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Eintrag vom:
21.02.2016

Neuausrichtung OGS in Bonn - Schulgruppe Grundschule schreibt Brief an OB Sridharan

Die Schulgruppe Grundschule der Stadtschulpflegschaft mit dem Vorsitzenden Hans-Peter Jagusch hat einen Brief an den OB Sridharan geschrieben. In diesem Brief fordert die Schulgruppe sich für die finanzielle Variante I zu entscheiden , welche die Forderungen aus dem neuen Konzept umsetzt.
diesem Brief fordert die Schulgruppe sich für die finanzielle Variante I zu entscheiden , welche die Forderungen aus dem neuen Konzept umsetzt.
Am 25. Februar 2016 steht die Ratssitzung an, auf der die Entscheidung zum künftigen Finanzierungskonzept der OGS beschlossen werden soll.

Die entsprechenden Dokumente aus dem Schulausschuss finden Sie hier:
Beschlussvorlage :    Download Beschlussvorlage
Leifaden für eine kindgerechte Offene Ganztagsschule sowie Anhänge     Download Leitfaden
Hier eine Übersicht der verschiedenen Varianten (aus Anhamg fom Leitfaden)

Brief an OB Sridharan

Wir, die Mitglieder der Stadtschulpflegschaft / Gruppe Grundschulen, möchten zur Neuausrichtung der OGS in Bonn Stellung nehmen. Als Elterngremium der Bonner Schulen sehen wir die OGS als integralen, nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Bonner Schullandschaft an. Sie stellt nicht nur eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar, sondern eröffnet und leistet daneben einen starken integrativen Dienst.

Seitens der Politik wird im Kontext der Flüchtlinge zu Recht beim Stichwort Integration von der tatsächlich größten Herausforderung gesprochen. Es gilt, insbesondere die Kinder möglichst schnell in den hiesigen Alltag, die Sprache und die Gemeinschaft zu integrieren. Die OGS ist auch unter diesen Gesichtspunkten nicht einzuschränken, eher weiter auszubauen.

OGS dient zum einen der professionellen und kindgerechten Betreuung der Schulkinder. Gleichzeitig ist der im Vergleich zum Vorgängermodell (Hort) bereits deutlich veränderte OGS-Ansatz unverzichtbar, um die propagierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen.

In Politik und Gesellschaft wird regelmäßig hervorgehoben, wie wichtig die Möglichkeit der Berufstätigkeit der Eltern zu betrachten ist. Durch eine Kürzung der Betreuungszeiten werden die Möglichkeiten hier beschnitten; in die Dauer der Betreuung müssen auch die Wegezeiten der Eltern eingerechnet werden und die verbleibende Zeit auch aus Arbeitgebersicht „lohnenswert“ sein.

Im vergangenen Jahr wurde in gemeinsamer Arbeit zwischen Verwaltung, Trägern, Schulvertretern und Eltern der „Leitfaden für eine kindgerechte Offene Ganztagsschule“ erarbeitet, der von allen Seiten großen Zuspruch erfährt. Dieser wird von uns ausdrücklich befürwortet und weckt berechtigte Erwartungen an Qualität und Umfang der OGS-Betreuung. Leider wird dieser Meilenstein durch das von der Stadt angestrebte Votum für eine völlig unzulängliche Finanzierungsvariante blockiert! Alle Beteiligten, auch die Verwaltung, befürworten ausdrücklich diese Leistungsbeschreibung für die OGS in Bonn. Jetzt sollte alles dafür getan werden, damit den Worten auch Taten folgen! Es wurden hier Erwartungen geweckt, deren Umsetzung durch die Empfehlung der Stadt für die Variante 3a extrem gefährdet ist.

Alle Varianten bleiben weit hinter dem von allen Beteiligten entwickelten Leitfaden zurück. Lediglich eine der nun zum Beschluss stehenden Varianten deckt unserer Auffassung nach das absolute Mindestmaß an Qualität ab.

Aufgrund der weitreichenden Folgen der Entscheidung für Kinder und Eltern auf der einen, für die Träger und Schulen auf der anderen Seite, kommt für uns als stimmberechtigtes Gremium im städtischen Schulausschuss aus folgenden Gründen ausschließlich die Variante 1 in Frage:
25 Stunden sind für berufstätige Eltern die einzige Möglichkeit, um eine qualifizierte Betreuung der Kinder sicherzustellen. Jede Reduktion der Stundenzahl führt zudem zu einem Verlust an Attraktivität für das OGS-Fachpersonal.
Personalführung, fachliche Leitung, Kommunikationsprozesse, Konzeptarbeit, Elterngespräche, Organisation der Vernetzung mit der Schule, etc. erfordern einen hohen Arbeitsaufwand. Die freigestellte pädagogische Leitung ist für die Organisation des Betreuungsbetriebes zwingend notwendig, ohne dass dieser Aufwand zu Lasten der Kinder geht.
Eine Betreuung von mindestens zwei Kräften auf 25 Kinder, davon eine Fachkraft, ist unerlässlich, um eine positive Beziehungsarbeit zum Wohle des Kindes zu ermöglichen: Ansonsten kann eine beständige Personalplanung sowohl während des laufenden Schulbetriebes als auch in den schulfreien Zeiten nicht sichergestellt werden.
Zur Sicherstellung der individuellen Förderung der Kinder auch außerhalb der Schulzeiten sind die Zeiten für Vernetzung von Schule/OGS und Sozialraum zwingend erforderlich, insbesondere hinsichtlich der Umsetzung von Integration und Inklusion.
Um den Kindern nicht die Chance auf einen gemeinsamen Urlaub mit beiden Eltern zu nehmen, ist eine sechswöchige Betreuung in den Ferien unerlässlich, zumal die Ferienzeiten im Jahr mehr als zwölf Wochen betragen. Zudem ist eine Ferienbetreuung im vertrauten Umfeld mit Schulfreunden und bekannten Bezugspersonen für die emotionale Kindesentwicklung äußerst wichtig.
Eine 2,5%ige jährliche Dynamisierung nimmt Trägern, Eltern und Verwaltung die Unsicherheit hinsichtlich der OGS-Finanzierung in den kommenden Jahren.

Alle anderen Varianten 2 und 3 sind für uns unter anderem aus folgenden Gründen indiskutabel:
Eine Betreuungszeit von 22,5 Stunden führt bei der angestrebten Betreuung bis 16:30 Uhr zu einem Verlust in der Verzahnung zwischen Schule und Ganztag: Hausaufgabenbetreuung, Förder- und Förderunterricht werden zugunsten der „Pausenaufsicht“ reduziert.
Die Kosten für die Ferienbetreuung dürfen nicht so gestaltet werden, dass ein Abschreckungseffekt für die Eltern eintritt. Sobald Eltern die Ferienbetreuung nicht mehr in Anspruch nehmen, würde der geringere Anteil von Kindern in der Ferienbetreuung unmittelbar zu einer weiteren Reduzierung der Arbeitsstunden für die Erzieher führen. Dadurch würde sich die Betreuungssituation sehr schnell weiter verschlechtern!
Die Dynamisierung von 1,5 % bildet nicht die durchschnittliche Gehaltsentwicklung im TVÖD der letzten Jahre ab. Das angestrebte Ziel, die Finanzierung der OGS für die nächsten zehn Jahre sicher zu stellen, kann so nicht erreicht werden.
Es wird versucht, eine „Scheinqualität“ umzusetzen, was aber auf Kosten der Ferienbetreuung geht und den Eltern weitere finanzielle Belastungen aufbürdet. Die Kosten für die Eltern wurden im vergangenen Jahr durch die Anhebung des Elternanteils und die anteiligen Feriengebühren schon erhöht. Auch das Land NRW hat seinen Anteil ausgebaut und dynamisiert.
Bei einer Entscheidung zu einer der anderen Varianten (insbesondere Variante 3 / 3a), sehen wir den Fortbestand der OGS als stark gefährdet an.

Aus allen oben genannten Gründen appellieren wir an Sie, die Variante 1 zu beschließen.

Wir bitten darum, die von Einsparungen getriebenen Varianten zu verwerfen und sich im Sinne unserer Kinder für das absolut notwendige Mindestmaß an Qualität zu entscheiden.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Jagusch
Vorsitzender der Schulgruppe Grundschulen in der Stadtschulpflegschaft Bonn

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Geschrieben von um am 21.02.2016


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