Auszug aus dem Wahlprogramm der CDU zur Landtagswahl 2010 Vollständiges Wahlprogramm
Unsere Politik der neuen Sicherheit will, dass jedes Kind die Chance auf Entfaltung, auf Bildung und auf Glück hat. Mehr Allgemeinbildung, eine individuellere Förderung und mehr soziale Durchlässigkeit – das sind die Prinzipien unserer großen Schulreform im Jahr 2006. Aber wir haben auch ein neues Lehrerausbildungsgesetz mit höherem Praxisanteil etabliert. Vor allem werden wir bis Ende 2010 über 8.000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen und damit den Unterrichtsausfall gegenüber Mai 2005 halbiert haben. Wir haben mehr Ganztagsschulen eingerichtet: Im Schuljahr 2004/2005 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 343.124 Ganztagsplätze. Im Schuljahr 2010/2011 sind es sind es 607.691 Ganztagsplätze. Im nächsten Schuljahr sind dann 33 Prozent der Schüler im Ganztag. Im Schuljahr 2004/2005 waren es hingegen nur 16,4 Prozent. Und wir haben die individuelle Förderung gestärkt, zum Beispiel durch Lernstudios und gezielte Programme für lernschwache Schülerinnen und Schüler. Die Erfolge können sich sehen lassen: Schon 314 Schulen in Nordrhein-Westfalen haben das bisher bundesweit einmalige Gütesiegel für individuelle Förderung in der schulischen Praxis erhalten. Wir haben 2009 den niedrigsten Stand an Sitzenbleibern seit Beginn der Erhebung erzielt. Und auch beim Abitur haben wir das beste Ergebnis seit dem Beginn der Aufzeichnung erreicht. Darauf können wir stolz sein.
In Zukunft werden wir die Anzahl der Ganztagsangebote stärker als bisher erhöhen, deren Betreuungsqualität und Verlässlichkeit weiter verbessern, insbesondere an Grund- und Hauptschulen. Das Ziel ist, dass bis zum Jahr 2015 mindestens 43 Prozent aller Schüler einen Ganztagsplatz in Anspruch nehmen können und dieses Angebot auch in den folgenden Jahren noch weiter ausgebaut wird. Wir wollen, dass die Klassen in Zukunft kleiner sind. Das gilt vor allem für die Grundschulen, denn hier wird die Grundlage für den weiteren Bildungs- und Berufserfolg gelegt. Wir werden außerdem die Hauptschulen weiter verstärkt durch den Ausbau der „Qualitätsoffensive Hauptschule“ fördern und mit den erfolgreichen Verbundschulen und Teilstandortlösungen für den Erhalt eines ortsnahen Schulangebots sorgen.
Von großer Bedeutung ist auch die Reform der Lehrerausbildung. Kaum ein Beruf ist so wichtig für unsere Zukunft wie der des Lehrers. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Beruf wieder die öffentliche Anerkennung bekommt, die er verdient. Wir wollen mehr junge Menschen dafür begeistern, Lehrer zu werden. Wir wollen erreichen, dass auch mehr Männer den Beruf des Grundschullehrers oder des Erziehers in den Kindertagesstätten ergreifen. Wie das gehen kann, zeigt ein von der Wirtschaft und der Landesregierung gemeinsam getragenes Programm, bei dem besonders begabte Hochschulabsolventen für zwei Jahre an die Brennpunktschulen unseres Landes gehen und das Lehrerkollegium durch Projektarbeit und individuelle Förderung unterstützen. Sie helfen damit Schülerinnen und Schülern, die es im Leben besonders schwer haben. Und lernen selbst dabei sehr viel, vor allem die Begeisterung für den Lehrerberuf. Solche Projekte sind wegweisend für die Zukunft. Wir wollen, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer in diesem Land weiterhin mit Recht sagen kann: Ich bin stolz, für die Bildung unserer Kinder verantwortlich zu sein. Wir wollen, dass diese Leistung auch öffentlich gewürdigt wird. Die Wirtschaft ist gefordert, ihren Teil zur Ausbildung junger Menschen beizutragen, indem sie u. a. die landesweite Aktion Schule-Beruf durch die Bereitstellung von kompetenten Ansprechpartnern und
Praktikantenplätzen nachhaltig unterstützt.
Bildung ist aber mehr als nur Schule. Wir werden daher weiterhin die wichtige Arbeit der Jugendverbände, offenen Jugendeinrichtungen und weiteren Akteure der Jugend- und Jugendsozialarbeit sowie die Jugendarbeit der Sportvereine unterstützen und stärken. Jugendarbeit ermöglicht als außerschulischer Bildungsort den Erwerb interkultureller, sozialer und persönlicher Kompetenzen, baut Benachteiligungen ab und macht Engagement und Demokratie für junge Menschen direkt erlebbar. In dieser eigenständigen Bildungsfunktion ist sie ebenso unverzichtbar wie als Kooperationspartner der Schulen und als Unterstützung bei gelingenden Übergängen zwischen den einzelnen Bildungsabschnitten.
Mit dem Ende der Legislaturperiode werden wir rund 2,7 Milliarden Euro mehr für Kinder, Jugend und Bildung ausgegeben haben als die Vorgängerregierung. Ganz konkret heißt das zum Beispiel: 2005 war Nordrhein-Westfalen mit rund 11.800 Plätzen bundesweit Schlusslicht bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Mit dem Haushalt 2010 haben wir diese Zahl mit rund 100.500 Plätzen mehr als verachtfacht. Mit großem Erfolg erweitern wir unsere Kindertagesstätten zu Familienzentren. Unser neues Kinderbildungsgesetz hat die frühkindliche Bildung verbessert, z.B. durch den Ausbau der vorschulischen Sprachförderung, die gerade Kindern mit Zuwanderungsgeschichte die Integration erleichtert. In den nächsten Jahren werden wir die Betreuung für die Kinder unter drei Jahren weiter ausbauen: Bis zum Jahr 2013 soll für ein Drittel der Unterdreijährigen ein Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege geschaffen werden. Bis dahin wollen wir auch die Zahl der Familienzentren von heute 1.750 auf dann 3.000 erhöhen um mitzuhelfen, flächendeckend Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken.
Geschrieben von Administrator am 17/04 um 08:32:52