Stadtschulpflegschaft Bonn

| Zum Hauptmenu.
| Zur Metanavigation.
| Direkt zum Inhalt.


 
Suche    Erweiterte Suche  

Gruppe Gymnasium

Partner

Eine Initiative der Schulelternschaft der Bundesstadt
Logo der Stadt Bonn

Mitglied der Landeselternkonferenz NRW
Logo Landeselternkonferenz Nordrhein-Westfahlen

Stadtschulpflegschaft Bonn auf Facebook



Eintrag vom:
01.02.2017

Kein zurück zu G9 auf Kosten anderer Schulformen

Es darf kein Zurück zu G9 auf Kosten anderer Schulformen geben – eine Reduzierung der Wochenstunden von 188 auf 180 um „kostenneutral“ G9 einzuführen, raubt in Wahrheit Bildungschancen.
Dies ist eine gemeinsame Positionierung der Stadtschulpflegschaft Bonn, der Elternschaft Duisburger Schulen - EDuS und der Stadtschulpflegschaft Köln.
Seit der Einführung von G8 an Gymnasien steht diese Schulzeitverkürzung in der Kritik. Ein wesentlicher Diskussionspunkt ist die höhere zeitliche Belastung der Schüler*innen und die Auswirkungen.

Diese und weitere Kritikpunkte wurden von der Initiative G9-Jetzt aufgenommen und ein Volksbegehren gestartet. Begründet wird das Anliegen wie folgt:
„Wir fordern, dass Eltern und Kindern die Wahlfreiheit gegeben wird, an einem Gymnasium in ihrer Nähe das Abitur nach Klasse 13 ohne Pflicht zum Nachmittagsunterricht zu erreichen.“ (Homepage G9-Jetzt-nrw.de de Initiative)
Folgerichtig wird in dem Begehren gefordert, dass die Sek I wieder die Klassen 5 – 10 an Gymnasien umfasst!

Darüber hinaus fordert das Begehren, den Pflichtunterricht in allen Schulformensoll in der Sekundarstufe I (Klassenstufen 5-10) auf maximal 180 Jahreswochenstunden, und den Pflichtunterricht in der Sekundarstufe II (Stufen 11-13) auf maximal 90 Jahreswochenstunden zu begrenzen.
Die 180 Jahreswochenstunden werden in der Sek I auf 6 Schuljahre verteilt (rechnerisch 180/6=30 pro Woche) und die 90 Jahreswochenstunden in der Sek II auf 3 Schuljahre (rechnerisch 90/3=30 pro Woche).

Doch was hat diese Forderung für Konsequenzen?
Es geht hier nicht mehr um die Schulform Gymnasium, sondern die Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen wären ebenfalls davon betroffen, also das gesamte Sek I Schulsystem.
An den Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen werden zur Zeit 188 Jahreswochenstunden Unterricht erteilt. Die Reduzierung auf 180 Stunden bedeutet:

1) eine Kürzung des Unterrichts um 8 Stunden und somit eine Kürzung von Lehrerstellen
2) Ganztagsunterricht ist nicht mehr zulässig.

Innerhalb dieser Forderung versteckt sich daher eine Abschaffung des Ganztagsunterrichts und Reduzierung von Lehrerstellen in den Haupt-, Real-, Sekundar-  und Gesamtschulen.

In der Begründung zu dem Volksbegehren wird formuliert:
Kostenabschätzung: Dieses Gesetz verursacht keine Kosten – im Gegenteil, durch den Wegfall der höheren Stundenzahlen entstehen Einsparungseffekte.“

Die Reduzierung der Jahreswochenstunden um 8 Stunden wird aber auch gravierende Auswirkungen für die Schüler*Innen haben.
Von der Kürzung sind nur die Ergänzungsstunden betroffen, nicht die Kernstunden. Die Ergänzungsstunden werden unter anderem zur individuellen Förderung und zur beruflichen Orientierung der Schüler*innen verwendet, sowie zur Umsetzung von schulischen Schwerpunkten.


Die Ergänzungsstunden sind wichtig, um auf die Herausforderungen einer veränderten Gesellschaft reagieren zu können:

Vielschichtige Familienverhältnisse
An allen Schulformen gibt es immer mehr Familien, in denen
- beide Elternteile berufstätig sind
- Elternteile allein erziehen
- Eltern aus bildungsfernen Schichten abstammen
- Schüler*innen aus sozial-schwachen Familien kommen
- Schüler*innen zunehmend einen Migrationshintergrund haben
Für diese Schüler*innen wird Schule zum Lebensraum und Schuljahre werden zu Lebensjahren.

Wer diesen Schüler*innen die Chancen auf eine erfolgreiche Schullaufbahn und damit eine Perspektive für das spätere Leben ermöglichen will, muss sich für eine in den Schulalttag integrierte Förderung einsetzen.
Unter dieser Prämisse kann die Forderung nach einer Reduzierung der Jahresstundenwochen nur als unsozial und unsolidarisch betrachtet werden.

Die Forderung nach einer verpflichtenden Festsetzung von Jahreswochenstunden lehnen die Stadtschulpflegschaften Bonn, Duisburg und Köln ab. Da aber nicht einzelne Teile des Begehrens abgelehnt werden können, fordert die Stadtschulpflegschaften die Bürger auf, dieses Begehren nicht zu unterschreiben.

Alle Parteien in NRW haben sich für eine Wiedereinführung von G9 in verschiedenen ausformulierten Modellen ausgesprochen. Diese Modelle reichen von der Festlegung von einzelnen Gymnasien auf G8 oder G9 oder zu integrierten Formen, in denen innerhalb eines Gymnasiums G8 oder G9 ermöglicht wird. Diese Modell zu diskutieren und zu hinterfragen.
Fakt ist, der Weg geht wieder zu G9.
Dazu brauchen wir dieses Begehren nicht.

Lesen Sie hierzu eine ausführliche Präsentation GegendasG9JetztVolksbegehren-2017-02-01.pdf

Geschrieben von um am 01.02.2017


Eintrag vom:
17.05.2015

Schulministerium setzt Empfehlungen des Runden Tisches um

Schulausschuss beschließt Entlastungen für G8
Der Schulausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag hat Maßnahmen zur Entlastung von Schülerinnen und Schülern im verkürzten achtjährigen Bildungsgang am Gymnasium verabschiedet. Schulministerin Sylvia Löhrmann dankte den Ausschussmitgliedern für die engagierte Debatte: „Der Schulausschuss hat heute den Weg für die Umsetzung wesentlicher Empfehlungen des Runden Tisches frei gemacht. Damit ist der Grundstein gelegt, dass die Entlastungen im achtjährigen Bildungsgang für die Schülerinnen und Schüler ab dem kommenden Schuljahr 2015/16 greifen können. Die Gymnasien haben Planungssicherheit und können sich an dem nun gesteckten Rahmen orientieren und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln.“ Für die Weiterentwicklung des achtjährigen Bildungsgangs war eine Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Sekundarstufe I (APO-SI) notwendig geworden. Nach der Beteiligung der Verbände und der Gymnasien wurden im Konsens mit den Beteiligten des Runden Tisches die Rückmeldungen weitestgehend berücksichtigt und in die Endfassung eingearbeitet. Nun hat der Schulausschuss der entsprechenden Verordnung zur Änderung der APO-SI zugestimmt.

Die Änderung der APO-SI beinhaltet im Wesentlichen:

  • eine Neuausrichtung der Ergänzungsstunden: Alle Ergänzungsstunden dienen ausschließlich der individuellen Förderung, fünf der insgesamt 12 Ergänzungsstunden sind nicht für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend;
  • eine Lockerung der Fächerbindung in Klasse 9: In der Klasse 9 müssen derzeit alle natur- und alle gesellschaftswissenschaftlichen Fächer unterrichtet werden, um eine Wahlentscheidung für die Oberstufe zu erleichtern. Diese Fächerbindung wird aufgehoben werden, ohne den Stundenumfang insgesamt zu vermindern;
  • eine intensivere Beratung der Schülerinnen und Schüler während der gesamten Schullaufbahn: Informations- und Beratungspflichten sind fortan bereits in den Klassen 5 bis 8 gegeben. Damit wird die Schullaufbahnberatung auch im Anschluss an die Erprobungsstufe intensiviert. Für die Klassen 9 und 10 wird der Informationsauftrag präzisiert;
  • eingeführt wird außerdem die Möglichkeit, eine Nachprüfung zum Erwerb eines dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschlusses nach Klasse 9 am Gymnasium abzulegen.

Die jetzt vorliegende Änderung der APO-SI ist einer von mehreren Schritten, um die Empfehlungen des Runden Tisches zu G8/G9 umzusetzen. Weitere Entlastungen ergeben sich durch den Erlass „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, 5-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemein bildenden Schulen“, der ebenfalls zum Schuljahr 2015/16 in Kraft treten soll. Er sieht folgende Änderungen vor:

  • Die Hausaufgaben werden begrenzt. Künftig sollen Tage mit Nachmittagsunterricht grundsätzlich hausaufgabenfrei sein. Auch der Umfang der Hausaufgaben wird begrenzt. Sie sollen, bezogen auf den einzelnen Tag, in folgenden Arbeitszeiten erledigt werden können: für die Klassen 5-7 in 60 Minuten; für die Klassen 8 bis 10 in 75 Minuten. An Ganztagsschulen sollen Hausaufgaben künftig so in das Ganztagskonzept integriert werden, dass es möglichst keine schriftlichen Aufgaben mehr gibt, die zuhause erledigt werden müssen.
  • Der Nachmittagsunterricht wird für Schulen, die nicht gebundene Ganztagsschulen sind, begrenzt. In den Klassen 5 bis 7 ist verpflichtender Nachmittagsunterricht künftig grundsätzlich nur noch an höchstens einem Nachmittag, in den Klassen 8 und 9 an höchstens zwei Nachmittagen zulässig.
  • Die wöchentliche Zahl von Klassenarbeiten wird begrenzt. In der Sekundarstufe I dürfen künftig nicht mehr als zwei Klassenarbeiten in einer Woche geschrieben werden. Pro Tag darf nur noch eine schriftliche Klassenarbeit geschrieben oder eine mündliche Leistungsprüfung in modernen Fremdsprachen durchgeführt werden. An Tagen, an denen Klassenarbeiten geschrieben werden, sind schriftliche Tests in anderen Fächern nicht mehr zulässig.


Darüber hinaus soll es auch Entlastungen für Schülerinnen und Schüler in der gymnasialen Oberstufe durch neue Verwaltungsvorschriften zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO-GOSt) geben. Vorgesehen ist, dass die Vertiefungskurse zur individuellen Förderung genutzt werden sollen, so dass auch hier Lernzeiten in den Unterricht integriert werden können.

Schulministerin Löhrmann erklärte: „Die Maßnahmen, die den gemeinsam getroffenen Empfehlungen des Runden Tisches entsprechen, sind in der Verbändebeteiligung überwiegend begrüßt worden. Wir haben in vielen Gesprächen von den Verbänden und auch aus den Schulen viele wichtige Hinweise und hilfreiche Änderungsvorschlage erhalten. Diese haben wir im Konsens mit unseren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern am Runden Tisch berücksichtigt. Ich danke allen für diesen intensiven und konstruktiven Arbeitsprozess.“

Der Runde Tisch hat am 3. November 2014 zehn Empfehlungen für eine verbindliche Weiterentwicklung des achtjährigen Bildungsgangs ausgesprochen, anstatt strukturelle Veränderungen zu empfehlen. (Die Empfehlungen sind unter folgender Adresse zu finden: www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulpolitik/G8/Empfehlungen_Runder_Tisch_03_11_2014.pdf.) Am 18. Dezember hat der Landtag NRW auf der Basis eines Antrags der Regierungsfraktionen (Drucksache 16/7612) diese Linie bekräftigt und die Landesregierung aufgefordert, die notwendigen Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für das Schuljahr 2015/2016 vorzunehmen. Das Kabinett hat am 10. Februar 2015 zugestimmt, die APO-SI zu ändern und die Verbändebeteiligung zu beginnen.

Die geänderten Vorschriften werden zum Schuljahr 2015/2016 wirksam. Bereits für das laufende Schuljahr gelten die Änderungen zu den erweiterten Nachprüfungsmöglichkeiten in § 44 APO-S I. Alle Gymnasien beraten noch in diesem Schuljahr in ihren Schulkonferenzen die zehn Empfehlungen des Runden Tisches und setzen Schwerpunkte für ihre schulinterne Entwicklungsarbeit.

Geschrieben von um am 17.05.2015


Eintrag vom:
10.11.2014

Die zehn Empfehlungen des Runden Tischs zu G8

Empfehlungen des „Runden Tisches zu G8 / G9“ an die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen
Seit dem 5.Mai 2014 hatte die Schulministerien Sylvia LöhrmannVertreterinnen und Vertreter aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu einem erweiterten Runden Tisch zur Schulzeitverkürzung eingeladen. Angesichts der Diskussionen und Entwicklungen in anderen Bundesländern sollten sich alle Beteiligten ergebnisoffen über die Zukunft des achtjährigen Bildungsgangs an den Gymnasien austauschen und Vorschläge zum weiteren Vorgehen entwickeln. Der Runde Tisch hatte drei Arbeitsgruppen gebildet:
1. „Schulzeit – Freizeit. Ganztag und außerschulische Bildung im Zeichen von G8“
2. „Bisherige Handlungsfelder und weitere Entlastungsmöglichkeiten“
3. „Gesicherte Erkenntnisse als Basis für Grundsatzentscheidungen“
Die Arbeitsgruppen haben umfangreiche, vertiefende Empfehlungen erarbeitet, die beim Runden Tisch am 3. November 2014 im Schulministerium abschließend beraten wurden und breite Unterstützung erfahren haben. Obwohl einige Verbände unterschiedliche Auffassungen zu G8 oder weitergehende Reformvorstellungen haben, ist die übergroße Mehrheit gegen eine Rolle rückwärts zu G9 und stützt den aus zehn Empfehlungen bestehenden Optimierungsprozess. (aus Presseerklärung Schulministerium)

Kernpunkte der Vorschläge sind:

Nutzung der Ergänzungsstunden
Ergänzungsstunden dienen der individuellen Förderung und nicht, um den Unterrichtsumfang zu erhöhen. 5 Ergängzungsstunden müssen aber nicht von allen SuS belegt werden. Dadurch verringert sich die verpflichtende Unterrichtszeit in der Sekundarstufe I des Gymnasiums für viele Schülerinnen und Schüler auf 158 Wochenstunden – und damit in etwa auf dasselbe Stundenvolumen im Jahr wie in allen anderen Schulformen.
     
    Stundentafel SekI Sek II

Hausaufgaben begrenzen, Lernzeiten entwickeln.

Hausaufgaben dienen der individuellen Förderung.  Schülerinnen und Schüler an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht müssen keine Hausaufgaben machen.
(bisherige Regelung: Lehrkräfte geben keine Hausaufgaben für den Folgetag).
- Alle Schulen können Ergänzungsstunden als „Lernzeiten“ nutzen, um den Umfang von häuslichen Aufgaben zu reduzieren.
- Ganztagsschulen sorgen – abgesehen von Übungs- und Lektürezeiten –
grundsätzlich dafür, dass möglichst alle Hausaufgaben in „Lernzeiten“ integriert werden.


Zahl der Klassenarbeiten pro Woche stärker begrenzen
Die Zahl der Klassenarbeiten soll pro Woche auf zwei, in Ausnahmefällen drei begrenzt werden.

Nachmittagsunterricht
Verpflichtender Unterricht an Gymnasien ohne gebundenen Ganztag findet in
den Klassenstufen 5 bis 7 höchstens an einem Nachmittag pro Woche statt, in
den Klassen 8 und 9 an einem, höchstens aber an zwei Nachmittagen. Dabei
sollte eine schuleinheitliche Regelung angestrebt werden.

Fächerbindung in der Jahrgangsstufe 9 lockern
In der Klasse 9 müssen derzeit alle natur- und alle gesellschaftswissenschaftlichen
Fächer unterrichtet werden, um eine Wahlentscheidung für die Oberstufe zu erleichtern. Dadurch ist nicht nur die zeitliche Belastung von Schülerinnen und Schülern in dieser Jahrgangsstufe besonders hoch, sondern auch die Herausforderungen durch ein außerordentlich breites Fächerspektrum.
Schulen sollen demnächst nach Beschluss der Schulkonferenz die Fächerbindung in der Klasse 9 aufheben können. Somit müssen Biologie, Chemie und Physik nicht parallel unterrichtet werden, sondern es kann nur ein Fach jeweils für zwei bis drei Monate gegeben werden.
Die Gesamtstundenzahl der einzelnen Fächer für die Jahrgangstufe 7 - 9 darf aber nicht unterschritten werden.

Bestehende schulinterne Lehrpläne sollen erneut überprüft werden
Im Rahmen der laufenden Erarbeitungen schulinterner Lehrpläne für die gymnasiale
Oberstufe sollen auch die schulinternen Lehrpläne für die Sekundarstufe I überprüft bzw. ggf. neu erarbeitet werden. Insbesondere sollen Kürzungsmöglichkeiten in der Sekundarstufe I und Synergieeffekte genutzt werden.

Alle Empfehlungen des Runden Tisches zu G8 finden Sie hier. Empfehlungen_Runder_Tisch_03_11_2014.pdf

 

 

Geschrieben von um am 10.11.2014


Eintrag vom:
04.05.2014

Einsatz von Computer-Algebra-Systeme auf Tablets, Laptops und Computern künftig erlaubt

In Nordrhein-Westfalen werden erstmals im Zentralabitur 2017 Mathematikaufgaben gestellt, die den Einsatz von graphikfähigen Rechnern voraussetzen. Nach einem abschließenden Gespräch am Dienstagabend mit Akteuren, die diese Regelung vor Ort umsetzen müssen, hat das Schulministerium heute alle Schulen über den Einsatz möglicher technischer Hilfsmittel informiert. Dazu wurde der weiterhin gültige Erlass vom 27. Juni 2012 ergänzt. „Wir tragen der fortgeschrittenen technischen Entwicklung Rechnung und ermöglichen es Schulen, die bereits alternative Lösungen erarbeitet haben, diese rechtssicher umzusetzen“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann in Düsseldorf. Künftig können somit auch Computer-Algebra-Systeme auf Tablets, Laptops und Computern genutzt werden. An dem Gespräch beteiligt waren Schulleitungen, Elternvertreter und Lehrerverbände sowie Vertreterinnen und Vertreter des Schulministeriums.

Bislang waren Wissenschaftliche Taschenrechner das grundlegende Hilfsmittel im Mathematikunterricht der Oberstufe, die graphikfähigen Taschenrechner (GTR) oder die noch leistungsstärkeren Computer-Algebra-Systeme (CAS) konnten freiwillig eingesetzt werden. Ab dem Schuljahr 2014/15 sind die graphikfähigen Taschenrechner (GTR) verbindlich einzusetzen. Anders als Wissenschaftliche Taschenrechner ermöglichen diese, Graphen zu visualisieren und dienen realitätsnahen Anwendungen im Mathematikunterricht. Der Einsatz der noch leistungsfähigeren CAS-Geräte bleibt nach wie vor möglich.


Im Zuge des technischen Fortschritts und vor dem Hintergrund, dass einige Schulen alternative schulinterne Lösungen entwickelt haben, werden diese künftig ermöglicht. Voraussetzung für den Einsatz dieser Alternativen ist ein schulinternes Konzept, dem der Schulträger und die Schulkonferenz (bestehend aus Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern) zustimmen. Bedingung ist, dass erstens soziale Härten vermieden werden, also Eltern nicht zu einer höheren finanziellen Belastung verpflichtet werden können, als sie bei der Anschaffung eines GTR entstünde. Zweitens muss in Prüfungssituationen gewährleistet sein, dass die Prüfung auf schuleigenen Geräten erfolgt, die den Zugriff ausschließlich auf CAS-Software / oder -App ermöglicht, nicht jedoch auf andere Programme / Apps, eigene Dateien, das Internet oder Netzwerke jeglicher Art. Auch eine eventuell eingebaute Kamera muss deaktiviert sein. Der Gebrauch von Smartphones ist auch künftig in Prüfungssituationen nicht zugelassen.


Schulen, die aufgrund der veränderten Erlasslage noch einmal über die Anschaffung von graphikfähigen Taschenrechnern oder alternativen Geräten beraten wollen, haben dazu ausreichend Zeit, denn die Anschaffung ist auch noch im Laufe des ersten Schulhalbjahres 2014/15 möglich.


 

Geschrieben von um am 04.05.2014


Eintrag vom:
23.03.2014

Runder Tisch zu G8-Bildungsgang an Gymnasien Ministerin Löhrmann: Schulzeitverkürzung in NRW braucht

Runder Tisch zu G8-Bildungsgang an Gymnasien

Ministerin Löhrmann: Schulzeitverkürzung in NRW braucht weiterhin einen breiten Konsens

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Düsseldorf, 21. März 2014. Schulministerin Sylvia Löhrmann lädt Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Runden Tisch zur Schulzeitverkürzung ein. „Wir haben in Nordrhein-Westfalen 2010 einen breit getragenen Konsens über die Beibehaltung des G8 und die Optimierung der Schulzeitverkürzung erarbeitet. Angesichts der Entwicklungen in anderen Bundesländern möchte ich mich dieses Konsenses vergewissern und mit allen Beteiligten über die Umsetzung der vereinbarten Entlastungen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Zukunft des achtjährigen Bildungsgangs an den Gymnasien austauschen“, erklärte Ministerin Löhrmann.

Die Landesregierung hatte 2010 nach intensiven Gesprächen mit Lehrer- und Elternverbänden und der Landesschülervertretung Handlungsfelder zur Optimierung des G8-Bildungsgangs erarbeitet, die seither von den Gymnasien in NRW nach und nach umgesetzt werden. „Der Runde Tisch, zu dem ich nun auch die Fraktionen einlade, bietet die Gelegenheit, sich über den Stand der Umsetzung des Handlungsprogramms austauschen. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden wir weitere Entlastungsmöglichkeiten an den Gymnasien prüfen, denn Schülerinnen und Schüler brauchen auch Zeit für ihre außerschulischen Interessen und Aktivitäten“, betonte die Ministerin.

Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit war in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre ein Anliegen weitestgehend aller Parteien und gesellschaftlichen Gruppen. Die damalige Landesregierung von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beschloss 2004 im Konsens mit allen im Landtag vertretenen Parteien, den verkürzten Bildungsgang in NRW einzuführen. Geplant war allerdings eine Schulzeitverkürzung in der Sekundarstufe II. 2005 verlagerte die CDU/FDP-Landesregierung die Verkürzung der Schulzeit von der gymnasialen Oberstufe in die Sekundarstufe I. Durch die überhastete Einführung und fehlende Begleitmaßnahmen waren die Schulen auf die Umsetzung so gut wie gar nicht vorbereitet.

Bereits unmittelbar nach Regierungsantritt 2010 hatte die Landesregierung allen Gymnasien im Land die Teilnahme am Schulversuch „Abitur an Gymnasien nach 12 oder 13 Jahren“ angeboten. 13 Gymnasien nehmen seit Beginn des Schuljahres 2011/12 am Schulversuch teil und erproben, ob ein neuer neunjähriger Bildungsgang zu mehr Lernerfolg führt. Alle anderen Gymnasien in NRW haben sich dafür entschieden, G8 beizubehalten und die Umsetzung mit Unterstützung durch das Schulministerium weiter zu optimieren. Auch bei einer Anhörung im Landtag im Februar 2011 hat sich die überwiegende Mehrheit der Verbände für die Beibehaltung von G8 und für weitere Entlastungen bei der Umsetzung entschieden. (Das Protokoll der Anhörung finden Sie hier: http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument?Id=MMA15%2F110|1|2&Id=MMA15%2F110|3|30)

Die von der Landesregierung und den am damaligen Runden Tisch Beteiligten identifizierten Handlungsfelder zur Optimierung von G8 sind:

·      Das neue Gleichgewicht zwischen Hausaufgaben und Schulaufgaben

·      Die eigenverantwortliche Umsetzung der Kernlehrpläne

·      Die flexible Nutzung von Ergänzungsstunden zur individuellen Förderung

·      Die differenzierende Implementierung der zweiten Fremdsprache

·      Die Flexibilisierung der Schulorganisation

·      Die Weiterentwicklung von Ganztag und pädagogischer Übermittagbetreuung

·      Die nachhaltige Unterstützung und Qualifizierung der Lehrkräfte

·      Übergangsmanagement Sekundarstufe I – Sekundarstufe II

Ausführliche Informationen zu den Handlungsfeldern finden Sie unter: http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/g8/angebot-home/handlungsfelder-in-g8.html

Schulministerin Sylvia Löhrmann: „In Nordrhein-Westfalen gibt es eine vielfältige Schullandschaft, in der viele verschiedene Wege zum Abitur führen. Das unterscheidet NRW von anderen Bundesländern.“ Das Abitur kann in Nordrhein-Westfalen nach zwölf oder 13 Jahren erreicht werden. G8 gibt es an 614 Gymnasien. 281 Gesamtschulen, 84 Sekundarschulen mit ihren verbindlichen Oberstufenkooperationen, zwölf Gemeinschaftsschulen, 379 Berufskollegs und 13 Gymnasien bieten den Weg zum Abitur nach 13 Jahren.

Geschrieben von um am 23.03.2014


Seite 1 von 17 Seiten  1 2 3 >  Letzte »
  • © 2014 Stadtschulpflegschaft Bonn