Individualisierung der Lernprozesse berücksichtigen
Pressemitteilung VBE NRW 02.02.2012
Im Sinne der eigenverantwortlichen Schule bewertet Udo Beckmann, Landesvorsitzender Verband Bildung und Erziehung, die Änderung der Ausbildungsordnung für die Grundschule, die gestern vom Schulausschuss auf den Weg gebracht worden ist, als positiv. „Der VBE begrüßt es, dass künftig bis einschließlich der 3. Klasse auf Ziffernoten in den Zeugnissen verzichtet werden kann. Denn eine schematische Leistungsbewertung mit Noten widerspricht eindeutig der pädagogischen Arbeit und den didaktischen Konzepten in der Grundschule.“
Die Arbeit der Schülerinnen und Schüler mit individuellen Arbeits- bzw. Förderplänen, das Beobachten der Lernentwicklungen sowie die dafür jeweils individuell notwendigen Anstrengungen könnten durch beschreibende Aussagen wesentlich treffender als durch Ziffernoten dokumentiert werden. Aus diesem Grund befürworte es der VBE, dass die Schulkonferenz nun selbst entscheiden kann, ob das Versetzungszeugnis am Ende der zweiten Klasse und die Zeugnisse in der dritten Klasse zusätzlich zur Leistungsbeschreibung in Berichtsform auch Noten enthalten sollen.
„So kann landesweit mehr Chancengerechtigkeit und eine größere Vergleichbarkeit gewährleistet werden“, betont der VBE-Vorsitzende.
Beckmann abschließend: „Es wäre nur konsequent, auch in Klasse 4 auf Noten bei der Leistungsbewertung und in den Zeugnissen zu verzichten. Alles andere würde einen pädagogischen Bruch bedeuten.“
Geschrieben von Administrator am 02.02.2012 um 12:28:10
Pressemitteilung MSW 01.02.2012
Der Schulausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag hat heute eine Änderung der Ausbildungsordnung für die Grundschule auf den Weg gebracht. Künftig soll die Schulkonferenz als oberstes Mitwirkungsgremium wieder darüber entscheiden können, ob das Versetzungszeugnis am Ende der zweiten Klasse und die Zeugnisse in der dritten Klasse zusätzlich zur Leistungsbeschreibung in Berichtsform auch Noten enthalten sollen.
Voraussetzung für einen entsprechenden Beschluss der Schulkonferenz ist ein von der Schule erarbeitetes alternatives Konzept zur Leistungsrückmeldung ohne Noten, das mit den Eltern abgestimmt ist. Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Damit erhalten Schulen – wenn sie es wollen - wieder die Möglichkeit, über Jahre erprobte und bewährte pädagogische Konzepte zur Leistungsbewertung ohne Noten einzusetzen. Wir verankern die Entscheidungskompetenz nun vor Ort, das folgt dem Leitgedanken einer selbstständigen Schule.“
Die Änderung der Ausbildungsordnung trägt den Erkenntnissen aus dem von der Vorgängerregierung durchgeführten Schulversuch „Leistungsbewertung ohne Ziffernzeugnisse“ (LUZI) an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen Rechnung und ermöglicht die landesweite Übertragung in die Praxis. LUZI hatte vier Grundschulen (Wartburg-Schule in Münster als Trägerin des Deutschen Schulpreises, Paul-Schneider Schule in Münster, Rosenmaarschule in Köln, Arnold-von-Wied Schule in Bonn) ermöglicht, auf Noten in Zeugnissen bis einschließlich Klasse 3 zu verzichten und stattdessen fundierte und differenzierte pädagogische Leistungsbewertungen zu geben.
Geschrieben von Administrator am 01.02.2012 um 06:08:37
Pressemeldung VBE-NRW 11.12.09
Zu Beginn des laufenden Schuljahres sind die ersten Kinder eingeschult worden, die den Sprachfeststellungstest Delfin 4 absolviert haben. Der VBE hat dies zum Anlass genommen, um unter den Klassenlehrerinnen und -lehrern der 1. Jahrgänge eine Umfrage zur Wirkung der Sprachförderung durchzuführen.
Insgesamt waren 1.761 Fragebögen auswertbar, das ist etwa ein Drittel der Klassenlehrerinnen der 1. Jahrgänge in NRW. 64,5% geben an, dass nicht alle Kinder „vom ersten Schultag an die Unterrichtssprache Deutsch altersgemäß beherrschen“. Das hatten die an den Sprachstandsfeststellungen beteiligten Ministerien (MSW und MGFFI) als Ziel der zusätzlichen Sprachförderung formuliert.
1.600 Lehrerinnen und Lehrer gaben an, Kinder mit nicht deutscher Herkunftssprache zu unterrichten. Hiervon stellen 51,4% keine Verbesserungen im Vergleich zu den vorherigen Jahrgängen fest, die keine Sprachförderung erhalten haben. Bei den Kindern mit deutscher Herkunftssprache geben 77,1% an, keine Verbesserungen im Vergleich zu den Jahrgängen ohne Sprachförderung feststellen zu können.
„Für den VBE ist das ein Zeichen dafür, dass die versprochene Sprachförderung bei den Kindern nicht in ausreichendem Maß ankommt“, kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann diese Umfrageergebnisse. „Wir halten es für erforderlich, die Wirksamkeit der Sprachförderung wissenschaftlich zu überprüfen, um Verbesserungen in die Wege leiten zu können.“
Das Land stellt den Kindertageseinrichtungen pro Kind mit Sprachförderbedarf 340 Euro im Jahr zusätzlich zur Verfügung. Gleichzeitig wurden aber in der Folge des Kinderbildungsgesetzes z. T. erhebliche Stellenkürzungen vorgenommen.
„Wenn die Kindertageseinrichtung dann zwar Material für die Sprachförderung kaufen kann, aber nicht ausreichend Personal dafür zur Verfügung hat, hilft das den Kindern nicht“, so Beckmann.
Geschrieben von Administrator am 11.12.2009 um 04:12:55