| Eintrag vom: 05.02.2010 |
Vorstoß der Grundschulleiter egoistisch und gefährlich!Kinder werden durch eine längere Grundschulzeit gebremst. RLV sieht schon die rote Einheitsschule am Horizont aufziehenPressemitteilung RLV - NRW 05.02.10 450 von über 3.000 Grundschulleitern in Nordrhein-Westfalen unterstützen eine Unterschriftenaktion für längeres gemeinsames Lernen. Es ist geradezu ungeheuerlich, sich mit einem solch schwachen Votum in die Öffentlichkeit zu wagen. Inhaltlich ist der Vorstoß allzu durchsichtig. Hinter dem vordergründig hübsch klingenden Slogan „Länger gemeinsam lernen“ stecken knallharte Einheitsschul-Ideologie und persönliche Egoismen. „Dass nun auch noch Grundschulleiter auf diesen Zug aufspringen und für weitere Verunsicherung der Eltern und für Unruhe an den Schulen sorgen, ist fast schon dreist“, kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW. Die Initiatoren treibt der Eigennutz. Durch eine Aufblähung der Grundschulsysteme sollen offenbar sinkende Schülerzahlen infolge des demografischen Wandels kompensiert und Schulstandorte gesichert werden. Das ist mit Blick auf die weiterführenden Schulen nicht nur egoistisch, sondern mit Blick auf die Entwicklung der Schüler auch gefährlich. „Dies ist besonders infam, weil hier Politik auf Kosten von Kindern gemacht werden soll“, so Balbach. Denn es gibt keinen wissenschaftlich validen Beleg, dass längeres gemeinsames Lernen Vorteile bringt – im Gegenteil: Prof. Lehmann hat in seiner Berliner ELEMENT-Studie von 2008 festgestellt, dass Abgänger von sechsjährigen Grundschulen gegenüber Gleichaltrigen, die nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium gewechselt sind, einen erheblichen Lernrückstand haben. Zudem werden soziale Disparitäten durch zwei zusätzliche Grundschuljahre nicht nivelliert, sondern eher noch verstärkt. Geschrieben von Administrator am 05.02.2010 |
| Eintrag vom: 05.02.2010 |
Initiative von Grundschulleiterinnen und Grundschulleitern für längeres gemeinsames LernenSchon mehr als 500 UnterschriftenVor einer Woche haben die SchülerInnen der 4. Klassen ihr Halbjahreszeugnis bekommen zusammen mit der Empfehlung für den Besuch der weiterführenden Schule. Die Erfahrungen in den Grundschulen und viele wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Schulformprognosen zu einem erschreckend hohen Prozentsatz im Laufe der weiteren Schullaufbahn revidiert werden müssen. Dabei ist nach Erfahrung aller Beteiligten nicht die Beratung der Grundschule oder die Entscheidung der Eltern falsch, falsch ist allein der Zwang, diese Entscheidung überhaupt zu diesem Zeitpunkt für so junge Kinder fällen zu müssen. Eine längere gemeinsame Schulzeit wäre ein erster Schritt für bessere Lebenschancen für unsere Kinder. 450 Grundschulleiterinnen und –leiter in ganz NRW haben innerhalb kürzester Zeit den untenstehenden Aufruf für ein längeres gemeinsames Lernen unterschrieben.
Wir erklären daher: Uns reicht die Zeit gemeinsamen Lernens aller Kinder nicht! Grundschule braucht
Kinder brauchen
Wir wollen eine Schule leiten, die die Lebenschancen aller Kinder fördert und nicht durch die Verteilung auf verschiedene weiterführende Schulformen belastet. Vier Grundschuljahre sind zu kurz, um Chancengleichheit zu schaffen und jedem Kind seine individuelle Entwicklung zu ermöglichen. Die Initiative der Grundschulleiterinnen und –leiter ist unabhängig und hat sich nur für diesen Appell zusammengeschlossen. Kontakt: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen), .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen), .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen) Weitere Informationen unter: www.grundschulverband-nrw.de Geschrieben von Administrator am 05.02.2010 |