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Eintrag vom:
29.06.2012

PRIMUS: Neuer Schulversuch vereint Grundschule mit weiterführender Schule

Pressemitteilung MSW 29.06.2012

Das Schulministerium startet zum Schuljahr 2013/14 einen neuen Schulversuch zum längeren gemeinsamen Lernen. Bis zu 15 Schulen können den Zusammenschluss von Grundschulen mit weiterführenden Schulen zu einer von Jahrgangsstufe 1 bis 10 durchgehenden Schule über einen Zeitraum von zehn Schuljahren erproben. Grundlage dafür sind entsprechende Vereinbarungen im Rahmen des Schulkonsens und das von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in der vergangenen Legislaturperiode beschlossene Schulgesetz. Schulministerin Sylvia Löhrmann sagte: „Wir wollen Erkenntnisse darüber gewinnen, in welcher Weise die Arbeit der Grundschulen in die der weiterführenden Schulen einbezogen werden kann, und welche Auswirkungen das längere gemeinsame Lernen unter diesen besonderen Bedingungen auf das Lernverhalten, die Leistungsentwicklung und das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler hat.“

„Wir werden beobachten“, so Löhrmann weiter, „ob durch PRIMUS-Schulen die Chancengerechtigkeit und die Leistungsfähigkeit des Schulwesens erhöht werden, und ob Schülerinnen und Schüler dadurch zu besseren Abschlüssen geführt werden können.“ Beteiligen können sich grundsätzlich alle Schulformen der Sekundarstufe I. Unter wissenschaftlicher Begleitung soll erprobt werden, wie im Hinblick auf die demographische Entwicklung und die sich wandelnde Abschlussorientierung der Eltern weiterhin ein wohnortnahes finanzierbares Schulangebot ermöglicht werden kann. Dabei wird auch untersucht, welche Rolle die unterschiedlichen Ausgangssituationen und Anforderungen in städtischen Ballungszonen einerseits und im ländlichen Raum andererseits spielen.

Der Unterricht wird in allen Klassen ohne äußere Leistungsdifferenzierung integriert in heterogen zusammengesetzten Lerngruppen erteilt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler. Ziel ist es, Bildungsbiographien ohne Brüche zu ermöglichen. Ebenso wie bei den Sekundarschulen sichern auch die Schulen in diesem Schulversuch durch eine Kooperationsvereinbarung mit der gymnasialen Oberstufe mindestens einer anderen weiterführenden Schule, dass die Schülerinnen und Schüler bei entsprechender Qualifikation dort die allgemeine Hochschulreife erwerben können. Schulträger können ab sofort über die Bezirksregierungen Anträge auf Teilnahme am Schulversuch für das Schuljahr 2013/2014 stellen. Zum Schuljahr 2014/15 ist ein weiterer Antragstermin vorgesehen.

Weitere Informationen unter www.schulministerium.nrw.de

 

Geschrieben von Administrator am 29.06.2012

Eintrag vom:
18.03.2011

Länger gemeinsam lernen

Presseerklärung LER-NRW, GGG-NRW und SLVGE-NRW 18.03.2011

Landesweite Trends
Zum nächsten Schuljahr werden 6 neue Gesamtschulen und 14 Gemeinschaftsschulen gegründet. Rund 1.900 Schülerinnen und Schülern wird damit die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens in NRW geboten. Ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.

Allerdings entspricht dieses zusätzliche Angebot keineswegs dem landesweiten Bedarf. Mehr als ein Viertel aller Viertklässler werden inzwischen an 231 Gesamtschulen und 14 Gemeinschaftsschulen angemeldet. Von den 43.460 Kinder, deren Eltern sich eine integrativ arbeitende Schule wünschten, wurden 11.080 wegen fehlender Plätze nicht aufgenommen. Die Stadt Münster und die Kreise Borken und Höxter und der Hochsauerlandkreis entziehen sich der Diskussion, indem sie keine öffentliche Gesamt- oder Gemeinschaftsschule anbieten. Immer noch gibt es Kreise, in denen mehr Kinder abgelehnt als aufgenommen werden: Kreis Kleve, Rhein-Sieg-Kreis, Warendorf; Angemeldet 301, 1218, 349; Abgelehnt 161, 630, 181; Ablehnungsquote 53,5%, 51,7%, 51,9%. In den Kreisen Neuss, Rhein-Erft, Steinfurt und Paderborn liegt der Anteil der Abweisungen ebenfalls noch über 40%. Dem Elternwunsch wird hier in eklatanter Weise nicht entsprochen.

Der Wunsch der Eltern nach längerem gemeinsamen Lernen ist überdeutlich. In diesem Jahr wurden 1.070 Kinder mehr angemeldet als im Jahr 2010, dies trotz leicht sinkender Schülerzahlen in den vierten Schuljahren. Mit jeder Neugründung steigt der Anteil der Viertklässler, die an einer integrativen Schule angemeldet werden. In Aachen nimmt die 4. Gesamtschule zum neuen Schuljahr ihren Betrieb auf. Das zusätzliche Angebot führte zu weiteren Anmeldungen an den Aachener Gesamtschulen: Wurden im vergangenen Jahr 713 Kinder angemeldet, sind es in diesem Jahr 824. Von diesen erhalten 208 keinen Platz. In Ascheberg gibt es mit der neuen Gemeinschaftsschule erstmalig die Chance des längeren gemeinsamen Lernens. Angemeldet wurden von den 183 Kindern in Ascheberg 140. Dreiviertel aller Kinder besuchen die Gemeinschaftsschule Ascheberg, die Schule am Ort. Eine ähnliche Entwicklung ergibt sich für die Gemeinschaftsschule in Rheinberg mit einer Anmeldezahl von 153. Die Hartnäckigkeit der Eltern in Sankt Augustin führte in diesem Jahr endlich zum Erfolg. Wurde im vergangenen Jahr unter der schwarz-gelben Landesregierung einiges unternommen, die notwendige Zahl von 112 Anmeldungen
zu verhindern, verzeichnet die Gesamtschule in Sankt Augustin in diesem Jahr 176 Anmeldungen und wird damit endlich gegründet.

Jahrzehntlange Missachtung des Elternwillens – das Beispiel Wuppertal

Wie in vielen Städten des Landes ist die hohe Nachfrage nach Gesamtschulplätzen auch in Wuppertal nicht neu. Die Statistik zeigt, dass seit 2000 mit einer Ausnahme die Gesamtschule die am meisten nachgefragte Schulform ist. Während aber an den Gymnasien nahezu alle Schülerinnen und Schüler einen Platz finden, wird der Elternwille derer, die für ihre Kinder einen Gesamtschulplatz nachfragen, seit mehr als einem Jahrzehnt eklatant missachtet. Die Entwicklung der Anmeldeüberhänge zeigt, dass in Wuppertal seit mehr als einem Jahrzehnt mindestens 14 Gesamtschulzüge oder - je nach Zügigkeit - zwei bis drei Gesamtschulen fehlen. Man stelle sich vor, in einer Stadt irgendwo im Land bekämen über die Jahre hinweg 400 oder mehr Schülerinnen und Schüler keinen Platz an einem Gymnasium. Mancher Schulträger mag darauf setzen, dass die Eltern, die einen Gesamtschulplatz nachfragen und nicht erhalten, nicht in gleicher Weise „kampagnenfähig“ sind wie die Eltern, die einen Gymnasialplatz nachfragen. Nur so ist eine derart ungleiche Behandlung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zu verstehen. Zu dulden ist sie – in Wuppertal oder anderswo - eigentlich nicht.

Die Nachfrage folgt dem Angebot

Die Daten des Jahres 2011 zeigen auch: Dort, wo in größerem Umfang Gesamtschulplätze angeboten werden (wo also die Zahl der Gesamtschulen pro (tausend) Viertklässler höher ist), steigt auch die Nachfrage (gemessen in Prozent der Viertklässler im Anmeldeverfahren). Man erkennt: Je größer die Chance für ein Kind ist, einen Platz an einer Gesamtschule zu erhalten, umso mehr Eltern finden auch den Weg in die Anmeldung. Zu vermuten ist, dass im gegenteiligen Fall viele Eltern ihren Kindern die Enttäuschung einer Ablehnung ersparen wollen - und deswegen gar nicht erst anmelden. Zugleich wird eine größere Gesamtschuldichte auch die Schulwege der Kinder so verkürzen, dass die Attraktivität der Schule noch weiter steigt.

Forderungen an die Landespolitik und die kommunale Schulentwicklungsplanung

Elternwille
Dem veränderten Elternwahlverhalten ist zu entsprechen. Längeres gemeinsames Lernen und das Offenhalten der Schullaufbahn bis hin zum Abitur entspricht dem Wunsch vieler Eltern. In NRW existieren für diese Art von Schule jetzt zwei Modelle: die Gesamtschule und die Gemeinschaftsschule.

Wahl des Modells längeren gemeinsamen Lernens
Die beiden Schulformen Gesamtschule und Gemeinschaftsschule werden beide als Möglichkeit gesehen, Schritte auf dieses Ziel hin zu gehen. Das trifft besonders zu, wenn die Gemeinschaftsschule in integrierter Form geführt wird. Je nach den schulentwicklungsplanerischen Voraussetzungen ist zu entscheiden, ob eine neue Gesamtschule oder Gemeinschaftsschule zielführender ist. Überall, wo die Überhänge und die Situation die Gründung neuer Gesamtschulen zulassen, müssen Gesamtschulen gegründet werden.

Für Gesamtschulen und Gemeinschaftsschulen gilt gleichermaßen, dass die Heterogenität gesichert sein muss.
Wenn es um die Gründung einer Gemeinschaftsschule geht, sind die Realschulen und auch die Gymnasien in den Prozess der Schulentwicklungsplanung einzubeziehen. Die Entstehung oder Verfestigung von Restschulen gleich welchen Namens mit anregungsarmen Entwicklungsmilieus muss verhindert werden. Für den Fall, dass die Gemeinschaftsschule lediglich aus einer Hauptschule hervorgeht, ist zu belegen, dass eine heterogene Schülerschaft zu erwarten ist. Heterogenität kann entstehen, wenn die Hauptschule die einzige weiterführende Schule am Ort ist. Ein reiner Etikettentausch ist nicht sinnvoll.

GGG und SLV-GE-NRW suchen die Zusammenarbeit mit den neuen Gemeinschaftsschulen.
Deshalb bieten wir den Gemeinschaftsschulen und ihren Leitungen an, ihre schulpolitische Heimat in unseren Verbänden zu finden. Wir bieten an, unsere jahrzehntelange Erfahrungen im Umgang mit heterogenen Lerngruppen, in der Organisation des Ganztags, hinsichtlich guter und besserer Formen der Fachleistungsdifferenzierung, hinsichtlich fächerübergreifenden Lernens zur Verfügung zu stellen. Und wir freuen uns, von vielen guten Ideen zu lernen, wie sie in den Schulprogrammen der neu gegründeten Gemeinschaftsschulen zu finden sind.

Den Pressetext und die Daten finden Sie hier ...

Geschrieben von Administrator am 18.03.2011

Eintrag vom:
08.02.2010

“Länger gemeinsames Lernen”

Deutscher Philologenverband interpretiert PISA-Daten vollkommen neu:

Deutsche PISA-Daten 2006 sprechen eindeutig gegen sechsjährige Grundschule

Pressemitteilung dphv 08.02.10

Meidinger: Brandenburg ist in Sachen Bildungsgerechtigkeit das “schwarze Schaf” in Deutschland

Gegen die immer wieder von Bildungspolitikern und auch in einigen Medien wiederholte Behauptung, die PISA-Daten unterstützten eine Verlängerung der Grundschuldauer, hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, in Berlin anhand aktueller PISA-Vergleichsuntersuchungen gewandt.

Dabei erinnerte er daran, dass gerade diese These bei den Verhandlungen um die verpflichtende Einführung der Primarstufe von den Reformbefürwortern immer wieder bemüht werde. Der Verbandschef verwies darauf, dass bei der Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA 2006 erstmals auch ein Vergleich zwischen den Bundesländern vorgelegt worden sei, der die Veränderungen hinsichtlich sozialer Disparitäten bei Kompetenzerwerb und Bildungs-beteiligung im Zeitraum zwischen PISA 2000 und PISA 2006 dokumentiere. Dies seien die wichtigsten Kenngrößen für den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, also für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.

“Ein Blick auf das einzige Bundesland, das in diesem Zeitraum eine verpflichtende sechsjährige Grundschule eingeführt hatte, Brandenburg, fördert Erstaunliches zutage. Nicht nur, dass sich in Brandenburg der Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und Bildungserfolg (Steigung des sozialen Gradienten) im Berichtszeitraum ‘signifikant’ erhöht hat, auch in der Lesekompetenz konnte eine ‘tendenzielle Zunahme der sozialen Unterschiede’ festgestellt werden. Das Autorenteam um Prof. Baumert stellt in dieser Vergleichsuntersuchung außerdem fest, dass sich deutschlandweit lediglich in Brandenburg der ‘Gymnasialanteil für Schülerinnen und Schüler der oberen Dienstklasse statistisch bedeutsam erhöht’ habe. In keinem Bundesland mit vierjähriger Grundschule liegt außerdem die Gymnasialbeteiligung von Oberschichtkindern so hoch wie in Brandenburg, nämlich bei 63 Prozent”, betonte Meidinger.

Der DPhV-Vorsitzende bemühte auch die in dieser Vergleichsuntersuchung dargestellten Daten für die Chance eines Arbeiterkindes im Vergleich zu Kindern aus der oberen Dienstklasse, das Gymnasium zu besuchen. Diese Chancen hätten sich von 2000 bis 2006 bei gleicher Lesekompetenzstufe in Brandenburg von 1 : 1,9 auf 1 : 4,3 verschlechtert. Damit gehöre Brandenburg nicht nur zu den drei Ländern mit den schlechtesten Aussichten für Arbeiterkinder, ein Gymnasium zu besuchen, sondern stelle auch den absoluten Negativrekord auf, was die Verschlechterung der sozialen Chancengerechtigkeit im Vergleichszeitraum betrifft (minus 2,4), während sich beispielsweise Bayern um den Faktor 3,8 verbessern konnte.

Meidinger zog folgendes Resümee: “Auch wenn es sicher unzulässig ist, die Zunahme der Bildungsungerechtigkeit in Brandenburg allein auf die längere Grundschulzeit zu schieben, welche viele bildungsinteressierte Eltern offensichtlich dazu antreibt, sich noch intensiver um den Bildungserfolg ihrer Kinder zu kümmern, kann man doch feststellen, dass eine längere Grundschulzeit in Deutschland keinerlei positiven Effekte hinsichtlich mehr sozialer Chancengerechtigkeit bzw. größerer Leistungsstärke hat. Im Gegenteil: Die soziale Schere geht weiter auf! Brandenburg mit seiner längeren Grundschulzeit ist das schwarze Schaf in Sachen Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.”

Der DPhV-Bundesvorsitzende plädierte deshalb nachdrücklich dafür, von einer verpflichtenden zwangsweisen Einführung der Primarschule in Hamburg in jedem Fall abzusehen, sondern stattdessen nach einem angemessenen Zeitraum die Ergebnisse der freiwilligen Starterschulen intensiv zu evaluieren. “Verfehlte Schnellschuss-Experimente der Bildungspolitik auf Kosten der Kinder als wehrlose Versuchskaninchen haben wir in Deutschland schon genug gehabt!”, sagte Meidinger.

Hier der tabellarische Nachweis zur Chance eines Facharbeiterkindes im Vergleich zu Kindern der oberen Dienstklasse, das Gymnasium zu besuchen bei gleichen Lesekompetenzen (aufgelistet nach Bundesländer)

Geschrieben von Administrator am 08.02.2010

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