| Eintrag vom: 02.07.2009 |
Bildungsstreik 2009 - PressestimmenEinen informativen Übersichtsartikel zum diesjährigen Bildungsstreik haben Jan-Martin Wiarda und Martin Spiewak zum Thema “Klüger werden - Baustelle Bildung” mit dem Untertitel “Die wichtigsten Kritikpunkte an der Reform von deutschen Schulen und Hochschulen. Ein Überblick” in Zeit-online veröffentlicht. Lesen Sie weiter ... (“Klüger werden - Baustelle Bildung”) Geschrieben von Administrator am 02.07.2009 |
| Eintrag vom: 15.06.2009 |
Bildungsstreik 2009Liebe Schülerinnen und Schüler, vorweg darf ich sagen, dass ich es sehr bedaure nicht an der ein oder anderen Aktion teilnehmen zu können, die in dieser Woche stattfinden. Leider bin ich aufgrund meiner Ausschusstätigkeit nicht in Bonn. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, meine Anerkennung darüber auszusprechen, dass gerade junge Menschen von ihrem Recht auf Demonstration, welches ich für ein sehr zentrales Recht in einer demokratischen Gesellschaft halte, gebrauch machen! Ich möchte einige eurer Forderungen, die ich besonders unterstütze, herausgreifen: Ihr stellt als erste Forderung die nach einer Schule für alle. Damit habt ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, etwas ganz zentrales erkannt: längeres gemeinsames Lernen bedeutet nicht einfaches Gleichmachen sondern mehr Chancen für alle. Die Politik in Düsseldorf spricht eine andere Sprache: Viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen war von Nöten um für Bonn die vierte Gesamtschule zu erstreiten. Damit haben wir gemeinsam bereits viel erreicht. Dieser Punkt leitet über zu eurer Forderung nach kleiner Klassen. Um eben keine Gleichmacherei zu betreiben ist es dringend notwendig jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu betreuen. Das geht nur, wenn die Klassengrößen eine individuelle Förderung auch ermöglicht. Klar ist auch: dafür braucht man mehr Lehrerinnen und Lehrer, es muss mehr Geld in die Hand genommen werden. Ich betrachte dies nicht als Ausgabe sondern als wichtige und dringend notwendige Investition! Auch ich sehe in der Schulzeitverkürzung einen schrecklichen Trend. Ihr habt das G8-Abitur richtigerweise hervorgehoben. Aber auch an anderer Stelle werden die Schrauben enger gezogen: Die Landesregierung will die Einschulung für 5-jährige verpflichtend machen. Das zusammen genommen spiegelt eine Schulpolitik der Landesregierung wieder, die wirtschaftliches Kalkül zur obersten Maxime erklärt hat. Die Schnittstelle zu den Studierenden sehe ich neben der Ablehnung des Einflusses der Wirtschaft vor allem in der Forderung für eine Demokratisierung des Bildungssystems. Lange bestehende Strukturen sind sicherlich nicht per se schützenswert. Doch das die wenigen Einflussmöglichkeiten der Studierenden in den Hochschulen noch weiter ausgehöhlt wurden stellt eine weitere Verschlechterung dar, die den „alten Zustand“, so bitter dies auch klingen mag, bei Gremien in denen die Mehrheit der Professorinnen und Professoren erdrückend ist, herbeisehnenswert erscheinen lassen. Zudem ist eine Sache an den Hochschulen besonders akut: Der Übergang vom Bachelor zum Master. An vielen Hochschulen ist es dieses Jahr das erst Mal soweit. Wie die Auslastung aussehen wird, wie viele Studierende keinen Masterplatz ergattern werden, ist noch nicht abzuschätzen. Ich sage: Wer einen Bachelor macht hat auch das Recht auf einen Masterplatz. Die Kostenfreiheit von Bildung von der Kita bis zur Hochschule vertrete ich vehement! Gerne können wir gemeinsam über diese und weitere Punkte reden. Ihr seid herzlich eingeladen mich in meinem Büro in Bonn zu besuchen! Liebe Schülerinnen und Schüler, Demonstrieren und wählen gehören zusammen! Macht auch von diesem demokratischen Recht Gebrauch. Ich wünsche euch gutes Gelingen! Eure Geschrieben von Administrator am 15.06.2009 |
| Eintrag vom: 13.06.2009 |
Extremisten beim Bonner Bildungsstreik ?Aus gegebenem Anlass (siehe Pressemitteilung im GA vom 11.06.09) und der vielen Rückfragen besorgter Eltern wegen, möchte die Stadtschulpflegschaft noch einmal klarstellen, dass sich die Unterstützung der Stadtschulpflegschaft im Rahmen des Bildungsstreiks lediglich auf die Schülerdemonstration am Mittwoch, den 17.06. beschränkt und wir uns, auch entgegen anderslautenden Darstellungen, von autonomen Spontanaktionen von Bildungsstreikenden an allen Tagen der Bildungsstreikwoche und Positionen extremer linker Randgruppen distanzieren. Im Rahmen einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Stadtschulpflegschaft am Mittwoch, den 10.06. haben die Organisatoren des Bonner Bildungsstreiks ihre Positionen und Absichten den anwesenden Eltern vorgestellt und sich den kritischen Fragen der Eltern zum Bildungsstreik gestellt. In Bonn wird der Bildungsstreik vom Bonner “Schülerstreikkomitee/Bonner Jugendbewegung” organisiert. Es ist ein Zusammenschluss von Schülerinnen und Schülern aus Bonner Schulen, die sich in den Schülervertretungen der Schulen, der Bezirksschülervertretung und der Landesschülervertretung engagieren. Sie sind nach eigener Aussage mehrheitlich im bürgerlichen Politikspektrum (Jugendorganisationen hiesiger Parteien und Gewerkschaften) verankert oder fühlen sich parteipolitisch nicht gebunden. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler konnten überzeugend ihre Unabhängigkeit gegenüber politischen (linken) Randgruppen darstellen. Leider wird die Zusammensetzung des Organisationskomitees auf der Homepage der Bildungsstreikorganisatoren „Schülerstreikkomitee/Bonner Jugendbewegung“ nicht deutlich. Dennoch wird man ihrem Anliegen nicht gerecht, wenn man sie pauschal in eine linke, extremistische Ecke einsortiert. Der Forderungskatalog der Bildungsstreikenden ist natürlich weit gefasst und die Stadtschulpflegschaft unterstützt nicht alle Forderungen im Detail, aber sie liegen auch nicht außerhalb der allgemeinen (auch in den Parlamenten) geführten bildungspolitischen Auseinandersetzung. Der Wunsch nach kleineren Klassen, einer besseren Lehrerversorgung und besserer finanzieller Ausstattung der Schulen und Bildungseinrichtungen ist Konsens in allen politischen Parteien, auch in NRW. Die Stadtschulpflegschaft unterstützt das Anliegen der Schülerinnen und Schüler sich zu organisieren und aus ihrer eigenen tagtäglichen Erfahrung schulpolitische Themen aufzugreifen und aktiv zu vertreten. Unabhängig von der politischen Position sollten wir dieses Engagement nicht durch eine extremistische Randgruppendiskussion im Keim ersticken oder diskreditieren. Streiken und demonstrieren gehört mit zur politischen Meinungsäußerung und das sollten wir fördern und aktiv unterstützen. Dr. Hartmut Dutz Diskutieren Sie mit uns im SSP-Forum zum Thema ‘Bildungsstreik 2009’ Geschrieben von Administrator am 13.06.2009 |