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Eintrag vom:
27.04.2012

Ausgaben für öffentliche Schulen 2009: 5 500 Euro je Schülerin und Schüler

“Beste Bildung für NRW”, “Beste Bildung für jeden statt Mittelmaß” oder Kein Kind zurücklassen. Gut für NRW”, so lauten die Bildungspolitischen Leitlinien der Parteien im aktuellen Wahlkampf in NRW. Lenkt man allerdings den Blick auf die nackten Zahlen im Bildungsbereich unseres Landes, dann wird man augenblicklich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern hält das Land NRW bei den Ausgaben für öffentliche Schulen je Schüler/-in im Haushaltsjahr 2009 die rote Laterne. Die Zukunft wird zeigen, ob die bildungspolitischen Programme der Politik ihre Versprechungen halten und tatsächlich mehr in Schule und Bildung investiert wird.

Pressemitteilung DESTATIS 26.04.12

Für die Ausbildung einer Schülerin oder eines Schülers an öffentlichen Schulen gaben die öffentlichen Haushalte im Jahr 2009 durchschnittlich 5 500 Euro aus (2008: 5 100 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden für Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden Schulen 2009 rund 6 000 Euro pro Kopf aufgewendet, an beruflichen Schulen 3 800 Euro.

Je nach Schulart waren die Ausgaben je Schülerin beziehungsweise Schüler unterschiedlich hoch: bei Grundschulen lagen sie bei 4 800 Euro, an Gymnasien bei 6 200 Euro und an Integrierten Gesamtschulen bei 6 300 Euro.

Die vergleichsweise niedrigen Aufwendungen von 2 400 Euro je Schülerin oder Schüler bei den Berufs­schulen im Dualen System sind vor allem durch den Teilzeitunterricht bedingt.

Bei einem Ausgabenvergleich zwischen den Bundesländern ist zu beachten, dass die Schulstruktur und das Unterrichtsangebot in den einzelnen Ländern differieren (zum Beispiel Unterschiede in der Ganztagsbetreuung, den Betreuungsrelationen, der Besoldungsstruktur). So betreut beispielsweise in den meisten ostdeutschen Ländern eine Lehrkraft im Durchschnitt weniger Kinder als in Westdeutschland. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass wegen des Geburteneinbruchs in den 1990er Jahren die Schülerzahlen in Ostdeutschland gesunken sind, während die Zahl der Lehrkräfte nicht in gleichem Maße abgenommen hat.

In allen Ländern sind die Personalausgaben die dominierende Ausgabenkomponente für öffentliche Schulen. Hierauf entfielen im Bundesdurchschnitt 4 400 Euro, während für die Unterhaltung der Schulgebäude, Lehrmittel und dergleichen durchschnittlich 700 Euro sowie für Baumaßnahmen und andere Sachinvestitionen 400 Euro je Schülerin beziehungsweise je Schüler verausgabt wurden.

Die Kennzahl „Ausgaben für öffentliche Schulen pro Schülerin beziehungsweise Schüler“ wird dadurch ermittelt, dass die Ausgaben für Personal, laufenden Sachaufwand und Investitionen an öffentlichen Schulen auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler im selben Kalenderjahr bezogen wird. 

Ausgaben1 für öffentliche Schulen je Schüler/-in im Haushaltsjahr 2007 nach Schularten und Ländern in Euro
  Allgemeinbildende Schulen Berufliche Schulen Alle Schularten
Insgesamtdarunter:
Berufsschulen im Dualen System2
1 Personalausgaben für Schulen und Schulverwaltung einschließlich unterstellter Sozialbeiträge für verbeamtete Lehrkräfte sowie Beihilfeaufwendungen, laufender Sachaufwand, Investitionsausgaben. Alle Ergebnisse wurden nach der Berechnung gerundet.
2 Teilzeitunterricht.
Deutschland6 000 3 800 2 400 5 500
Baden-Württemberg 6 100 4 500 2 500 5 700
Bayern 6 400 3 600 2 500 5 800
Berlin 7 100 4 200 2 600 6 400
Brandenburg 6 000 3 100 2 600 5 300
Bremen 6 200 3 400 2 200 5 300
Hamburg 7 300 4 600 3 100 6 500
Hessen 6 200 4 300 2 900 5 800
Mecklenburg-Vorpommern 6 300 2 800 2 100 5 200
Niedersachsen 5 700 3 800 2 200 5 300
Nordrhein-Westfalen 5 200 3 300 2 100 4 800
Rheinland-Pfalz 5 600 3 500 2 200 5 200
Saarland 5 700 3 200 2 100 5 000
Sachsen 7 000 3 900 2 600 6 100
Sachsen-Anhalt 7 500 3 100 2 000 6 300
Schleswig-Holstein 5 400 3 500 2 500 4 900
Thüringen 7 900 4 600 3 000 7 000

Interessant ist auch der Vergleich mit den Daten von vor 2 Jahren auf unserer WEB-Seite.

Weitergehende Daten, insbesondere detaillierte Länderkennzahlen, stehen in der Publikation „Ausgaben je Schüler/-in 2009“ zur Verfügung.

Geschrieben von Administrator am 27.04.2012

Eintrag vom:
21.03.2012

Turbo-Abi lässt Schülerzahl schrumpfen

Pressemeldung SPIEGEL ONLINE

Gehen Deutschland die Schüler aus? Ihre Zahl sinkt in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung. Mit verantwortlich ist die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium. Der Negativtrend wird sich wohl fortsetzen.

Hamburg - In Deutschland gibt es immer weniger Schüler. Rund 11,4 Millionen Mädchen und Jungen werden im laufenden Schuljahr unterrichtet, so wenige wie nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl sinkt seit dem Schuljahr 1998/99 ständig, im Vergleich zum vergangenen Schuljahr um 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in berichtete.

Ursache ist neben der demografischen Entwicklung die Umstellung auf das Abitur nach acht Jahren. So gingen in Bayern mit minus 3,8 Prozent und in Niedersachsen mit minus 3,1 Prozent die Zahlen der Schüler binnen eines Jahres besonders stark zurück. In beiden Bundesländern gibt es seit Sommer 2011 nur noch das achtjährige Gymnasium und somit eine Klassenstufe weniger.

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Geschrieben von Administrator am 21.03.2012

Eintrag vom:
12.03.2012

Chancengerechtigkeit: Nachholbedarf in allen Bundesländern

“Chancenspiegel” leistet erstmals umfassende Bestandsaufnahme: Wie gerecht und leistungsstark sind unsere Schulsysteme? Ergebnis: Chancengerechtigkeit und Leistungsstärke sind vereinbar, aber kein Bundesland ist überall spitze

Pressemitteilung Bertelsmann Stiftung 11.03.2012

Die Chancen von Schülern, soziale Nachteile zu überwinden und ihr Leistungspotenzial auszuschöpfen, unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland deutlich. Das zeigt der Chancenspiegel, mit dem die Bertelsmann Stiftung und das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund die Schulsysteme aller Bundesländer auf Chancengerechtigkeit untersucht haben. Ergebnis: Kein Land ist überall spitze, kein Land überall Schlusslicht - aber die Unterschiede zwischen den Ländern sind erheblich.

Mit dem Chancenspiegel möchten Bertelsmann Stiftung und IFS mehr Transparenz über die Chancengerechtigkeit in den deutschen Schulsystemen schaffen. “Es wird zwar viel über Chancengerechtigkeit debattiert, aber als Diskussionsgrundlage fehlt bislang ein Ländervergleich, der auf Fakten beruht”, sagte Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung. Der Chancenspiegel soll ein Schritt sein, diese Lücke zu füllen. Er versucht erstmals für Deutschland, Chancengerechtigkeit konkret zu erfassen und vergleichbar zu machen, damit Wissenschaft und Politik dieses zentrale Thema künftig besser diskutieren und bewerten können. Dafür haben die IFS-Wissenschaftler um Professor Wilfried Bos für jedes Bundesland analysiert, wie gerecht und wie leistungsstark das dortige Schulsystem ist.

Der Chancenspiegel bewertet Gerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der Schulsysteme in vier Dimensionen: Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe. An ihnen kann man ablesen, wie integrativ Schulsysteme sind, ob sie soziale Nachteile wettmachen, Klassenwiederholungen und Schulabstiege vermeiden, welche Lesekompetenzen sie vermitteln, wie viele Schüler sie zur Hochschulreife führen oder wie erfolgreich insbesondere Schulabgänger ohne oder nur mit Hauptschulabschluss sind, einen Ausbildungsplatz zu finden. Im Kern beschreibt der Chancenspiegel somit, wie die Schulsysteme der Länder mit Vielfalt umgehen: Inwiefern werden starke ebenso wie schwache Schüler gefördert? Werden diejenigen wirksam unterstützt, die schon bei der Einschulung benachteiligt sind?

“Die Bundesländer müssen deutlich mehr voneinander lernen.” Das ist für Jörg Dräger die zentrale Schlussfolgerung aus den großen Unterschieden zwischen den Ländern, die der Chancenspiegel abbildet. Das Ausmaß der Unterschiede verdeutlichen einige Beispiele: In Sachsen-Anhalt ist der Anteil der Kinder, die auf einer separaten Förderschule unterrichtet werden und keinen Zugang zur Regelschule haben, nahezu drei Mal höher als in Schleswig-Holstein. Und in Sachsen besuchen drei von vier Schülern eine Ganztagsschule, in Bayern nicht einmal jeder zehnte. “Hier bestehen Gerechtigkeitslücken, denn sowohl die Ganztagsschule als auch der Besuch einer Regel- statt einer Förderschule steigern die Bildungschancen”, sagte Dräger.

Ein regionales Gefälle zeigt sich auch im Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lesekompetenz, der in Bremen fast doppelt so hoch ist wie in Brandenburg. Eine Hochschulzugangsberechtigung erreichen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, im Saarland und in Baden-Württemberg jeweils mehr als die Hälfte der Schüler - in Mecklenburg-Vorpommern nicht einmal 36 Prozent.

IFS-Direktor Professor Bos betonte, dass ausnahmslos alle Bundesländer Entwicklungsbedarf haben. “Wir hoffen, dass der Chancenspiegel die bildungspolitische Debatte um Chancengerechtigkeit in Deutschland zu versachlichen hilft”, sagte Bos. Wünschenswert für die Zukunft sei eine bessere und transparentere Datenlage. “Die Ergebnisse des Chancenspiegels können durchaus als Argumente für einen Wettbewerbsföderalismus verwendet werden. Dafür allerdings ist es unverzichtbar, die Vergleichbarkeit zu stärken. So wäre es zum Beispiel auch interessant, die Abschlüsse von inklusiv beschulten Kindern zu vergleichen mit den Abschlüssen von Förderschülern. Hier besteht noch Entwicklungspotenzial in der Datenbereitstellung der allgemeinen Statistik”, warb Bos für eine größere Offenheit der Länder gegenüber vergleichenden Länderstudien.

Der Chancenspiegel zeigt auch, dass Schulsysteme in Deutschland durchaus fair und leistungsstark zugleich sein können. In Sachsen etwa ist das Schulsystem vergleichsweise durchlässig: Die Chancen für Kinder aus unteren Sozialschichten auf einen Gymnasialbesuch sind relativ gut, nur wenige Schüler bleiben sitzen. Sachsen überzeugt aber nicht nur in dieser Gerechtigkeitsfrage, sondern auch bei der Kompetenzförderung. Sowohl die leistungsstärksten als auch die leistungsschwächsten Schüler gehören deutschlandweit zu den Besten ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe. “Leistung und Gerechtigkeit sind im Bildungssystem kein Widerspruch - und dürfen es auch nicht sein. Gute Bildungspolitik strebt beide Ziele gleichermaßen an”, sagte Dräger.

Information zum Instrument: Der Chancenspiegel versteht sich als ein ergänzendes Instrument der Bildungsberichterstattung. Er basiert auf einem umfassenden Verständnis von Chancengerechtigkeit, das unterschiedliche Theorieansätze zusammenführt und operationalisiert. In den vier Dimensionen Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe bewertet der Chancenspiegel ausgewählte Indikatoren aus den amtlichen Statistiken und empirischen Leistungsvergleichsstudien. Ein Gruppenvergleich stellt die Chancenprofile der Bundesländer dar. Alle Informationen sind übersichtlich und grafisch aufbereitet unter www.chancen-spiegel.de. Der Chancenspiegel wird in den kommenden Jahren fortgeschrieben.

Weitere Informationen und Chancenprofile der einzelnen Bundesländer finden Sie als Download unter:

Chancenspiegel - Zusammenfassung zentraler Befunde [pdf 4.3 MB]
Chancenprofil NRW [pdf 38KB]

Geschrieben von Administrator am 12.03.2012

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