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Eintrag vom:
06.06.2014

GEW, GSV und VBE: VerA ist inklusionsfeindlich und Schulen brauchen Unterstützung statt Testeritis

„VerA ist inklusionsfeindlich!“  und „Schulen brauchen Unterstützung statt Testeritis“
GEW, GSV und VBE legen Manifest vor.

„VerA ist inklusionsfeindlich. Die Vergleichsarbeiten, die bundesweit in Klasse 3 und 8 geschrieben werden, verschärfen den Leistungsdruck. Sie belasten Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler, ohne dass wir in der Umsetzung der Inklusion einen Schritt weiter kommen. Schulen brauchen Unterstützung – keine Testeritis“. Das stellen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Grundschulverband (GSV) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in ihrem VerA‐Manifest, das sie heute während einer Pressekonferenz in Berlin veröffentlicht haben, fest. „Gute Schule ist ein Lern‐und Lebensort, der Kindern und Jugendlichen eine umfassende Bildung und best‐mögliche Entwicklungschancen bieten soll. Deshalb darf die Qualitätssicherung nicht auf eine standardisierte Leistungsmessung verkürzt werden.“
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„Wir geben sehr viel Geld für Maßnahmen zur Qualitätssicherung aus und wissen bis heute nicht wie bzw. ob diese wirken“, sagte GEW‐Vorsitzende Marlis Tepe. Sie wies darauf hin, dass „die Effekte von VerA mit Blick auf die Qualitätsverbesserung an Schulen nie von unabhängigen Forscherinnen und Forschern evaluiert“ worden seien. „VerA bürdet den Lehrerinnen und Lehrern viel zusätzliche Arbeit auf. Die Datenhuberei hilft aber nicht, an den Schulen sinnvolle Förderkonzepte zu entwickeln“, betonte Tepe. Eine aktuelle Pilotstudie der GEW zeige, dass mehr als 70 Prozent der Kolleginnen und Kollegen in den VerA‐Untersuchungen keinen Nutzen für ihren Unterricht entdecken können. Nicht einmal 50 Prozent der Befragten nutzten die Ergebnisse für Schulentwicklungsprozesse. „Aus Sicht vieler Lehrkräfte verfehlt die Kultusministerkonferenz (KMK) ihre für die VerA‐Untersuchungen proklamierten Ziele“, sagte die GEW‐Vorsitzende.
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Qualitätssicherung sei unbestritten eine wichtige Aufgabe der Schule, betonte GSV‐Vorsitzende Maresi Lassek. „Aber sie ist anspruchsvoll und schwierig: Die Verfahren dürfen die untersuchten Aktivitäten nicht verfälschen.“ Notwendig sei ein breites methodisches Repertoire, „zu dem unter anderem auch Tests zählen. Sie stärken den Außenblick und bieten Vergleichsdaten aus repräsentativen Stichproben“. Aber Tests seien auch ein heikles Instrument. Im Rahmen von VerA seien deren Risiken nicht zureichend bedacht. „Schon 1999, lange vor VerA, hat der Grundschulverband eine Konzeption vor‐gelegt, wie die Rechenschaftsaufgaben im Schulsystem sinnvoll verteilt werden könnten und welche Verfahren dabei pädagogisch angemessen wären“, erinnerte die GSV‐Vorsitzende, deren Verband seit 2005 unter dem Titel Pädagogische Leistungskultur dafür auch konkrete Hilfen für die Grundschulen entwickelt hat.
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VBE‐Bundesvorsitzender Udo Beckmann kritisierte: „VerA engt den Bildungs‐ und Erziehungsauftrag der Schulen unzulässig ein und verdeckt die schulischen Bedingungen vor Ort. Das Messen in zwei Fächern taugt nicht, um ernsthafte Aussagen über die Schulentwicklung zu treffen. Im schlimmsten Falle ignorieren die Testergebnisse die Situation an der Schule und demotivieren das Kollegium.“ Es sei ein Segeln unter falscher Flagge, so Beckmann, aus den flächendeckenden Tests den Lehrpersonen Impulse für das künftige Unterrichten zu versprechen. „Kein VerA‐Test hat bisher zu verbesserter Personalausstattung an der Schule, zu mehr Möglichkeiten individueller Förderung für Schüler, zu gezielten Fortbildungsangeboten für die Kolleginnen und Kollegen geführt.“ Beckmann bezeichnete es als „paradox“, dass VerA von den Lehrpersonen einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand verlange und so Ressourcen verschwende, die in der Schul‐ und Unterrichtsentwicklung besser angelegt wären.
Info: VerA steht für Vergleichsarbeiten in der 3. und 8. Jahrgangsstufe (VerA‐3 bzw. VerA‐8) einer Schule. Vergleichsarbeiten sind schriftliche Arbeiten in Form von Tests, die flächendeckend und jahrgangsbezogen untersuchen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben. Die Umsetzung lan‐desweiter Vergleichsarbeiten in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland ist Teil der Gesamtstrategie, die die Kultusministerkonferenz (KMK) 2006 zum Bildungsmonitoring verabschiedet hat.
Ziel des Bildungsmonitoring ist, die Kompetenzorientierung im Bildungssystem zu stärken. Die KMK verbindet mit den VerA‐Untersuchungen auch das Ziel, Schulentwicklungen anzustoßen. Ob diese KMK‐Ziele mit VerA erreicht werden können, ist noch nicht wissenschaftlich untersucht worden.

3. Gemeinsame Erklärung zu VerA 2014

Geschrieben von um am 06.06.2014

Eintrag vom:
06.06.2014

GEW Inklusionskongress: Auf dem Weg zur inklusiven Schule: Worauf es ankommt!

Inklusionskongress: GEW übergibt Resolution an Schulministerin
Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Regelschule.  Aktuellen Zahlen des Schulministeriums zufolge sind es mittlerweile 30,3%. Doch unter welchen Bedingungen findet der gemeinsame Unterricht statt? Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sind noch viele Hürden auf dem Weg zum gemeinsamen Lernen zu überwinden. In einer Resolution „Worauf es ankommt!“ beschreibt die Gewerkschaft fünf Gelingensbedingungen auf dem Weg zur inklusiven Schule. Das Papier wird Schulministerin Löhrmann auf dem Inklusionskongress von GEW und DGB, der am morgigen Dienstag (27.5.) in der Luise-Albertz-Halle Oberhausen mit über 600 Teilnehmern stattfindet, von GEW-Landesvorsitzenden Dorothea Schäfer offiziell übergeben. 

„Wenn Schulministerin Löhrmann sagt,an vielen Schulen ist Inklusion bereits gelebte Praxis, stimmt das nur zum Teil, denn die vielfältigen Probleme der Umsetzung nimmt sie nicht in den Blick“, erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. 

Berichte aus den Schulen und vielfältige Klagen von Eltern und Lehrkräften belegten laut Schäfer immer wieder die völlig unzureichenden Rahmenbedingungen und die mangelnde Personalausstattung im Inklusionsprozess. Die Umsetzung des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes gehe nicht reibungslos, viele Prozesse seien nur unzureichend vorbereitet. Die GEW fordert Verbesserungen bei dieser schulpolitischen Mammutaufgabe. 

„Wir benötigen für den Inklusionsprozess eine behutsame Umsetzung mit transparenter Steuerung und mehr Ressourcen. Die sonderpädagogische Förderung der Kinder muss auf qualitativ hochwertigem Niveau garantiert werden, dafür sind exzellente Fortbildung und zusätzliche Unterstützung der Lehrkräfte unerlässlich“, fordert die GEW-Chefin weiter.

Inklusionskongress:
Debattenforum, Fortbildung und kollegialer Austausch

Der Inklusionskongress, die bislang größte gewerkschaftlich organisierte Fachveranstaltung in diesem Feld, wird von der GEW in Kooperation mit dem DGB-Landesbezirk ausgetragen und dient als Plattform und Debattenforum über den aktuellen Stand der Inklusion. Lehrkräfte aller Schulformen können sich informieren und Anregungen für den Unterricht erhalten. Der Kongress dient aber gerade auch dazu, eigene Probleme, Kritik und Sorgen zum Ausdruck zu bringen. 

Schulministerin Sylvia Löhrmann nimmt aus Sicht der Landesregierung Stellung zum aktuellen Stand der Inklusion in NRW. Den wissenschaftlichen Vortrag hält Prof. Dr. Matthias von Saldern, Leuphana Universität Lüneburg. Er referiert zum Thema: „ Inklusion als Chance: Anmerkungen zur Defizitorientierung in der Inklusionsdebatte“. Für den DGB hält die stellv. Vorsitzende Elke Hannack ein Grußwort, Dr. Ilka Hoffmann, Leiterin des Vorstandsbereiches Schule, richtet für den GEW-Hauptvorstand das Wort an die Teilnehmer.

GEW- Resolution: Auf dem Weg zur inklusiven Schule:
Worauf es ankommt!

Auf der Basis guter Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und der Bereitstellung der notwendigen Ressourcen werden fünf Gelingensbedingungen für einen erfolgreichen Inklusionsprozess an den Schulen in NRW definiert:

-  Die einzelne Schule muss sich entwickeln können
-  Schulentwicklung benötigt klare Rahmenvorgaben und gute Steuerung
-  Schulentwicklung benötigt systematische und institutionelle Unterstützung
-  Zusätzliche Stellen statt Stellenabbau
-  Mitbestimmung verbessert den Prozess

Geschrieben von um am 06.06.2014

Eintrag vom:
06.06.2014

VBE: Inklusion braucht klaren politischen Willen

Inklusion braucht klaren politischen Willen
Berliner Erklärung von VBE (Deutschland), GÖD-APS (Österreich), LCH (Schweiz) 
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und seine Partnerorganisationen Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer (GÖD-APS) Österreich sowie Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) tragen die UN-Behindertenrechtskonvention mit. In ihrer heutigen „Berliner Erklärung zur Inklusion“ betonen die Verbandsspitzen, alle Kinder sollten grundsätzlich in die Schule vor Ort gehen können und dort gemäß ihrem Lernstand gefördert werden. 
Zugleich nehmen VBE, GÖD-APS und LCH die Politik in die Pflicht, die notwendigen Gelingensbedingungen zu sichern. „Für die Entwicklung einer inklusiven Schule sind kontinuierlich ausreichende Ressourcen ohne Finanzierungsvorbehalt bereit zu stellen“, wird gefordert. Weiter heißt es in der gemeinsamen Erklärung: „Inklusion kann nicht in der üblich gewordenen Reformhektik von oben verordnet und ohne genügend Ressourcen an die Schulen delegiert werden. Sonst droht ein Scheitern.“ Gelingende Inklusion sei ein langer Prozess, der politische Wahlperioden überdauere und dauernde Aufmerksamkeit verlange. 
VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann betont: „Das Maß für gelingende Inklusion muss das Wohl des Kindes sein. Kindeswohl nach Kassenlage darf es nicht geben.“ Das Kooperationsverbot von Bund und Ländern im Bildungsbereich erweise sich als großes Hindernis in Deutschland, die Inklusion in gemeinsamer Verantwortung umzusetzen, so Beckmann. „Wir brauchen endlich ein tragfähiges gemeinsames Finanzierungskonzept von Bund, Ländern und Kommunen.“

VBE-BerlinerEklaerung-2014-05-16.pdf

 

Geschrieben von um am 06.06.2014

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