| Eintrag vom: 07.12.2010 |
PISA 2009: Deutschland holt aufPressemitteilung KMK 07.12.2010 Die Leistungen von Schülerinnen und Schülern in Deutschland haben sich seit PISA 2000 kontinuierlich verbessert – zugleich ist das Bildungssystem gerechter geworden Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, und Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan zu den internationalen PISA-Ergebnissen 2009: „Die Zahlen der PISA-Studie zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Gerade im Vergleich zu anderen Staaten hat sich Deutschland über die Jahre kontinuierlich verbessert und liegt inzwischen in vielen Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. Dafür haben Bund und Länder mit ihrer deutlichen Steigerung der Bildungsinvestitionen sowie mit ihren qualitätssichernden Maßnahmen gesorgt und damit eine positive Dynamik im Bildungswesen eingeleitet. Der Einsatz aller an Bildung Beteiligten hat sich gelohnt, daher werden wir diesen Weg konsequent fortsetzen.“ Zentrale Ergebnisse für den Bereich Lesen:
Zentrale Ergebnisse für den Bereich Mathematik:
Zentrale Ergebnisse für den Bereich Naturwissenschaften:
Für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zeigen sich bei PISA 2009 folgende zentrale Ergebnisse:
Für den Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund, Bildungsbeteiligung und Lesekompetenz ergeben sich bei PISA 2009 folgende zentrale Ergebnisse:
Entwicklung der schulischen Rahmenbedingungen
Hierzu erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle: „Die nach PISA 2000 eingeleiteten Maßnahmen der Länder in sieben zentralen Handlungsfeldern, die in der Kultusministerkonferenz einvernehmlich beschlossen wurden - hierzu zähle ich vor allem den Ausbau der frühkindlichen Bildung und der Ganztagsschulen sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung - haben sich offensichtlich bewährt und zeigen klar sichtbare Erfolge. Das OECD- Niveau ist erreicht oder wird übertroffen und das bei mehr Bildungsgerechtigkeit. Wir müssen und werden diese grundsätzlich positive Entwicklung konsequent fortsetzen und über alle Länder hinweg verstärken: Intensive Förderung der Leistungsschwächeren sowie der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund durch eine systematische Lese- und Sprachförderung, die frühzeitig einsetzt und auch in den weiterführenden Schulen gezielt fortgesetzt wird. Die auf allen Stufen erforderliche individuelle Förderung bezieht auch die leistungsstärkeren Schüler mit ein.“ Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan sagte: „Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in Risikogruppen ist gegenüber PISA 2000 gesunken. Das ist aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Gerade für benachteiligte Kinder werden wir noch mehr tun. In unserer Initiative „Lernen vor Ort“ arbeiten Kommunen daran, mehr Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen. Mit dem Programm „Abschluss und Anschluss-Bildungsketten bis zum Berufsabschluss“ wollen wir die Zahl der Schulabbrecher weiter verringern – 500 neue Bildungslotsen haben gerade die Arbeit aufgenommen.” Die Steigerung des Kompetenzniveaus insbesondere im unteren Leistungsbereich zeigt deutlich, dass der in Deutschland nach PISA 2000 eingeschlagene Weg, ein umfassendes und abgestimmtes System der Qualitätssicherung aufzubauen, erfolgreich ist. Die beobachteten Trends sprechen dafür, dass zur weiteren Steigerung der Lernergebnisse die Qualitätsentwicklung noch stärker auf die Verbesserung der Unterrichtsqualität und die gezielte individuelle Förderung ausgerichtet werden sollte. Von entscheidender Bedeutung wird es hierbei sein, dass die Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung in den Schulen tatsächlich genutzt werden. Hierzu hat die Kultusministerkonferenz in diesem Jahr eine Konzeption zur Nutzung der Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung vorgelegt. Anlage der Studie PISA wird seit 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen 15-Jähriger in den zentralen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. Bei PISA 2000 und PISA 2009 stand die Erfassung des Leseverständnisses im Zentrum, bei PISA 2003 die Mathematik, bei PISA 2006 die Naturwissenschaften. An PISA 2009 haben neben den 34 OECD-Staaten 31 Partnerstaaten und -regionen teilgenommen. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich insgesamt ca. 5000 Schülerinnen und Schüler aus 226 Schulen getestet. Die Tests zu PISA 2009 wurden in Verantwortung eines Konsortiums unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) durchgeführt und ausgewertet. Die Erhebungen wurden mit dem Ländervergleich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zur Überprüfung der KMK-Bildungsstandards in der Sek. I koordiniert. Die Ergebnisse von PISA 2009- International dienen der Verortung des deutschen Bildungswesens im internationalen Vergleich auf der Grundlage einer bundesweiten Stichprobe. Aufgrund der Unterschiede bei der Testpopulation und den getesteten Domänen sowie der verschiedenen Skalen ist es nicht möglich, die Ergebnisse des IQB- Ländervergleichs, die am 23.Juni 2010 veröffentlicht wurden, direkt in die Skala von PISA 2009- International einzuordnen. Ab PISA 2012 ist in Deutschland das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) verantwortlich. Das neu gegründete ZIB als von Bund und Ländern gemeinsam getragener Verbund der Technischen Universität München (TUM), des DIPF und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik an der Universität Kiel (IPN) wird zunächst bis Ende 2016 die Durchführung der PISA-Studien in Deutschland sowie daran angelehnte Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung übernehmen. Die mit der Gründung des ZIB erreichte Verstetigung der Durchführung der PISA-Studien soll dazu beitragen, ein hohes Qualitätsniveau für das von Bund und Ländern gemeinsam getragene international vergleichende Bildungsmonitoring zu sichern sowie die Bedeutung und Präsenz der deutschen Bildungsforschung im Kontext internationaler Bildungsvergleichsstudien zu verbessern. Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse und mehr Informationen finden Sie im Internet unter: www.dipf.de und www.pisa.oecd.org. Geschrieben von Administrator am 07.12.2010 |
| Eintrag vom: 26.08.2010 |
Mehrheit der Eltern für Ganztagsschule und gemeinsamen UnterrichtPressemitteilung BertelsmannStiftung, 26.08.2010 Mehrheit der Eltern für Ganztagsschule / behinderte und nicht-behinderte Schüler gemeinsam unterrichtenUmfrage zur Schule der Zukunft: Lehrkräfte brauchen Unterstützung für individuelle Förderung Rund zwei Drittel der Eltern in Deutschland sprechen sich für Ganztagsangebote an den Schulen aus. Ebenso viele befürworten einen gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht-behinderte Kinder. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung zur Schule der Zukunft hervor, die vom Institut Infratest dimap durchgeführt wurde. 63 Prozent der Eltern in Deutschland wünschen sich die Schule als Ganztagsschule. Recht deutliche Unterschiede gibt es dabei im West-Ost-Vergleich: In den neuen Bundesländern sprechen sich insgesamt 73 Prozent für Ganztagsangebote aus, in den alten Bundesländern sind es 60 Prozent. Während von den Eltern mit hohem Schulabschluss 65 Prozent Ganztagsangebote befürworten und von den Eltern mit mittlerem Schulabschluss sogar 70 Prozent dafür sind, bevorzugt von den Eltern mit niedrigem Schulabschluss nur knapp die Hälfte diese Angebote. “Die Schule der Zukunft ist in Deutschland die Ganztagsschule”, sagt Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Er plädiert für den schrittweisen Ausbau insbesondere von gebundenen Ganztagsschulen, in denen sich den ganzen Tag über Unterricht, Ruhe- und Freizeitphasen abwechseln. “Solche hochwertigen Ganztagsschulen bieten den besten Rahmen für individuelle Förderung und sind der entscheidende Hebel für bessere Qualität und mehr Chancengerechtigkeit im Schulsystem.” Die große Mehrheit der Eltern ist auch für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Dabei spielt die Parteizugehörigkeit der Befragten eine eher untergeordnete Rolle: Besonders stark befürworten die Anhänger von B90/Die Grünen das gemeinsame Lernen (71 Prozent), aber auch 61 Prozent der Anhänger von CDU/CSU unterstützen es. Von den Eltern mit Migrationshintergrund stimmen nur 55 Prozent für das gemeinsame Lernen, bei den Eltern von Grundschülern sind es 60 Prozent. “Das gemeinsame Lernen behinderter und nicht-behinderter Schüler ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, die Deutschland durch die Ratifizierung der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen eingegangen ist - es kann und muss auch ein Schlüssel für die flächendeckende Einführung individueller Förderung der Schüler sein”, betont Dräger. “Auf den jeweiligen Stärken aufbauen und das einzelne Kind in den Mittelpunkt stellen, ist die Basis für guten Unterricht.” 86 Prozent der Eltern wünschen sich zur besseren individuellen Förderung ihrer Kinder Schulsozialarbeiter oder Schulpsychologen an jeder Schule. Arbeitslose Eltern befürworten eine solche Unterstützung des Lehrpersonals sogar fast ausnahmslos (97 Prozent). Zur Befragung: Weitergehende Informationen: Grafik: Bevorzugtes Schulmodell [429 KB] oder : Geschrieben von Administrator am 26.08.2010 |
| Eintrag vom: 10.07.2010 |
Kritik der Eltern weiteres WarnsignalPressemitteilung VBE NRW 09.07.10 „Dass 58 Prozent der Haupt- und Realschuleltern und 49 Prozent der Gymnasialeltern das Schulsystem für ungerecht halten, ist kein gutes Zeugnis“, kommentiert der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann die Ergebnisse einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung. „Der Befund von PISA 2000 wird immer wieder bestätigt.“ Die Umfrage zeigt einmal mehr, dass die Bildungschancen von Kindern von der sozialen Herkunft und den Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern abhängen. Wer kann, unterstützt entweder selbst oder kauft sich Nachhilfe ein, wenn es Probleme gibt. „Um seinem demokratischen Anspruch zu genügen und dem Prinzip der Chancengleichheit folgen zu können, muss ein öffentliches Schulwesen so gut sein, dass Nachhilfe überflüssig wird“, so Beckmann. „Dazu gehören beispielsweise gut funktionierende Ganztagsschulen, in denen so gearbeitet werden kann, dass die Eltern nicht zu Nachhilfelehrern der Nation werden.“ Geschrieben von Administrator am 10.07.2010 |