Pressemitteilung MSW 07.12.2010
„Es ist erfreulich, dass die durch PISA angestoßenen Maßnahmen Wirkungen zeigen“, erklärte heute Schulministerin Sylvia Löhrmann in Düsseldorf. „Deutschland ist inzwischen im Mittelfeld angekommen. Für das Land der Dichter und Denker ist dies aber noch nicht gut genug. Wir müssen sowohl in der Spitze als auch in der Breite noch besser werden. Unser Schulsystem ist weiterhin zu ungerecht und lässt eine viel zu große Gruppe an Schülerinnen und Schülern zurück.“
Laut PISA-Studie 2009, die heute in Berlin vorgestellt wurde, verfügen knapp 19 Prozent (2000: 23 Prozent) der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler über nur geringe Lese- und Rechenkompetenzen. Löhrmann: „Diese sogenannte Risikogruppe läuft Gefahr, im weiteren Ausbildungs- und Berufsleben erhebliche Probleme zu haben. Dies können wir uns angesichts zurückgehender Schülerzahlen und steigendem Fachkräftebedarf nicht leisten. Wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass mehr junge Menschen höhere Bildungsabschlüsse erreichen und nicht auf dem Weg dahin verloren gehen.“
Für Löhrmann ist die PISA-Studie ein weiterer Beleg dafür, dass die Landesregierung den richtigen Weg einschlägt: „Wir brauchen längeres gemeinsames Lernen, um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen. Zudem haben wir festgelegt, dass die demografischen Gewinne im Schulsystem bleiben, und somit unseren Kindern zugute kommen.“ Dazu zählt zum Beispiel der weitere Ausbau des Ganztags in allen Schulformen. „PISA ist ein Ansporn – wir wollen alle Schülerinnen und Schüler zu besseren Lernergebnissen führen“, so Löhrmann abschließend
Geschrieben von Administrator am 07.12.2010 um 09:24:46
Download bei DIPF (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung) 07.12.2010
Gesamtbericht “PISA 2009 - Bilanz nach einem Jahrzehnt”
Geschrieben von Administrator am 07.12.2010 um 12:14:00
Pressemitteilung KMK 07.12.2010
Die Leistungen von Schülerinnen und Schülern in Deutschland haben sich seit PISA 2000 kontinuierlich verbessert – zugleich ist das Bildungssystem gerechter geworden
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, und Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan zu den internationalen PISA-Ergebnissen 2009: „Die Zahlen der PISA-Studie zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Gerade im Vergleich zu anderen Staaten hat sich Deutschland über die Jahre kontinuierlich verbessert und liegt inzwischen in vielen Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. Dafür haben Bund und Länder mit ihrer deutlichen Steigerung der Bildungsinvestitionen sowie mit ihren qualitätssichernden Maßnahmen gesorgt und damit eine positive Dynamik im Bildungswesen eingeleitet. Der Einsatz aller an Bildung Beteiligten hat sich gelohnt, daher werden wir diesen Weg konsequent fortsetzen.“
Zentrale Ergebnisse für den Bereich Lesen:
Zentrale Ergebnisse für den Bereich Mathematik:
Zentrale Ergebnisse für den Bereich Naturwissenschaften:
Für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zeigen sich bei PISA 2009 folgende zentrale Ergebnisse:
Für den Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund, Bildungsbeteiligung und Lesekompetenz ergeben sich bei PISA 2009 folgende zentrale Ergebnisse:
Entwicklung der schulischen Rahmenbedingungen
Hierzu erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle: „Die nach PISA 2000 eingeleiteten Maßnahmen der Länder in sieben zentralen Handlungsfeldern, die in der Kultusministerkonferenz einvernehmlich beschlossen wurden - hierzu zähle ich vor allem den Ausbau der frühkindlichen Bildung und der Ganztagsschulen sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung - haben sich offensichtlich bewährt und zeigen klar sichtbare Erfolge. Das OECD- Niveau ist erreicht oder wird übertroffen und das bei mehr Bildungsgerechtigkeit. Wir müssen und werden diese grundsätzlich positive Entwicklung konsequent fortsetzen und über alle Länder hinweg verstärken: Intensive Förderung der Leistungsschwächeren sowie der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund durch eine systematische Lese- und Sprachförderung, die frühzeitig einsetzt und auch in den weiterführenden Schulen gezielt fortgesetzt wird. Die auf allen Stufen erforderliche individuelle Förderung bezieht auch die leistungsstärkeren Schüler mit ein.“
Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan sagte: „Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in Risikogruppen ist gegenüber PISA 2000 gesunken. Das ist aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Gerade für benachteiligte Kinder werden wir noch mehr tun. In unserer Initiative „Lernen vor Ort“ arbeiten Kommunen daran, mehr Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen. Mit dem Programm „Abschluss und Anschluss-Bildungsketten bis zum Berufsabschluss“ wollen wir die Zahl der Schulabbrecher weiter verringern – 500 neue Bildungslotsen haben gerade die Arbeit aufgenommen.”
Die Steigerung des Kompetenzniveaus insbesondere im unteren Leistungsbereich zeigt deutlich, dass der in Deutschland nach PISA 2000 eingeschlagene Weg, ein umfassendes und abgestimmtes System der Qualitätssicherung aufzubauen, erfolgreich ist. Die beobachteten Trends sprechen dafür, dass zur weiteren Steigerung der Lernergebnisse die Qualitätsentwicklung noch stärker auf die Verbesserung der Unterrichtsqualität und die gezielte individuelle Förderung ausgerichtet werden sollte. Von entscheidender Bedeutung wird es hierbei sein, dass die Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung in den Schulen tatsächlich genutzt werden. Hierzu hat die Kultusministerkonferenz in diesem Jahr eine Konzeption zur Nutzung der Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung vorgelegt.
Anlage der Studie
PISA wird seit 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen 15-Jähriger in den zentralen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. Bei PISA 2000 und PISA 2009 stand die Erfassung des Leseverständnisses im Zentrum, bei PISA 2003 die Mathematik, bei PISA 2006 die Naturwissenschaften. An PISA 2009 haben neben den 34 OECD-Staaten 31 Partnerstaaten und -regionen teilgenommen. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich insgesamt ca. 5000 Schülerinnen und Schüler aus 226 Schulen getestet.
Die Tests zu PISA 2009 wurden in Verantwortung eines Konsortiums unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) durchgeführt und ausgewertet. Die Erhebungen wurden mit dem Ländervergleich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zur Überprüfung der KMK-Bildungsstandards in der Sek. I koordiniert. Die Ergebnisse von PISA 2009- International dienen der Verortung des deutschen Bildungswesens im internationalen Vergleich auf der Grundlage einer bundesweiten Stichprobe. Aufgrund der Unterschiede bei der Testpopulation und den getesteten Domänen sowie der verschiedenen Skalen ist es nicht möglich, die Ergebnisse des IQB- Ländervergleichs, die am 23.Juni 2010 veröffentlicht wurden, direkt in die Skala von PISA 2009- International einzuordnen.
Ab PISA 2012 ist in Deutschland das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) verantwortlich. Das neu gegründete ZIB als von Bund und Ländern gemeinsam getragener Verbund der Technischen Universität München (TUM), des DIPF und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik an der Universität Kiel (IPN) wird zunächst bis Ende 2016 die Durchführung der PISA-Studien in Deutschland sowie daran angelehnte Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung übernehmen. Die mit der Gründung des ZIB erreichte Verstetigung der Durchführung der PISA-Studien soll dazu beitragen, ein hohes Qualitätsniveau für das von Bund und Ländern gemeinsam getragene international vergleichende Bildungsmonitoring zu sichern sowie die Bedeutung und Präsenz der deutschen Bildungsforschung im Kontext internationaler Bildungsvergleichsstudien zu verbessern.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse und mehr Informationen finden Sie im Internet unter: www.dipf.de und www.pisa.oecd.org.
Geschrieben von Administrator am 07.12.2010 um 11:51:02