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Eintrag vom:
01.02.2017

Kein zurück zu G9 auf Kosten anderer Schulformen

Es darf kein Zurück zu G9 auf Kosten anderer Schulformen geben – eine Reduzierung der Wochenstunden von 188 auf 180 um „kostenneutral“ G9 einzuführen, raubt in Wahrheit Bildungschancen.
Dies ist eine gemeinsame Positionierung der Stadtschulpflegschaft Bonn, der Elternschaft Duisburger Schulen - EDuS und der Stadtschulpflegschaft Köln.
Seit der Einführung von G8 an Gymnasien steht diese Schulzeitverkürzung in der Kritik. Ein wesentlicher Diskussionspunkt ist die höhere zeitliche Belastung der Schüler*innen und die Auswirkungen.

Diese und weitere Kritikpunkte wurden von der Initiative G9-Jetzt aufgenommen und ein Volksbegehren gestartet. Begründet wird das Anliegen wie folgt:
„Wir fordern, dass Eltern und Kindern die Wahlfreiheit gegeben wird, an einem Gymnasium in ihrer Nähe das Abitur nach Klasse 13 ohne Pflicht zum Nachmittagsunterricht zu erreichen.“ (Homepage G9-Jetzt-nrw.de de Initiative)
Folgerichtig wird in dem Begehren gefordert, dass die Sek I wieder die Klassen 5 – 10 an Gymnasien umfasst!

Darüber hinaus fordert das Begehren, den Pflichtunterricht in allen Schulformensoll in der Sekundarstufe I (Klassenstufen 5-10) auf maximal 180 Jahreswochenstunden, und den Pflichtunterricht in der Sekundarstufe II (Stufen 11-13) auf maximal 90 Jahreswochenstunden zu begrenzen.
Die 180 Jahreswochenstunden werden in der Sek I auf 6 Schuljahre verteilt (rechnerisch 180/6=30 pro Woche) und die 90 Jahreswochenstunden in der Sek II auf 3 Schuljahre (rechnerisch 90/3=30 pro Woche).

Doch was hat diese Forderung für Konsequenzen?
Es geht hier nicht mehr um die Schulform Gymnasium, sondern die Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen wären ebenfalls davon betroffen, also das gesamte Sek I Schulsystem.
An den Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen werden zur Zeit 188 Jahreswochenstunden Unterricht erteilt. Die Reduzierung auf 180 Stunden bedeutet:

1) eine Kürzung des Unterrichts um 8 Stunden und somit eine Kürzung von Lehrerstellen
2) Ganztagsunterricht ist nicht mehr zulässig.

Innerhalb dieser Forderung versteckt sich daher eine Abschaffung des Ganztagsunterrichts und Reduzierung von Lehrerstellen in den Haupt-, Real-, Sekundar-  und Gesamtschulen.

In der Begründung zu dem Volksbegehren wird formuliert:
Kostenabschätzung: Dieses Gesetz verursacht keine Kosten – im Gegenteil, durch den Wegfall der höheren Stundenzahlen entstehen Einsparungseffekte.“

Die Reduzierung der Jahreswochenstunden um 8 Stunden wird aber auch gravierende Auswirkungen für die Schüler*Innen haben.
Von der Kürzung sind nur die Ergänzungsstunden betroffen, nicht die Kernstunden. Die Ergänzungsstunden werden unter anderem zur individuellen Förderung und zur beruflichen Orientierung der Schüler*innen verwendet, sowie zur Umsetzung von schulischen Schwerpunkten.


Die Ergänzungsstunden sind wichtig, um auf die Herausforderungen einer veränderten Gesellschaft reagieren zu können:

Vielschichtige Familienverhältnisse
An allen Schulformen gibt es immer mehr Familien, in denen
- beide Elternteile berufstätig sind
- Elternteile allein erziehen
- Eltern aus bildungsfernen Schichten abstammen
- Schüler*innen aus sozial-schwachen Familien kommen
- Schüler*innen zunehmend einen Migrationshintergrund haben
Für diese Schüler*innen wird Schule zum Lebensraum und Schuljahre werden zu Lebensjahren.

Wer diesen Schüler*innen die Chancen auf eine erfolgreiche Schullaufbahn und damit eine Perspektive für das spätere Leben ermöglichen will, muss sich für eine in den Schulalttag integrierte Förderung einsetzen.
Unter dieser Prämisse kann die Forderung nach einer Reduzierung der Jahresstundenwochen nur als unsozial und unsolidarisch betrachtet werden.

Die Forderung nach einer verpflichtenden Festsetzung von Jahreswochenstunden lehnen die Stadtschulpflegschaften Bonn, Duisburg und Köln ab. Da aber nicht einzelne Teile des Begehrens abgelehnt werden können, fordert die Stadtschulpflegschaften die Bürger auf, dieses Begehren nicht zu unterschreiben.

Alle Parteien in NRW haben sich für eine Wiedereinführung von G9 in verschiedenen ausformulierten Modellen ausgesprochen. Diese Modelle reichen von der Festlegung von einzelnen Gymnasien auf G8 oder G9 oder zu integrierten Formen, in denen innerhalb eines Gymnasiums G8 oder G9 ermöglicht wird. Diese Modell zu diskutieren und zu hinterfragen.
Fakt ist, der Weg geht wieder zu G9.
Dazu brauchen wir dieses Begehren nicht.

Lesen Sie hierzu eine ausführliche Präsentation GegendasG9JetztVolksbegehren-2017-02-01.pdf

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Geschrieben von um am 01.02.2017


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