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Pressemitteilung des Grundschulverbandes zum Thema Kopfnoten

„Persönlichkeit passt in keine Note“ titelte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) – und in der Tat: Zum Ende des Schuljahres bleiben die als „Kopfnoten“ bekannten Beurteilungen des „Arbeits- und Sozialverhaltens” in vielen Bundesländern ein Ärgernis.
Dr. Horst Bartnitzky, der Vorsitzende des Grundschulverbandes stellt fest: „Die Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz gehört zur Erfolgsbilanz moderner Grundschulpädagogik. Soziale Kompetenzen in der Schule zu fördern erfordert, Kinder als eigenständige Persönlichkeiten zu respektieren. Die Förderung sozialer Kompetenzen in der Klasse ist ein gemeinsamer Entwicklungsweg aller Beteiligten und mit Noten nicht zu erfassen.“
In Nordrhein-Westfalen übrigens lehnen die katholische und evangelische Kirche die vom Schulministerium standardisierten Ziffernnoten zum Arbeits- und Sozialverhalten ab, weil es nicht mit dem christlichen Menschenbild vereinbar sei, „Persönlichkeit in Schulnoten zu messen“.

In neun Bundesländern erhalten Grundschulkinder auf ihren Zeugnissen neben den Fächernoten auch Noten zum Arbeits- und Sozialverhalten - die sogenannten „Kopfnoten“:
In sieben Ländern sind sie Pflicht – in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt.
In zwei Ländern können sie erteilt werden – in Niedersachsen und Hessen.
(siehe Anlage 2:Länderübersicht).

Der Grundschulverband stellt dazu fest:
Kopfnoten schädigen die Entwicklung der Kinder,
weil Kinder in der Grundschulzeit erst dabei sind, ihr Arbeits- und Sozialverhalten in der Situation Schule zu entwickeln und nicht an jedes Kind derselbe Maßstab angelegt werden kann.
Kopfnoten verfestigen ungünstige Entwicklungen der Kinder,
weil Kinder in diesem Alter auch negative Bewertungen in ihr Selbstbild übernehmen.
Kopfnoten geben falsche Auskünfte,
weil sich Kinder in verschiedenen Situationen und in verschiedenen Fächern oft unterschiedlich verhalten und dies nicht zu einer Note zusammengefasst werden kann.

Der Grundschulverband fordert die neun Länder auf, auf Kopfnoten grundsätzlich zu verzichten und sie durch pädagogisch angemessene Rückmeldungen zu ersetzen.
Pädagogisch angemessene Rückmeldungen

Frankfurt/M, den 17.06.2009
gez. Dr. Horst Bartnitzky, Vorsitzender

Anlagen:

  1. Wie Kinder ihr Verhalten entwickeln: 3 pädagogische Grundsätze [pdf 30KB]
  2. Länderübersicht: Kopfnoten und die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens in Grundschulzeugnissen [pdf 36KB]
  3. Pressemitteilung als PDF [pdf 31KB]


Grundschulverband e.V.
Niddastraße 52, 60329 Frankfurt/Main
Tel. 069-776006   Fax. 069-7074780
www.grundschulverband.de

 

Geschrieben von Administrator am 28/06 um 02:31:37

 

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