abgesichert. Neben dem gestärkten Gymnasium und den fortbestehenden Haupt-, Real- und Gesamtschulen wird die CDU die neuen Sekundarschulen zu einer attraktiven Säule des Schulwesens entwickeln. Als Christdemokraten bieten wir die Gewähr dafür, dass gleichberechtigt neben der Hochschulreife auch die Ausbildungsreife an den Schulen erreicht wird.

In der nächsten Legislaturperiode wird die CDU einen „Masterplan guter Unterricht“ auflegen. Es geht uns um die volle Umsetzung des Rechts der Kinder auf individuelle Förderung. Dies gilt sowohl für vergleichsweise leistungsstarke wie für vergleichsweise leistungsschwächere Kinder. Die Angebote zur Fort- und Weiterbildung für Lehrer wollen wir verbessern. Wir wollen, dass die Lehrpläne von unnötigen und nicht mehr zeitgemäßen Inhalten entfrachtet werden. Wir wollen den Unterrichtsausfall weiter reduzieren und den qualitativen und flexiblen Ausbau des Ganztags fördern. Dabei werden wir die Kulturelle Bildung unserer Kinder und Jugendlichen energischer vorantreiben, als dies in den letzten zwei Jahren geschehen ist. Die Förderung der Medienkompetenz muss in den Lehrplänen aller Schulformen eine stärkere Rolle als bisher spielen.

Die Personalvertretung für die Lehrenden an den neuen Sekundarschulen soll einen eigenen Personalrat erhalten, so wie es § 87 des Landespersonalvertretungsgesetzes vorsieht.

Wir werden uns weiterhin für den Erhalt kleiner Grundschulen vor allem im ländlichen Raum einsetzen.

Wir wollen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen voranbringen

Für uns Christdemokraten steht außer Frage, dass Menschen mit Behinderungen ungehindert Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen haben sollen. Die Umsetzung der entsprechenden UN-Konvention ist eine Herausforderung, der wir uns mit großem Engagement stellen. Während Betroffene in der abgelaufenen Legislaturperiode vergeblich auf einen Inklusionsplan der rot-grünen Landesregierung gewartet haben, hat die CDU-Landtagsfraktion ein bundesweit beachtetes Positionspapier herausgebracht, das die notwendigen Veränderungen und Schritte konkret benennt.

  • Wir wollen gesellschaftliche Lebensräume inklusiv gestalten, so dass jeder Mensch teilhaben kann.
  • Wir wollen Kindern mit und ohne Behinderungen von Anfang an ein gemeinsames Spielen und Lernen ermöglichen.
  • Wir wollen Eltern die Wahl einer Schule ermöglichen, in der gut aus- oder fortgebildete Lehrkräfte allen Kindern eine qualitativ hochwertige Förderung zukommen lassen.
  • Wir wollen Menschen mit Behinderungen als Fachleute anerkennen und in alle Planungs- und Umsetzungsprozesse zur Inklusion einbinden.

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 05:10:57


26.04.2012

Beste Bildung für NRW

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Bildungspolitische Leitlinien Bündnis 90 / Die Grünen

Auszug aus dem Wahlprogramm von Bündnis 90 / Die Grünen

BESTE BILDUNG FÜR NRW

Der Anfang ist gemacht: Bildung wird gerechter und zukunftsfähiger

Bildung bedeutet das Herausbilden einer Persönlichkeit, das Miteinanderlernen, Erziehung zur Demokratie und das Erlernen sozialer Kompetenzen. Gute Bildung ist ein entscheidender Baustein für Chancengleichheit, Gerechtigkeit, Partizipation, Demokratie, sozialen Zusammenhalt, für die persönliche Zukunft und die Zukunft Nordrhein-Westfalens.

Wir denken Bildung nicht von der Institution, sondern vom Menschen her. Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der mit der Geburt beginnt und bis zum Lebensende dauert. Zentrale Themen sind neben der Struktur eines gerechten und leistungsstarken Bildungssystems, die innere Schulentwicklung sowie die Kooperation zwischen den Bildungseinrichtungen und den Familien und weiteren außerschulischen Einrichtungen in regionalen Netzwerken.

Noch immer hängt der Bildungserfolg in Deutschland stark von der sozialen Herkunft ab. Auch in NRW sind wir noch weit von Chancengleichheit entfernt. Das kann sich unsere Gesellschaft weder sozial noch volkswirtschaftlich länger leisten.
Wir wollen ein gerechteres und leistungsfähigeres Bildungssystem schaffen. Wir wollen alle Talente fördern und alle Potenziale entwickeln. Wir wissen: Je länger Kinder eine Kindertagesstätte besuchen, desto besser sind ihre späteren Bildungsabschlüsse. Wir wissen: Frühzeitige Differenzierung nach Schulformen entspricht oftmals nicht den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Kinder. Wir wissen: Zugang zu Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein.

In den letzten 18 Monaten hat die Landesregierung wichtige Weichen gestellt und das Bildungssystem gerechter und leistungsfähiger gemacht. Die Elternbeiträge für das letzte Kindergartenjahr und die Studiengebühren wurden abgeschafft. Gleichzeitig wurden die Plätze für die Unter-Dreijährigen ausgeweitet und neue Studienplätze geschaffen. Mit dem Schulkonsens haben wir nach Jahrzehnten scharfer Auseinandersetzung eine zukunftsweisende Grundlage für eine regionale Schulentwicklung gelegt.

Wir haben ideologische Barrieren beiseite geräumt: Verbindliche Grundschulempfehlungen für das Sortieren nach Klasse vier und die Kopfnoten gibt es nicht mehr, das weitere Vorziehen des Einschulungsalters ist gestoppt.

Nach jahrelangem, erfolglosem Bemühen ist es uns gelungen, islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache und von Lehrkräften, die in Deutschland ausgebildet wurden, einzuführen. Damit erfüllen wir das Grundrecht auf Religionsfreiheit. Außerdem leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Integration muslimischer Kinder.
Bei der Inklusion hat sich der Landtag erstmals zur UN-Behindertenrechtskonvention bekannt. Es gibt mehr Stellen im „Gemeinsamen Unterricht“, und wir sind wichtige Schritte zu einem Inklusionsplan mit wissenschaftlicher Begleitung und im Dialog mit den Beteiligten gegangen.

Mit dem „Übergangsmanagement Schule-Beruf“ und dem Ausbildungskonsens schaffen wir neue Perspektiven. Wir haben die Kürzungen bei der Weiterbildung zurückgenommen und eine Weiterbildungskonferenz einberufen. Damit haben wir dem lebensbegleitenden Lernen wieder die richtige Bedeutung beigemessen.

Wir schaffen die Kitas der Zukunft

Immer mehr Eltern und besonders Alleinerziehende brauchen einen Kitaplatz, um nach der Geburt ihres Kindes Familie und Beruf vereinbaren zu können. Da bis 2010 keine Landesmittel in den Krippenausbau geflossen sind, rutschte NRW auf den letzten Platz der bundesweiten Ausbaustatistik. Das ändern wir: Mit insgesamt 680 Millionen Euro Landesmitteln wollen wir bis 2013 gemeinsam mit den Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr erfüllen. Damit wird NRW zu einem kinder- und familienfreundlichen Bundesland.

Unser Ziel ist ein qualitativ hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot. Wir finanzieren dauerhaft 3.000 zusätzliche Fachkräfte und haben Familienzentren, Waldkindergärten und Betreuungsplätze für Kinder mit Behinderung finanziell besser ausgestattet.
Im nächsten Schritt wollen wir ein neues Kita-Gesetz schaffen, das hohe Qualitätsansprüche erfüllt. Dafür sind u. a. ein rechtsverbindlicher Erzieherinnen-Kind-Schlüssel bzw. Erzieher-Kind-Schlüssel und eine Begrenzung der Gruppengrößen notwendig, die es aktuell nicht gibt. Kinder haben ein Recht auf Bildung, Erziehung und Betreuung durch gut ausgebildetes Personal.
Wir brauchen für die Kindertagesbetreuung verbindliche altersgerechte Bildungsziele auf der Basis eines ganzheitlichen Bildungsbegriffs. Dabei ist der Sprachförderung ein besonderer Stellenwert einzuräumen. Gerade Kitas und Familienzentren mit vielen Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien und in schwierigen Sozialräumen brauchen besondere Unterstützung, um die notwendige individuelle Förderung zu gewährleisten. Dies ist nicht nur ein Gebot der Bildungs- und Chancengerechtigkeit, sondern auch ein individuelles Recht jedes Kindes.

Kein Kind zurücklassen

Jedes vierte Kind in NRW lebt in Armut. Das dürfen wir nicht länger hinnehmen. Wir wollen die Kommunen unterstützen, wenn sie Präventionskonzepte entwickeln und umsetzen. Dazu gehört, die Akteure aus Kita, Schule, Gesundheit und Wohnen zu vernetzen. Die Angebotsstrukturen in den Stadtteilen und familienunterstützende Maßnahmen wie z. B. Familienzentren müssen wir stärken. Kulturelle und sportliche Angebote sollen jedem Kind unabhängig vom Geldbeutel der Eltern offenstehen. Vom Bund erwarten wir, dass auch er endlich materielle Armut bekämpft. Viele Kinder und Jugendliche erleiden in ihren Familien unterschiedliche Formen von Gewalt und Vernachlässigung. Daher wollen wir den präventiven Kinderschutz verbessern. Die Vernetzung von Familienhilfe und Kinderförderung mit Jugendhilfe und Gesundheitswesen ist eine wichtige Säule eines ganzheitlichen Bildungssystems.

In einem Land der Chancen für alle Kinder gilt es, die Grundlagen für Chancengleichheit von Geburt an zu legen. Kinder, die gesund aufwachsen, haben ungleich höhere Teilhabechancen. Wir werden alles dafür tun, dass Kinder und Jugendliche in unserem Gesundheitswesen besser unterstützt werden. Dabei müssen nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern in den Blick genommen werden. Wir werden deshalb unsere begonnenen Aktivitäten zur Stärkung gesundheitlicher Präventions- und Hilfeangebote fortsetzen und diese geschlechtergerecht ausgestalten. Wir wollen damit insbesondere die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erhalten und verbessern sowie Suchtgefahren bekämpfen. Insgesamt gilt es, vor Ort die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendhilfe, Bildungswesen und Gesundheitshilfe nachhaltig zu verbessern. Nur so können die Grenzen von Strukturen und Systemen überwunden werden.

Chancen für jedes Kind – Schule wird gerecht

Wir wollen leistungsstarke und gerechte Schulen, die Kinder nicht beschämen und zurücklassen, sondern sie ermutigen, in ihrem Selbstbewusstsein stärken und eine neue Lernkultur leben. Voneinander und miteinander lernen – Respekt, Wertschätzung und Beteiligung – prägen die neue Schulkultur: Es ist normal, verschieden zu sein!
Die Qualität von Schule wird wesentlich von Schulklima und Lernkultur bestimmt. Dies schließt die Partizipation von Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften ein.

Zu guter Schule gehört innere und äußere Schulentwicklung gleichermaßen. Mit dem Schulkonsens haben wir den Weg frei gemacht für eine gerechtere und zukunftsfähige Schulentwicklungsplanung. Gute Schule wird vor Ort gemacht. Wir haben die Möglichkeiten geschaffen, auch bei rückläufigen Schülerzahlen ein wohnungsnahes Schulangebot zu erhalten und dem Elternwunsch nach längerem gemeinsamen Lernen zu entsprechen. Mit der Sekundarschule kann nun auch dort eine integrierte Schule eingerichtet werden, wo die Schülerzahlen nicht für eine große Schule mit eigener Sekundarstufe II ausreichen. Der Schulkonsens und die verbesserten Gründungsbedingungen für Gesamtschulen haben einen Boom des gemeinsamen Lernens ausgelöst. Nach den zwölf Gemeinschaftsschulen werden im Sommer über 60 neue Schulen an den Start gehen. Der Schulkonsens macht es möglich: Die Energien gehen in die Schulentwicklung und verpuffen nicht mehr in ideologischen Grabenkämpfen.

Eine neue Lernkultur erfordert eine andere Art des Unterrichts. Der Umgang mit der Vielfalt der Kinder und ihre individuelle Förderung müssen deshalb in der Lehreraus- und -fortbildung zentral berücksichtigt werden, ebenso die Vermittlung diagnostischer Grundkompetenzen sowie interkulturelle und Genderkompetenzen. Sonder- und Sozialpädagoginnen und -pädagogen müssen Teil des Kollegiums werden, die Schulen brauchen regionale und auch landesweite Unterstützungsnetzwerke. Zu einer neuen Lernkultur gehört auch eine neue Feedbackkultur.

Eine andere Lernkultur braucht eine andere Rhythmisierung des Lernens, deshalb werden wir den gebundenen Ganztag an allen Schulformen weiter ausbauen. Zum Ganztag gehört auch ein gutes und gesundes Mittagessen. Wir werden uns verstärkt für entsprechende Qualitätsstandards einsetzen. Kinder aus einkommensschwachen Familien dürfen vom Schulessen nicht ausgeschlossen sein. Die Hilfe des Bildungs- und Teilhabepakets des Bundes ist viel zu bürokratisch. Nur ein Teil des Geldes kommt wirklich bei den Kindern an. Auch darum wollen wir eine Grundgesetzänderung: Bund, Länder und Gemeinden müssen kooperieren in der Bildungsrepublik Deutschland.

Die durch rückläufige Schülerzahlen frei werdenden Ressourcen wollen wir im System Schule belassen und systematisch für Qualitätsverbesserung und die Umsetzung des Schulkonsenses einsetzen.
Schule ist mehr als Deutsch und Mathe

Der Blick auf das Kind darf nicht länger defizitorientiert sein, sondern muss sich an seinen Potenzialen orientieren. Deshalb wollen wir Mehrsprachigkeit fördern und in ein durchgängiges Sprachförderkonzept integrieren. Kinder brauchen mehr denn je Programme zur Bewegungsförderung. Wir werden die Zusammenarbeit von Schule und Sport weiter fördern.
Die Vermittlung von musisch-künstlerischen Fähigkeiten, sozialer, kommunikativer und emotionaler Kompetenz, Medienkompetenz, Verbraucher-bildung sowie die Bildung für nachhaltige Entwicklung müssen gestärkt werden, damit sich die Kinder und Jugendlichen zu ganzheitlich gebildeten, selbstbewussten Persönlichkeiten und selbstständigen Akteurinnen und Akteuren der Gesellschaft entwickeln können.

Wir begreifen Schule als Lern- und Lebensort. Deshalb ist die Förderung der demokratischen Schule eine wichtige Aufgabe. Mit der Einführung der Drittelparität in der Schulkonferenz von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften haben wir die Demokratie in der Schule gestärkt. Schule muss zu einem Lern- und Lebensraum werden, in dem demokratische Grundsätze gelebt und die Schulkultur von allen mitgestaltet werden kann. Darüber hinaus werden wir z. B. die Netzwerke „Schule ohne Rassismus“ und „Schule ohne Homophobie“ weiter unterstützen.

Im Sinne einer global gerechten und nachhaltigen Entwicklung wollen wir die Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ und weitere Leitprojekte im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ umsetzen, um globales Lernen in der Bildungsarbeit voranzubringen. Wir wollen in allen Schulformen „Eine-Welt-Profilschulen“ etablieren.

Inklusion von Anfang an

Wir werden den Rechtsanspruch auf inklusive Bildung so schnell wie möglich gesetzlich verankern. Wir sorgen für einen verlässlichen Umsetzungsprozess, der allen Beteiligten Sicherheit gibt und niemanden überfordert oder allein lässt. Deshalb werden wir ausreichende personelle Ressourcen bereitstellen, die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer verändern und eine Fortbildungsoffensive vorantreiben, damit die Lehrkräfte in die Lage versetzt werden, dem Anspruch der Inklusion gerecht zu werden. Die Aufgabe stellt sich grundsätzlich allen Schulen und Schulformen.

Schulen, die sich als Vorreiterschulen als Erste auf den Weg machen, werden besonders begleitet. Regionale Unterstützungszentren stehen den Schulen beratend und als ergänzende Lernorte zur Seite. Hierin sehen wir die zukünftige Aufgabe von Kompetenzzentren.
Die Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb fordern wir vom Bund, dass er die Kommunen mit Investitionsprogrammen und bei der Finanzierung multiprofessioneller Teams unterstützt. Auch deshalb setzen wir uns für ein Ende des Kooperationsverbots ein.
Außerschulische Bildung in der Kinder- und Jugendarbeit

Neben der Schule stellen außerschulische Lernorte einen wichtigen Baustein in der Bildungskette dar und müssen im bisherigen Umfang gesichert bleiben; die Zugänge für Projektanträge der freien Träger möchten wir erleichtern. Nur so kann die nonformale Bildung mit den Schwerpunkten geschlechterdifferenzierte Arbeit, Partizipation, Inklusion oder auch Medienkompetenz fortgesetzt werden.

Von der Schule zur Ausbildung – gerechter und effizienter

Zu viele Jugendliche landen in Warteschleifen, weil sie keine entsprechenden Beratungs- und Ausbildungsangebote erhalten. Unser Ziel ist ein gesichertes Ausbildungsangebot für alle. Hierzu haben wir einen nachhaltigen und systematischen „Übergang Schule-Beruf“ bei der Berufs- und Studienorientierung, Berufsvorbereitung und beim Übergang in Ausbildung bzw. Studium entwickelt. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die noch nicht ausbildungsreifen Jugendlichen. Sie bedürfen individueller und niedrigschwelliger Angebote. Ein Miteinander von Schule und Jugendsozialarbeit unter gleichberechtigter Mitwirkung der Freien Wohlfahrtspflege ist dringend geboten.

Keiner der Ausbildungsberufe in Deutschland kommt heute ohne IT- Grundwissen aus. Soziale Netzwerke, Smartphones und Tablet-PC haben im Leben der meisten Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Deshalb ist die Vermittlung von IT-Grundkompetenz und Grundwissen über Datenschutz und Datensicherheit ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildungsreife. Wir wollen Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder noch besser dafür qualifizieren.

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 05:00:49


26.04.2012

Kein Kind zurücklassen. Gut für NRW

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Bildungspolitische Leitlinien SPD

Auszug aus dem Wahlprogramm der SPD

Familien stärken heißt: Frühzeitig und vorsorgend helfen. Dazu ist es notwendig, die Angebote der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Sozialhilfe sowie des Bildungs- und Gesundheitssystems mehr miteinander zu vernetzen. Vorbeugend ausgerichtete Politik muss alle Kinder in den ersten Lebensjahren oder – noch besser – bereits vor der Geburt des Kindes erreichen. So stärken wir die Möglichkeiten zur Teilhabe von Eltern, Kindern und Jugendlichen. Wir brauchen eine Präventionskette, in der bestehende Maßnahmen verzahnt, Lücken geschlossen und dadurch spätere Kosten vermieden werden.

Unser Ziel ist: Kein Kind zurücklassen.

Beste Bildung heißt für uns: Förderung von Anfang an.

Weil Kinder starke Eltern brauchen, werden wir den Ausbau früher Hilfen verbessern. Die individuelle Bildungsförderung werden wir ausbauen und für die Kitas bessere Rahmenbedingungen schaffen. Unsere Ziele sind mehr Qualität, Inklusion und Beteiligung.

In den Familienzentren bieten die Träger kompetente Beratung vor Ort und aus einer Hand. Gerade in sozial benachteiligten Stadtteilen wollen wir sie anbieten, ohne den generellen Ausbau aus dem Blick zu verlieren.

Unser Ziel ist mehr Bildungsgerechtigkeit: Deshalb werden wir schrittweise die Elternbeitragsfreiheit weiter ausbauen.

Mit einem Landesinvestitionsprogramm von 400 Mio. Euro unterstützen wir die Kommunen bei der Schaffung von U-3-Plätzen. Damit verbessern wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wir bleiben bei der Erfüllung des Rechtsanspruches ein verlässlicher Partner der Kommunen.

Die Wahrnehmung und Beobachtung des einzelnen Kindes, eine am individuellen Bedarf orientierte Entwicklungsförderung und die koordinierte Zusammenarbeit mit Eltern ist professionell zu unterstützen. Die Übergänge, von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule, sind dabei sensibel zu begleiten.

Besonders wichtig ist eine durchgehende Sprachförderung, die in der Kita begonnen und in der Grundschule fortgesetzt werden muss. Sprachförderung ist Aufgabe aller Bildungseinrichtungen.

Wohnortnahe Grundschulen.

Wo aufgrund zurückgehender Schüler/innenzahlen ein wohnortnahes Grundschulangebot gefährdet ist, sorgen wir mit dem Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege“ möglichst für ein entsprechendes Angebot für alle Kinder. Im Mittelpunkt unserer Politik steht das Kind.

Längeres gemeinsames Lernen.

Die NRWSPD ist davon überzeugt, dass längeres gemeinsames Lernen Voraussetzung für ein ebenso gerechtes wie förderndes Bildungssystem ist.

Mit dem Schulfrieden konnten wir unter Führung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine historische Einigung erzielen. Die jetzt eingeführten Regelungen in Verfassung und Schulgesetz bieten die notwendige Flexibilität, ein modernes Schulangebot zu schaffen. Wir wollen das Wahlrecht der Eltern vor Ort erhalten.

Inklusive Schulen.

Wir haben in Nordrhein-Westfalen damit begonnen, die inklusive Schule umzusetzen. Wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen gemeinsam mit allen anderen Kindern lernen. Wir werden ab 2013/14 den Rechtsanspruch auf einen Platz an einer allgemeinbildenden Schule gesetzlich regeln. Um die zusätzlichen Aufgaben leisten zu können, werden wir zusätzliche Fortbildungsmittel und notwendiges Lehrpersonal zur Verfügung stellen. Für die Eltern soll es eine unabhängige Beratung und demokratische Elternvertretung geben.

Den Ganztag weiter ausbauen.

Der Bedarf an Ganztagsplätzen wächst kontinuierlich. Wir werden die Ganztagsplätze in den kommenden Jahren kontinuierlich ausbauen. Dazu brauchen Kommunen und Land auch die finanzielle Unterstützung des Bundes. Hierzu streben wir eine Grundgesetzänderung an, die Investitionsförderung vom Bund in den Schulausbau möglich macht. Bis 2015 sollten alle Kinder und Jugendlichen ein Ganztagsangebot in der Nähe erreichen können. Langfristig setzen für uns für ein Recht auf Ganztag ein.
Die außerschulische Jugendarbeit weiter fördern.

Wir fördern die Jugendarbeit und Teilhabe junger Menschen durch die Sicherung des Kinder- und Jugendförderplans auf dem von uns angehobenen Niveau von 100 Mio. Euro. Wir wollen konsequent die vorhandenen Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche auf Kommunal- und Landesebene überprüfen und ausbauen.

Lehre und Forschung stärken.

Junge Menschen sollen in NRW erfolgreich studieren können. Wir wollen kein Talent verlieren. Deshalb sorgen wir dafür, dass auch die Studierwilligen des doppelten Abiturjahrgangs 2013 gleiche Chancen auf ein gutes Studium erhalten und unsere Hochschulen hierauf gut vorbereitet werden. Wie das Land muss auch der Bund zu seinen finanziellen Verpflichtungen im Rahmen des Hochschulpaktes für zusätzliche Studienplätze stehen. Mit uns bleibt das Studium gebührenfrei.

Wir brauchen forschungsstarke Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Mit regionalen Innovationsnetzwerken bauen wir wissenschaftliche Lösungskompetenz vor Ort auf.

Wir machen die Hochschulen fit für die Zukunft. Dazu entwickeln wir das Hochschulgesetz weiter und stärken die Studentenwerke. Unser Ziel sind autonome Hochschulen in der Mitte der Gesellschaft, offen für die Vielfalt der Studierenden, in denen demokratische Mitbestimmung täglich gelebt wird.

Die Weiterbildung fortentwickeln.

Lebensbegleitendes Lernen ist in der heutigen Zeit unverzichtbar. Weiterbildung ist auch öffentliche Aufgabe zur Stabilisierung unseres demokratischen Gemeinwesens. Wir bekennen uns daher zur kommunalen Pflichtaufgabe Weiterbildung durch die Volkshochschulen. Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode die Weiterbildung gestärkt und vorausgegangene Kürzungen rückgängig gemacht. Zusammen mit allen Weiterbildungsträgern und –Einrichtungen wollen wir die erfolgreiche Entwicklung der Weiterbildung in NRW fortschreiben. Zudem wollen wir schnellstmöglich Auszubildende als Anspruchsberechtigte in das Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AwbG) aufnehmen, damit diese für politische Weiterbildung freigestellt werden können.

 

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 04:49:19


26.04.2012

Beste Bildung für jeden statt Mittelmaß für alle

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Bildungspolitische Leitlinien und Wahlprogramm FDP

Folgen Sie dem Link:

Beste Bildung für jeden statt Mittelmaß für alle

Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 04:40:39


26.04.2012

Bildung ist die Basis unserer Gesellschaft

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Landtagswahl 2012

Bildungspolitische Leitlinien DIE PIRATEN NRW

Auszug aus dem Wahlprogramm der Piratenpartei NRW

Bildung ist die Basis unserer Gesellschaft

Die PIRATEN NRW stellen die Bildungspolitik deshalb ins Zentrum ihres politi­schen Han­delns.

Kommunikation, Information, Wissen und Bildung formen die Grundlage unse­rer Gesell­schaft. Ihr Gesicht wird durch Bildung geprägt. Bildung ermöglicht den wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt, auf dem un­ser materieller und geistiger Wohl­stand beruht. Sie setzt die Standards für un­ser Zusammenleben. Sie gibt Orientierung in einer komplexen Welt und schützt die Gesellschaft vor irrationalen Ängsten und leichtferti­gen Vorurteilen. Sie versetzt uns in die Lage, Herausforderungen zu meistern, Problemlö­sungen zu finden und wenn nötig die gesellschaftliche Richtung zu ändern. Wer die Bil­dung vernachlässigt, zerstört die Grundlage, auf der unsere Gesellschaft auf­gebaut ist.

Durch den Wandel der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft in eine global vernetzte Wissensgesellschaft ist Bildung die wichtigste Ressource der deut­schen Volkswirtschaft ge­worden. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands und damit die sozialen, kultu­rellen und persönlichen Entfaltungs­möglichkeiten der Bürger basieren auf dem allgemei­nen Bildungsniveau sowie auf der persönlichen Qualifizierung jedes Bürgers. Die großen Her­ausforderungen der Zukunft, wie zum Beispiel der Klimawandel, sind nur durch gesell­schaftliche, technische und wirtschaftliche Innovationen, also durch ein sehr viel hö­heres allgemeines Bildungsniveau, zu bewältigen. Dafür braucht es eine durch­gängige Verbesse­rung der Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Wir wollen das Niveau der Hochschul- und Berufsabschlüsse verbessern und die Anzahl der Absolventen deutlich steigern. Auf­grund des demografischen Wandels sinkt die Zahl der Schulpflichtigen.

Daher muss die Quote der Abschlüsse innerhalb eines Jahrgangs in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich erhöht werden, um den Bedarf der Gesellschaft, der Wissenschaft und der Wirt­schaft an gut ausgebildeten Fachkräften zu decken.

Dies wollen wir erreichen, indem mehr Schüler zur Hochschulreife gebracht werden und ein Studium beginnen. Auch soll die Abbrecherquote deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus gilt es, die Qualität und Flexibilität beruflicher Ausbildungswege zu erhöhen. Diese sollen, wo immer es sinnvoll ist, zu einem Fachhoch­schul- oder Universitätsstudium ausgebaut werden. Letzteres ist vor allem für diejenigen Berufe notwendig, in denen eine wissen­schaftlich fundierte Qualifikation immer wichtiger wird.

Die basisdemokrati­sche Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen, wie sie von der Piraten­partei gefordert wird, ist nur mit mündigen, selbstbestimm­ten und aufgeklär­ten Bürgern möglich, die sich kritisch, lernfähig und solida­risch in die Willensbildung einbrin­gen wollen. Die PIRATEN NRW bekennen sich deshalb zu einem umfassenden Bildungs­begriff in der Tradition Humboldts [?]. Wir sehen in einer besser gebildeten Bevölkerung einen Gewinn für eine demokratische und soziale Gesellschaft, der weit über quantifizier­bare Effekte hinausgeht.
Bildung ist ein Menschenrecht

Das Schulsystem in NRW muss durchlässiger werden. Wir wünschen uns eine vielfältige Bildungslandschaft und unterstützen ausdrücklich auch außerschuli­sche Lernorte. Weder die soziale und kulturelle Herkunft noch die wirtschaftli­chen Voraussetzungen des Eltern­hauses dürfen einen Einfluss auf den individu­ellen Zugang zur Bildung haben. Dieser Ein­fluss soll bis zum Jahr 2030 soweit minimiert werden, dass sich die soziale Zusammenset­zung der Hochschulabsol­venten nicht mehr vom gesellschaftlichen Durchschnitt unter­scheidet. Kein Schüler soll ohne Schulabschluss bleiben. Die PIRATEN NRW setzen dabei auf das Prinzip der Förderung des Einzelnen. Nur wenn alle Schüler die richtige in­dividuelle Förderung erhalten, können sich die Potenziale jedes Einzelnen ent­falten.

Die PIRATEN NRW sprechen sich für eine Beibehaltung der bestehenden allge­meinen Schul­pflicht aus. Die Teilnahme am Schulunterricht stellt sicher, dass Kinder und Jugendliche die Grundlagen einer gleichberechtigten, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft ken­nenlernen.

In Form von Mitschülern, Lehrern und sonstigen Betreuern können die Kinder und Jugendlichen Ansprechpartner für Fragestellungen und Probleme finden, die durch die Lebensentwürfe der El­tern oder dem sozialen Umfeld abgelehnt oder tabuisiert würden.

Lehrer haben die Aufgabe die Schüler umfassend über die Möglichkeiten zu in­formieren, wie sie ihren Bildungsweg auch unabhängig von ihren Eltern gestal­ten können. Zur besse­ren Integration von Mitmenschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen soll ein interkulturel­les Bildungsangebot geschaffen werden. Alle Bildungsinstitutionen müssen barrierefrei werden.
Bildung ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag

Um unsere Ziele zu erreichen, sind gewaltige Anstrengungen vonnöten. Diese dürfen nicht dem Einzelnen aufgebürdet werden, sondern stellen einen ge­samtgesellschaftlichen Auf­trag dar. Der Staat hat die Aufgabe, entsprechende räumliche, personelle und finanzielle Ressourcen bereitzustellen und eine auf jeden Einzelnen ausgerichtete Förderung zu ga­rantieren. Der Zugang zu Bil­dung ist auf allen Ebenen kostenfrei zu gewährleisten und vollständig durch die Gemeinschaft zu finanzieren. Bei der Finanzierung des Bildungssys­tems sind grundsätzlich neue Prioritäten zu setzen und Solidarität einzufordern. Der Bil­dungsetat muss deutlich ausgeweitet werden.

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Geschrieben von Administrator am 26.04.2012 um 04:33:09


25.04.2012

Mädchen in NRW bei höheren Schulabschlüssen vorn!

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Daten und Statistiken NRW

Pressemitteilung IT.NRW 25.04.2012

Im Sommer 2011 verließen 208 999 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen; das waren 3,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, wurden etwa genau so viele Mädchen (49,8 Prozent) aus den Schulen entlassen wie Jungen. Allerdings waren Schülerinnen bei höheren Abschlüssen mit 55,7 Prozent (Hochschulreife) bzw. 52,1 Prozent (Fachhochschulreife) überrepräsentiert. Bei den Schulentlassenen mit und ohne Hauptschulabschluss waren dagegen Jungen mit Anteilen von 57,6 bzw. 59,1 Prozent häufiger vertreten.

Schulabgänger von allgemein bildenden Schulen in NRW im Sommer 2011
Schulform ohne Abschluss Hauptschulabschluss Fachoberschulreife Fachhochschulreife Hochschulreife Insgesamt
Hauptschule3276 21238 13044 —— —— 37558
Mädchenanteil 40.4% 41.6% 45.9% —— —— 43.0%
Realschule 491 1752 47453 —— —— 49696
Mädchenanteil 41.5% 46.6% 50.1% —— —— 49.9%
Gesamtschule 815 7526 13486 1708 11124 34659
Mädchenanteil 44.7% 46.1% 48.3% 55.2% 56.6% 50.7%
Gymnasium 251 949 4816 4013 58573 68602
Mädchenanteil 42.6% 47.4% 50.0% 52.5% 55.5% 54.8%
sonst. Schulen1 6369 4801 3178 1408 2716 184842
Mädchenanteil 40.6% 37.2% 45.1% 47.2% 55.2% 43.1%
Insgesamt 11202 36266 81977 7129 72413 2089992
Mädchenanteil 40.9% 42.4% 48.9% 52.1% 55.7% 49.8%
 1 Freie Waldorfschule, Förderschule, Volksschule, Weiterbildungskolleg
 2 einschl. 11 Abgänger mit sonstigem Abschluss



56,5 Prozent der Hauptschüler/-innen schlossen mit einem Hauptschulabschluss und 34,7 Prozent mit der Fachoberschulreife ab. Von den Realschulabgänger(inne)n erwarben 3,5 Prozent einen Hauptschul- und 95,5 Prozent den mittleren Schulabschluss. 38,9 Prozent der Gesamtschüler/-innen gingen mit der Fachoberschulreife und 32,1 Prozent mit der Hochschulreife ab.  An Gymnasien schlossen 85,4 Prozent der Abgänger/-innen mit dem Abitur ab. (IT.NRW)

Ergebnisse für Gemeinden, Städte und Kreise finden Sie hier .... Die Daten für die Stadt Bonn finden Sie auf Seite 25!

Geschrieben von Administrator am 25.04.2012 um 10:01:04


23.04.2012

Zusammen lernen - zusammenwachsen

Eintrag aus der Kategorie: Themen/GU / Inklusion

LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN Drucksache 15/4107 [pdf] 15.02.2012

Eckpunkte für den Weg zur inklusiven Schule in NRW

Antrag von SPD und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in der letzten Schulausschusssitzung vor der Wahl am 14.03.2012

Der Landtag bekennt sich zum Ziel eines inklusiven Bildungssystems. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen soll auch im Schulwesen Nordrhein-Westfalens umgesetzt werden. Dieser Anspruch richtet sich an alle staatlichen Ebenen und die gesamte Gesellschaft. Deshalb hat NRW einen Aktionsplan „Inklusion“ auf den Weg gebracht, wobei der Inklusionsplan Schule innerhalb des Gesamtplans einen eigenständigen Prozess darstellt.

Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen haben Anspruch auf die rechtliche Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Nordrhein-Westfalen und damit das Recht auf einen Platz in der allgemeinen Schule wie jedes Kind ohne Behinderung auch.

Die bestmögliche Qualität der Bildung und Erziehung aller Kinder im gemeinsamen Unterricht ist zu gewährleisten. Bei der schrittweisen Realisierung der Inklusion hat höchste Sorgfalt und Umsicht zu walten. Es geht um Menschen, die oftmals in großem Umfang und gegebenenfalls auch dauerhaft Hilfe und Unterstützung brauchen. Die Qualität der sonderpädagogischen Unterstützung muss in den allgemeinen Schulen gegeben sein.

Jahrzehntelang galt es in der Bundesrepublik Deutschland als richtig, Kinder mit Behinderungen in Förderschulen getrennt von den übrigen Kindern und Jugendlichen zu unterrichten. Die Praxis der Sonderförderung führte zur Entwicklung eines komplexen Schulsystems, in dem Kinder und Jugendliche von spezifisch ausgebildeten Lehrerinnen, Lehrern und Betreuungskräften mit großem Einsatz und hoher Professionalität gefördert – und Eltern in vielfacher Hinsicht entlastet – werden. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es zurzeit (Schuljahr 2010/2011) 724 Förderschulen mit 20.435 Lehrkräften. 105.545 Kinder und Jugendliche besuchen hier die Förderschulen.

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sollen bestmöglich bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und bei der Entfaltung ihrer Talente unterstützt werden. Dies war und ist auch der Anspruch der Sonderschulen bzw. Förderschulen, deren Entwicklung auch im historischen Kontext betrachtet werden muss. Hier muss daran erinnert werden, dass zunächst überhaupt ein Bildungsanspruch für Menschen mit Behinderungen durch die Einrichtung von besonderen Schulen anerkannt wurde. Des Weiteren wurden die speziellen Einrichtungen auch als eine besondere Fürsorge für die Menschen gesehen, die im Wahn des Nationalsozialismus als „unwertes Leben“ zu Opfern der Euthanasie wurden. Der Bildungsanspruch in der Bundesrepublik umfasste auch Kinder mit Behinderungen und betrachtete Sonderschulen für sie auch als Schutzraum.

In der Folgezeit wuchs allerdings die Zahl der Eltern, die die Herausnahme ihres Kindes aus den allgemeinen Schulen als „Aussonderung“ und den von Gleichaltrigen ohne Behinderung getrennten Unterricht in Sonderschulen bzw. Förderschulen als stigmatisierend empfanden und sich den Zugang zu allgemeinen Schulen engagiert erkämpft haben.

Die Behindertenpädagogik hatte die Förderschulen in der Vergangenheit befürwortet. Seit geraumer Zeit weisen die Erkenntnisse der Bildungsforschung jedoch einen anderen Weg. Pädagoginnen und Pädagogen plädieren für „Inklusion“: Viele Schülerinnen und Schüler, die bisher in Sondereinrichtungen waren, würden besser gemeinsam mit den übrigen Kindern und Jugendlichen in den Klassen oder Gruppen der allgemeinen Schulen gefördert, da dies für alle Beteiligten positive Effekte habe. Die Anfänge eines solchen gemeinsamen Lernens gehen in NRW auf Beginn der achtziger Jahre zurück. So ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im Rahmen des „Gemeinsamen Unter-richts“ an der allgemeinen Schule mit anderen Kindern und Jugendlichen zusammen lernen, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Der hohe Anspruch, die hohe Professionalität und der hohe Standard, mit dem heute in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gefördert werden, sollen gewahrt bleiben.

Der Landtag spricht sich deshalb für einen ehrlichen Zeitplan bei der Realisierung von Inklusion aus. Eilige Maßnahmen, die Qualitätsanforderungen und Ressourcenfragen außer Acht lassen, sind nicht verantwortbar. Schulen müssen mit einer angemessenen Ausstattung in die Lage versetzt werden, alle Kinder in den Lern- und Erziehungsprozessen zu fördern.

Die weitere Entwicklung des komplexen Systems von Förderschulen und allgemeinen Schulen stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Das Fach- und Erfahrungswissen der sonderpädagogischen Lehrkräfte ist an gemeinsamen Lernorten unverzichtbar. Es geht um eine gemeinsame Unterrichtsentwicklung, die das einzelne Kind in den Mittelpunkt stellt. Das gilt für alle Kinder in der Lerngruppe. Wir setzen auf die Bereitschaft der Lehrkräfte der allgemeinen Schulen und der Förderschulen, sich für diesen Prozess zu öffnen.

Auf diesem Weg müssen sie mit geeigneten Maßnahmen und der notwendigen Fortbildung unterstützt und begleitet werden. Sowohl bei den Eltern von Kindern mit Behinderung wie auch bei den Eltern von Kindern ohne Behinderung ist Vertrauen auf eine gelingende Entwicklung hin zu einem inklusiven Schulsystem notwendig. Alle geplanten Maßnahmen sind immer auch unter dem Aspekt des Vertrauens in den verlässlichen Rahmen für den Inklusionsprozess zu bewerten.

So verschieden Menschen mit Behinderung sind, so vielfältig sind ihre Bedürfnisse. Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, bedeutet für uns in NRW, die Vielfalt der Lebensläufe, Möglichkeiten und Bedürfnisse in den Blick zu nehmen und im Rahmen des beabsichtigten Umsetzungsprozesses zu berücksichtigen. Dies schließt auch die Möglichkeit ein, dass Kinder mit Behinderungen in bestimmten Fällen auch weiterhin Förderschulen besuchen können.

Inklusiver Unterricht lässt sich nicht nach einem einheitlichen Muster und an jeder Schule gleichzeitig einrichten. Vielfältige Lösungen - auch unter Einbeziehung von Vorreiterschulen und dem Austausch in Netzwerken - müssen im Sinne der Eigenverantwortung von Schulen und Schulträgern regional unterschiedlich möglich sein.

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Geschrieben von Administrator am 23.04.2012 um 08:57:07


17.04.2012

Änderung der Schülerfahrkostenverordnung beendet Ungerechtigkeiten

Eintrag aus der Kategorie: Themen/Schülerfahrverkehr - ÖPNV

Pressemitteilung MSW 17.04.2012

Die Änderung der Schülerfahrkostenverordnung, die das Landeskabinett Anfang des Jahres auf den Weg gebracht hat, kann zum kommenden Schuljahr 2012/2013 umgesetzt werden. Künftig werden Schülerinnen und Schüler der Klasse zehn eines G8-Gymnasiums fahrkostenrechtlich genauso behandelt wie Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen in anderen Schulen der Sekundarstufe I. „Nach der Billigung durch das Kabinett ging der Entwurf zur Änderung der Schülerfahrkostenverordnung noch in die Verbändebeteiligung. Und auch hier wurde im Interesse der Schülerinnen und Schüler, ihrer Eltern und auch der Kommunen entschieden. Die Änderung ist damit beschlossene Sache. Mit ihr beenden wir die Ungerechtigkeiten der bestehenden Regelung“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann heute in Düsseldorf.

Die Ungleichbehandlung war bei der Einführung des achtjährigen Bildungsgangs am Gymnasium durch die Vorgängerregierung verursacht worden. Hier gehört die Klasse zehn bereits zur Sekundarstufe II (Oberstufe), während die Klasse zehn an den anderen Schulformen zur Sekundarstufe I gehört. Für Sekundarstufe I und Sekundarstufe II gelten unterschiedliche Regelungen. Einen Anspruch auf Übernahme der Schülerfahrkosten haben Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I ab einer Schulweglänge von 3,5 Kilometern, in der Sekundarstufe II ab fünf Kilometern. Den Kommunen wird für die entstehenden Mehrkosten ein finanzieller Ausgleich von etwa 6,5 Millionen Euro jährlich gewährt.

Geschrieben von Administrator am 17.04.2012 um 04:24:43


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