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Eintrag vom:
14.02.2016

Städte- und Gemeindebund NRW: Schulen brauchen Hilfe bei Integration von Flüchtlingen

Schulen brauchen Hilfe bei Integration von Flüchtlingen
Städte- und Gemeindebund NRW sieht Probleme beim Schulraum und bei Versorgung mit Lehrkräften sowie nichtlehrendem Personal
Pressemitteilung 3/2016 vom 13.01.2016

Die Integration von Flüchtlingskindern an Schulen stellt die Kommunen als Schulträger vor Herausforderungen, die ohne zusätzliche Unterstützung kaum zu bewältigen sind. Darauf hat der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, Dr. Bernd Jürgen Schneider, heute in Düsseldorf hingewiesen: “Nach den Berichten aus vielen Städten und Gemeinden reichen die vom Land zusätzlich geschaffenen oder in Aussicht gestellten Lehrerstellen nicht aus.” Viele Klassen seien bereits jetzt überfüllt”. Dies habe eine telefonische Blitzumfrage des kommunalen Spitzenverbandes ergeben.

Auch in diesem Jahr müssten wahrscheinlich weitere 60.000 Kinder mit schulischen Angeboten versorgt werden. Es gehe aber nicht nur um eine Anpassung an höhere Schülerzahlen, sondern auch darum, dass die betroffenen Kinder überdurchschnittliche Betreuung und Förderung benötigen, betonte Schneider. Zum Teil seien die Kinder durch Kriegs- und Gewalterfahrung sowie durch die belastenden Umstände der Flucht traumatisiert. “Es fehlt an Unterstützungspersonal wie Dolmetscher/innen, Schulpsycholog/innen und Schulsozialarbeiter/innen”, legte Schneider dar.

Einige Kommunen meldeten Schwierigkeiten, die erforderlichen Räumlichkeiten für den Unterricht, für Differenzierungsangebote sowie für offene Ganztagsangebote zur Verfügung zu stellen. “Aktuell weiß man nicht, was man den Kommunen mit Blick auf ihre Schulentwicklungsplanung raten soll”, erklärte Schneider. Völlig unklar sei, wie viele Kinder im schulpflichtigen Alter in diesem Jahr zusätzlich in die jeweilige Kommune kommen und wie viele von diesen länger dort bleiben. Denn stets sei denkbar, dass sich die Familien in andere Städte und Gemeinden orientierten.

In der Regel dürfen Kommunen zusätzlichen Schulraum nur dann schaffen, wenn belegt werden kann, dass dieser für einen längeren Zeitraum benötigt wird. “Im Moment fehlen sämtliche Grundlagen für eine vernünftige Planung”, fasste Schneider die Schwierigkeiten der Fachleute zusammen. In diesem Zusammenhang sei das vom Land im Dezember 2015 angekündigte Städtebau-Sonderprogramm mit einem Umfang von 72 Mio. Euro für den Neu- und Umbau respektive die Modernisierung von Betreuungseinrichtungen wie Kindertagesstätten, Jugendtreffs, Schulen und Sporteinrichtungen wohl zu begrüßen. Es könne die Probleme aber auch nicht lösen, machte Schneider deutlich. Aus heutiger Sicht müsste eine Reihe von Maßnahmen mit höchster Priorität in Angriff genommen werden:

  Sprachunterricht: Entscheidend für eine reibungslose Integration und einen raschen Wechsel in eine Regelklasse ist, dass die Kinder so schnell wie möglich Deutsch lernen. In der Schule braucht es dafür Deutschlehrer und -lehrerinnen mit der Zusatzqualifikation Deutsch als Fremdsprache oder Deutsch als Zweitsprache.

  Personal: Bei der Gewinnung geeigneter Lehrkräfte müssen sämtliche denkbaren Wege ausgeschöpft werden. Statt der derzeit vorgesehenen rund 2.600 zusätzlichen Lehrer/innen werden mindestens 5.000 gebraucht. Die regulären Besetzungsverfahren müssen mit Nachdruck vorangetrieben und zügig abgeschlossen werden. Für die Verwendung qualifizierter Seiteneinsteiger/innen im Schuldienst sind formale Hürden abzubauen - etwa bei Altersgrenzen oder bei der Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen. Auch pensionierten Lehrkräften sollten attraktive Angebote zum befristeten Wiedereinstieg in den Schuldienst unterbreitet werden.

  Soziale Unterstützung: Dringend erforderlich sind mehr Schulpsycholog/innen, Sozialpädagog/innen und Dolmetscher/innen.

  Raumprogramm: Die Schulträger benötigen Unterstützung bei der Schaffung von Klassen- und Differenzierungsräumen sowie von Plätzen in der Offenen Ganztagsschule. Hier muss sich - etwa nach dem Vorbild des erfolgreichen Programms “Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB)” - auch der Bund engagieren.

  Baurecht: Wo erforderlich, müssen baurechtliche Erleichterungen gewährt werden, um schnelle, pragmatische Lösungen zu ermöglichen.

  Volkshochschulen: Bei Sprachlernangeboten außerhalb der Schule erbringen die kommunalen Volkshochschulen exzellente Leistungen. Deshalb müssen die Mittel für Sprachkurse an Volkshochschulen aufgestockt sowie für jüngere Teilnehmende zugänglich gemacht werden.

Aus kommunaler Sicht - so Schneider - müsse dringend auch das Potenzial gehoben werden, das mit den Asyl suchenden Menschen ins Land gekommen sei: “Wir müssen fragen: Welche Flüchtlinge haben welche Sprachkenntnisse? Wer war im Herkunftsland eventuell Lehrer/in oder verfügt über eine pädagogische Ausbildung?”. Über dieses “Humankapital” müsse sich der Staat möglichst rasch einen Überblick verschaffen - am besten bereits bei der Registrierung der Flüchtlinge.

Geschrieben von um am 14.02.2016

Eintrag vom:
17.05.2015

NRW entwickelt Lehrerausbildung weiter

Das Landeskabinett hat die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht und einen Referentenentwurf für eine Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes zur Verbändebeteiligung gebilligt. Schulministerin Sylvia Löhrmann erklärte: „Auf die Lehrerinnen und Lehrer kommt es an. Professionell ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen sind eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Bildungsarbeit in den Schulen. Mit dem vorliegenden Referentenentwurf richten wir die Lehrerausbildung behutsam und konsequent auf die Zukunft aus.“ Als wichtigste Aufgaben nannte die Ministerin die Inklusion und den Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer sowie das Lehren und Lernen mit digitalen Medien.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hob die erweiterten Möglichkeiten zum Erwerb des Lehramtes an Berufskollegs hervor: „Wir wollen die Stufung des Lehramtsstudiums in Bachelor- und Masterstudiengänge nutzen, um Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen den Zugang zum Lehramt an Berufskollegs zu erleichtern.“

Der Referentenentwurf schreibt für alle künftigen Lehrerinnen und Lehrer, unabhängig von der angestrebten Schulform und Schulstufe, sonderpädagogische Basiskompetenzen verbindlich vor. Damit werden neue und erweiterte Anforderungen an den Lehrerberuf umgesetzt, die die Kultusministerkonferenz 2014 für die Bildungs- und Erziehungswissenschaften sowie für die Fachdidaktiken der Unterrichtsfächer beschlossen hatte.

Mit der Weiterentwicklung der Lehrerausbildung werden die Weichen für eine verbindliche Ausbildung aller Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter im Bereich der digitalen Medien gestellt. Ministerin Löhrmann: „Gerade mit Blick auf Inklusion bieten digitale Medien neue Möglichkeiten für die individuelle Förderung.“ Die Landesregierung wird von 2016 bis 2019 über 4,4 Millionen Euro investieren, um die Medienausstattung und Infrastruktur der Zentren für die schulpraktische Lehrerausbildung zu verbessern.

Einen Schwerpunkt legt der Referentenentwurf auf die wachsende Bedeutung des Lehramts an Berufskollegs, das so profiliert werden soll, dass es immer eine berufliche Fachrichtung umfasst. Darüber hinaus wird der Quereinstieg von Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen erleichtert. Dies soll dazu beitragen, die Lehrkräfteversorgung im gewerblich-technischen Bereich zu verbessern.


Weitere Eckpunkte des Referentenentwurfs sind:

  • Die Praxiselemente innerhalb des Lehramtsstudiums werden nachjustiert. Das bisherige Eignungspraktikum und das bisherige Orientierungspraktikum werden zu einem neuen fünfwöchigen schulischen Praktikum im Bachelorstudium zusammengeführt. Gleichzeitig wird das vierwöchige Berufsfeldpraktikum im Bachelorstudium klarer als außerschulisches Praktikum profiliert.
  • Die Anforderungen an den Nachweis fremdsprachlicher Kenntnisse im Studium für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen werden den heutigen Anforderungen, nicht zuletzt auch in anderen Bundesländern, angepasst. In den modernen Fremdsprachen soll auf den Nachweis des Latinums verzichtet werden. In den Fächern Geschichte und Philosophie wird der Nachweis von Kenntnissen auf dem Niveau des Kleinen Latinums erwartet.
  • Das Fach „Islamische Religionslehre“ wird als reguläres Fach der Lehrerausbildung eingeführt.

Der Referentenentwurf baut auf den Grundstrukturen des seit 2009 geltenden Lehrerausbildungsgesetzes auf und lässt diese unberührt (gleich lange Bachelor/Masterstudiengänge für alle Lehrämter, frühe Praxisorientierung, Deutsch als Zweitsprache für alle Lehramtsstudierenden). Die Reform des Vorbereitungsdienstes mit dem Element einer benotungsfreien personenorientierten Beratung wird bestätigt. Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Das landesweit verbindliche Kerncurriculum für die schulpraktische Ausbildung soll unter dem Gesichtspunkt der Inklusion und des Umgangs mit der Heterogenität der Schülerschaft weiter entwickelt werden.

Geschrieben von um am 17.05.2015

Eintrag vom:
26.02.2015

VBE: Reduzierung des Unterrichtsausfalls bedarf massiver personeller Aufstockung

Erhebungszeitraum vier Wochen nach den Sommerferien gibt kein realistisches Bild

„Wenn die Landesregierung nicht ernsthaft bereit ist, die Schulen personell in die Lage zu versetzen, dass Unterrichtsausfall kompensiert werden kann, sind alle Erhebungen dazu rausgeschmissenes Geld“, kommentiert der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW, Udo Beckmann, die heute vorgestellten Ergebnisse des Schulministeriums: „Die Daten und Berechnungen machen deutlich, dass eine Stellenreserve von 8 % für jede Schule ein Minimum ist, um Unterrichtsausfall zu begegnen. Eigenverantwortliches Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ist in der Grundschule und in der Sekundarstufe I keine Vertretungsmaßnahme.“

Unterrichtsausfall ist aus Sicht des VBE jede Unterrichtsstunde, die nicht gemäß des Stundenplans gehalten wird. „Wenn das eine Unterrichtsfach lediglich durch ein anderes beliebiges ersetzt wird oder Vertretungsunterricht in übergroßen Lerngruppen stattfindet, hilft das den Schülerinnen und Schülern später bei den zentralen Prüfungen wenig“, so Beckmann. „Es kann beim Thema Unterrichtsausfall nicht darum gehen, die statistischen Werte um jeden Preis zu verbessern, sondern darum, echte Grunddaten zu erhalten, um die Bildungschancen von Kindern an jeder einzelnen Schule zu sichern. Allein der gewählte Zeitraum für die Stichprobe cirka vier Wochen nach den Sommerferien wirft schon viele Fragezeichen mit Blick auf die Wertigkeit dieser Stichprobe auf.“

„Dass der Unterrichtsausfall nicht noch größer ist, ist zum großen Teil zu Lasten der Lehrergesundheit erkauft worden“, stellt Beckmann klar, „es würde noch mehr Unterricht ausfallen, wenn die Lehrkräfte nicht bereit wären, über ihre Unterrichtsverpflichtung hinaus einzuspringen.“ Die Folge sei, dass viele Lehrkräfte durch die Mehrarbeit gezwungen werden, ihre regulären Arbeiten in den Nachmittag oder aufs Wochenende zu legen: „Das Risiko von Burnout scheint für die Landesregierung ein probates Mittel sein, um den Schein einer umfänglichen Unterrichtsversorgung zu wahren“, bemängelt Beckmann.

Geschrieben von um am 26.02.2015

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