Stadtschulpflegschaft Bonn

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Eintrag vom:
11.12.2012

Quo vadis G8

Im Zuge der Schulzeitverkürzung wird mit dem Ende des Schuljahres der Doppeljahrgang die Schulen verlassen und sich somit die Schülerzahlen an den Schulen um einen Jahrgang verringern. Der Logik der bisherigen Personalzuweisung an den weiterführenden Schulen folgend wird die Landesregierung angesichts eines komplett fehlenden Jahrgangs an den Gymnasien in NRW 5000 Lehrerstellen streichen.  Auch wenn Ministerin Löhrmann bei der Mitgliederversammlung der Landeselternschaft der Gymnasien versprochen hat, „dass der Personalüberhang am Gymnasium,  der durch die Entlassung des doppelten Abiturientenjahrgangs entsteht,  voraussichtlich bis zum Schuljahr 2014/15 mit 1.000 Stellen abgefedert“ werde, werden die Gymnasien Netto mit einem Stellenabbau von rund 4000 Stellen im kommenden Jahr konfrontiert.

Demgegenüber hat sich aber die Wochenstundenzahl bis zum Erreichen des Abiturs beim Wechsel von G9 auf G8 nicht geändert und liegt unverändert bei 265 Stunden. Aus Sicht der Eltern an den Bonner Gymnasien ist damit die geltende Schüler-Lehrer-Relation für die Gymnasien, die sich am G9-Bildungsgang orientiert, überholt und entspricht nicht der Personalanforderung an unseren Schulen. „Es muss der wirkliche Bedarf an Lehrern auf der Basis der zu erteilenden Sollstundenzahl im achtjährigen Bildungsgang ermittelt werden“, so Hartmut Dutz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft Bonn.

Fehlende Lehrerinnen und Lehrer sind in der Regel gleichbedeutend mit Unterrichtsausfall, eine allgemeingültige Erfahrung, die Eltern aller Schulformen täglich machen. Dies wiederum kann für die Gymnasien nur bedeuten, dass die für das Zentralabitur verbindlichen Inhalte nicht unterrichtet werden können. In Zeiten, in denen der Notendurchschnitt des Abiturs ganz entscheidend den Einstieg in die universitäre Ausbildung und damit die weitere berufliche Entwicklung der Kinder bestimmt, sind Stellenkürzungen in den Gymnasien eine unzumutbare und wenig nachhaltige Bildungspolitik.  Darüber hinaus ist der Schulalltag in den Gymnasien zunehmend durch Heterogenität geprägt. Die Anforderungen unter G8 haben zu einer Öffnung der Schere zwischen sehr guten und schwachen Schülerinnen und Schülern geführt. Aus Sicht der Eltern ergibt sich im Bereich der individuellen Förderung und Forderung ein erhöhter Bedarf, der den politischen Vorgaben folgend in Projekt- und Vertiefungskursen geleistet werden soll. Wie angesichts der voraussichtlichen Stellenkürzung der vorgesehene Stundenrahmen gerade in diesem Bereich abgedeckt werden soll, ist allen Beteiligten ein Rätsel.

Im Umkehrschluss bedeutet aber der Stellenabbau in den Regionen und Schulen, die vom demografischen Wandel nicht betroffen sind und hierzu zählt auch absehbar die Stadt Bonn, dass die Klassen- und Kursfrequenzen deutlich erhöht werden müssen. Die politisch beabsichtigte Absenkung der Klassen- und Kursfrequenzen sind damit unrealistisch und unglaubwürdig.  Dass die Sorge der Eltern nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt die Entwicklung an den Gymnasien, die die Schulzeitverkürzung freiwillig um ein Jahr vorgezogen und deren Schülerinnen und Schüler im doppelten Jahrgang sehr erfolgreich in diesem Sommer (2012) ihre Schullaufbahn mit dem Abitur abgeschlossen haben. Diese Schulen werden aktuell mit der beschriebenen Situation konfrontiert und suchen mit viel Eigeninitiative und Engagement nach Lösungen und Wegen ihren Schülerinnen und Schülern weiterhin einen guten Unterricht anzubieten.

Die Stadtschulpflegschaft Bonn hat sich in den vergangenen Jahren für die Schulzeitverkürzung als Chance zur Schulentwicklung in den Gymnasien eingesetzt, um allen Kindern auch in der schwierigen Übergansphase die Freude an der Schule und dem Lernen zu erhalten. „Schule neu denken“, das war und ist die Maxime der Bonner Elternvertreter für diesen Umbruch im Gymnasium lange bevor Frau Sommer dieses Ziel für sich vereinnahmte. Auch nach fast 8 Jahren ist das Vorhaben G8 noch nicht abgeschlossen und die Liste der offen Fragen und Problemen ist lang: hohe Klassenfrequenzen in der Sek I, verdichtete Inhalte, fehlende Zeit diese Inhalte zu vertiefen, nicht angepasste Curricula in der Oberstufe und die weiterhin hohe Stundenbelastung für alle sind nur die Spitze des Eisbergs. Leider müssen die Eltern jetzt feststellen, dass die Bildungspolitik die Gymnasien auf dem Weg der Schulentwicklung offenbar nicht mehr unterstützt und sich anderen Politikfeldern widmet. Die geplante Stellenkürzung ist aus Sicht der Eltern nur Ausdruck dieser Verschiebung der Schwerpunkte. Darum fordern die Bonner Elternvertreter jetzt in einem Schreiben an Schulministerin Löhrmann [pdf 93KB] den Erhalt der Stellen für ihre Gymnasien. „Die Schulzeitverkürzung hat große Veränderungen in den Gymnasien mit sich gebracht und wir sind noch weit von der Normalität der ehemaligen G9-Zeit entfernt. Die voraussehbare Stellenkürzung ist ein Rückschlag auf dem Weg zu eben dieser Normalität. Wie sollen wir unter diesen Bedingungen in den Schulgemeinden für ein inklusives Gymnasium werben, das unsere Kinder in acht Jahren erfolgreich zum Abitur führt?“,  so der Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft.

Geschrieben von Administrator am 11.12.2012


Eintrag vom:
28.11.2012

Turbo-Abi in der Reifeprüfung

Pressemeldung Spiegel - ONLINE 28.11.2012

Von Jonas Leppin und Oliver Trenkamp

Mehr Schulstress, viele Hausaufgaben, wenig Freizeit: Das Turbo-Abitur hat einen katastrophalen Ruf bei Schülern, Eltern, Lehrern. Einige Bundesländer rücken von der G-8-Reform schon wieder ab. Aber warum wurde ausgerechnet das angesehene Gymnasium zum Experimentierfeld?

Was passiert, wenn man für das Abitur ein Jahr weniger Zeit hat, sieht Udo Kromer an seiner Musical-AG. Der Schulleiter aus Pforzheim ist mit seinen Schülern gerade unterwegs nach Stuttgart, um sich ein Musiktheater-Stück anzuschauen. Der Ausflug findet allerdings in kleiner Runde statt. “Seit G8 haben wir in der AG ein Nachwuchsproblem”, sagt Kromer.

G8 steht für eine der am heftigsten umstrittenen Schulreformen der vergangenen Jahre: das achtjährige Gymnasium, das Abitur nach Klasse 12. Viele Schüler hätten für Aktivitäten außerhalb des Unterrichts keine Zeit mehr, sagt Kromer. Auch deshalb ist das Theodor-Heuss-Gymnasium wieder zum Abitur in neun Jahren zurückgekehrt. Es ist eines von 22 Gymnasien in Baden-Württemberg, das seit September an einem Modellversuch teilnimmt.

Auf der Homepage des Gymnasiums sind einige Probleme des G-8-Modells aufgelistet: die vielen Wochenstunden zum Beispiel oder der erschwerte Übergang von der Realschule zum Gymnasium. “Kinder brauchen Muße zum Lernen. Sie sollen sich entwickeln und nicht funktionieren”, sagt Kromer. Er glaubt an die Kraft der Entschleunigung. Kein Feind des G8, aber ein großer Freund des G9.

Gegen diese Philosophie stehen nun allerdings die Zahlen einer neuen Studie, die der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) verkündet hat: Demnach haben Turbo-Abiturienten aus der Hansestadt einen Vorsprung in Englisch, Mathe und Naturwissenschaften - sie schneiden bei Leistungstests besser ab als frühere Abiturienten, die ein Jahr mehr Zeit hatten. Ein klarer Erfolg der Schulzeitverkürzung, findet Rabe.

Das Wissen in der Breite fehlt, kritisieren Schulleiter

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Geschrieben von Administrator am 28.11.2012


Eintrag vom:
27.11.2012

Turbo-Abiturienten lernen besser

Pressemitteilung Spiegel-ONLINE 27.11.12

von Jan Friedmann

Was bringt das schnelle Abitur nach der 12. Klasse? Eine neue Studie zeigt: Hamburger Schüler schaffen nach acht Jahren Gymnasium bessere Leistungen als nach neun. Die Ergebnisse bestärken die Verfechter von G8 und stellen Versuche in Frage, die umstrittene Reform aufzuweichen.

Hamburg - Meist ist es keine angenehme Aufgabe, die Ergebnisse eines Bildungsvergleichs als Schulsenator von Hamburg vorzustellen. Der Behördenchef muss häufig erklären, warum Kinder und Jugendliche in der Hansestadt schlechter abschneiden als ihre Altersgenossen in Ländern wie Bayern oder Sachsen. So war die Hackordnung bei Pisa und entsprechend bildete Hamburg jüngst bei einer Grundschulstudie mit den beiden anderen Stadtstaaten Bremen und Berlin das Trio der Ahnungslosen.

Umso erfreulicher sind für Schulsenator Ties Rabe (SPD) die Zahlen, die er am Dienstag im Rathaus der Hansestadt präsentiert hat: Demnach bringen Hamburgs Abiturienten heute bessere Leistungen als noch vor sechs Jahren, obwohl das Gymnasium ein Jahr kürzer dauert und damit die Abiturienten im Schnitt ein Jahr jünger sind.

Die G-8-Gymnasiasten zeigten sich fitter in Englisch, in zwei Mathe-Tests und in der naturwissenschaftlichen Grundbildung - diese Kompetenzen wurden in der sogenannten Kess-Studie geprüft. Die Forscher setzten die Ergebnisse in Bezug zum Niveau, das Abiturienten sechs Jahre früher bei einem anderen Hamburger Test, der Lau-Studie (“Aspekte der Lernausgangslage und der Lernentwicklung”), nachgewiesen hatten. Diese Studie hatte Abiturienten ebenfalls in Englisch, Mathe und Naturwissenschaften getestet. Außerdem machten besonders die 500 besten Schülerinnen und Schüler 2011 im Vergleich zu 2005 einen Sprung. “Die Schulzeitverkürzung G8 am Gymnasium hat nicht geschadet, sondern zu diesem Erfolg beigetragen”, sagt Rabe.

Knapp 4000 Abiturienten nahmen an der Studie teil

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Geschrieben von Administrator am 27.11.2012


Eintrag vom:
27.11.2012

Qualitätsanalyse an Gymnasien von Januar bis Juli 2013 nur auf freiwilliger Basis

Pressemitteilung MSW 27.11.2012

Die Qualitätsanalyse an den Schulen in Nordrhein-Westfalen wird zwischen Januar und Juli 2013 an Gymnasien nur auf freiwilliger Basis durchgeführt. Das hat Schulministerin Sylvia Löhrmann entschieden. Hintergrund ist der doppelte Abiturjahrgang 2013. Die Ministerin anerkannte die besonderen Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schulleitungen an Gymnasien und erklärte: „Die Gymnasien in NRW führen im nächsten Jahr zwei Jahrgänge gleichzeitig zum Abitur. Das ist eine besondere Herausforderung, die von den Lehrerinnen und Lehrern angenommen und mit großem Einsatz umgesetzt wird. Damit sich die Schulen voll auf diese Aufgabe konzentrieren können, erfolgt die Qualitätsanalyse an den Gymnasien in der ersten Jahreshälfte nur auf freiwilliger Basis.“

Qualitätsanalysen, die für diesen Zeitraum bereits angekündigt wurden, können wie geplant durchgeführt werden, wenn dies von den Gymnasien gewünscht wird. Die Bezirksregierungen werden sich mit den Schulen in Verbindung setzen und klären, ob bereits vereinbarte Termine beibehalten oder auf den Beginn des Schuljahres 2013/14 verschoben werden sollen.

Ab dem Schuljahr 2013/2014 wird die Qualitätsanalyse wieder regulär durchgeführt. Ministerin Löhrmann: „Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung sind ein fester Bestandteil der schulischen Arbeit in Nordrhein-Westfalen. Selbst- und Fremdevaluation gehören unverzichtbar dazu. Alle Schulformen in NRW nehmen an der Qualitätsanalyse teil. Wir verschieben 2013 lediglich den Zeitpunkt der Fremdevaluation an den Gymnasien.“

Geschrieben von Administrator am 27.11.2012


Eintrag vom:
20.11.2012

Stärkungspakt für Gymnasien

Antrag der Fraktion der FDP im Landtag NRW 30.10.2012

Stärkungspakt für Gymnasien – Ganztagsorganisation an den weiterführenden Schu-len flexibilisieren und Kampagne für Ganztagsgymnasien starten.

I. Ausgangslage
Der Ganztag stellt für das nordrhein-westfälische Schulsystem eine zentrale Bereicherung dar. Eine Ganztagsorganisation leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig stellen die erweiterten Betreuungs- und Förderzeiten eine wesentliche Unterstützung dar, um die schulisch-fachliche Förderung zu stärken, eine veränderte Rhythmisierung zur Vertiefung der Unterrichtsinhalte zu ermöglichen, ein vielfältiges kulturelles, sportliches oder auch künstlerisches Angebot in die schulische Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen einzubinden und Kindern und Jugendlichen hierdurch neue Erfahrungen und den Erwerb neuer Kenntnisse und Fertigkeiten zu ermöglichen.

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Geschrieben von Administrator am 20.11.2012


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