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Eintrag vom:
19.07.2010

Volksentscheid in Hamburg

Pressemitteilung PHV - NRW 19.07.10

Warnschuss für rot-grüne Schulpläne zur Einebnung der Schullandschaft in NRW

Mit einem so klaren Ergebnis von mehr als 56 % Zustimmung zur Hamburger Volksinitiative hat selbst der nordrhein-westfälische Philologen-Verband kaum gerechnet.

Immerhin hatten sich sämtliche Organisationen, die für ein integratives Einheitsschulsystem eintreten, darauf verständigt, den Zwischenschritt der Grundschulzeitverlängerung in Hamburg mit allen Mitteln zu unterstützen.

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband gratuliert den Hamburger Volksentscheid-Siegern. Er gratuliert aber auch seinem eigenen Bundesverband, dem Deutschen Philologen-Verband, der sich maßgeblich in Hamburg engagiert hatte und immer wieder die Folgen für ein 6-jähriges Gymnasium herausstellte.

„Wir sind sehr zufrieden damit, dass ideologischen Schulpolitikern endlich Grenzen aufgezeigt wurden. Auch in Nordrhein-Westfalen wird der Philologen-Verband nicht zulassen, dass die Gymnasien zuerst ausgehungert und letztlich durch Gemeinschaftsschulen ersetzt werden“, erklärt Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes. „Hamburg ist mehr als ein Warnschuss an die rot-grünen Schulstrukturpläne in NRW. Es ist geradezu ein Kanonendonner.

Wir raten den Schulpolitikern dringend, statt Strukturdebatten mit vielen Versprechungen allein für Gemeinschaftsschulen, endlich bessere Rahmenbedingungen für alle Schulen vorzunehmen. Wir benötigen dringend mehr Lehrereinstellungen und kleinere Klassen. „Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer wollen endlich Schulfrieden und nicht eine ständig für Unruhe sorgende Strukturdebatte“ – so Peter Silbernagel.

Geschrieben von Administrator am 19.07.2010

Eintrag vom:
12.07.2010

Aktionsbündnis Schule NRW kritisiert den Koalitionsvertrag

Pressemitteilung Aktionsbuendnis-Schule.de 12.07.10

Eltern- und Lehrerverbände befürchten Schulpolitik der Beliebigkeit und Unübersichtlichkeit

Der Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung weckt bei den 16 schulischen und außerschulischen Organisationen des Aktionsbündnisses Schule eine Vielzahl von Befürchtungen.

Waren die letzten fünf Jahre wesentlich geprägt von Qualitätsdebatten, so steht nunmehr eine Fülle von Strukturfragen auf der Agenda. Mit der Ankündigung, mittel- und langfristig sämtliche Schulformen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln, geht die Sorge der einzelnen Schulen einher, zu den ersten „Opfern“ der Strukturmaßnahmen zu werden. Die Landesregierung selbst entzieht sich ihrer Verantwortung und schiebt die Verantwortung für die Struktur des Schulwesens auf die Kommunen. Schon bereiten sich Eltern- und Lehrerverbände auf eine Fülle von Auseinandersetzungen vor. Die Schullandschaft Nordrhein-Westfalens dürfte künftig von Diffusität geprägt sein.

„Die angekündigte Bevorzugung der Gesamt- und Gemeinschaftsschulen wird zudem die schulpolitische Auseinandersetzung weiter anheizen“, prognostiziert Peter Silbernagel, Sprecher des Aktionsbündnisses Schule. „Lieber hätten wir gelesen, dass die unterrichtlichen Rahmenbedingungen verbessert und die Klassen beispielsweise an allen Schulen kleiner werden. Hierzu wie auch zur Unterrichtsversorgung insgesamt und zu den bereits jetzt vorhandenen fachspezifischen Engpässen schweigt sich der Koalitionsvertrag aus.“

Konsequent geht die Landesregierung ihren Weg zur Überwindung des Schulformbezugs. Die gerade erst neu konzipierte Lehrerausbildung soll nicht mehr wie geplant schulformbezogen erfolgen, sondern „zügig und gezielt“ überarbeitet werden. Die schulformbezogenen Elternorganisationen sollen durch eine schulformübergreifende Landeselternvertretung ersetzt werden. Und wie vor fünf Jahren wird eine Strukturreform der zur Zeit noch schulformbezogenen Schulaufsicht angekündigt.

„Mit der Freigabe der Schulformwahl, der Verpflichtung der Schulen, jedem Schüler einen Abschluss mitzugeben und der Vorgabe, dass keine Schülerin und kein Schüler mehr gegen den eigenen Willen und den Willen der Eltern die einmal gewählte Schule verlassen muss, werden äußerst fragwürdige schulpolitische Akzente gesetzt“, so Peter Silbernagel.

Das Aktionsbündnis Schule erklärt seine Bereitschaft zur fairen und konstruktiven Zusammenarbeit in der Schulpolitik. Allerdings ist die Gefahr groß, dass die rot-grünen schulpolitischen Entscheidungen der Beliebigkeit und Unübersichtlichkeit Vorschub leisten.

So verabschiedet sich die Landesregierung auf Raten von der ursprünglich von ihr selbst beschlossenen Schulzeitverkürzung für die Gymnasien. Die Entscheidung, ob Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten auf Zeugnissen erscheint, wird in die Entscheidung jeder einzelnen Zeugnis- oder Versetzungskonferenz einer Schule gelegt und den Kommunen wird die Möglichkeit eröffnet, nicht nur für Grundschulen Schuleinzugsbereiche einzurichten, sondern künftig für jede (!) Schulform dieses Instrumentarium zu nutzen, um in die Schulentwicklung steuernd eingreifen zu können.

Schulpolitik NRW – quo vadis?!

Geschrieben von Administrator am 12.07.2010

Eintrag vom:
08.07.2010

Rot-grünes Schulreförmchen empört Eltern und Lehrer

Presseveröffentlichung Spiegel Online 08.07.10

Schulreform light? Ist NRW auf dem richtigen Weg?

Von Lars Geiges und Jochen Leffers

Im NRW-Wahlkampf haben SPD und Grüne die große Schulreform angekündigt. Jetzt zeigt sich: Die Grundrenovierung des Bildungssystems fällt aus, stattdessen gibt es einen Umbau light. Dennoch formiert sich wütender Protest bei Lehrern und Eltern.

Die tiefen Wunden sind noch immer nicht richtig verheilt - dabei ist der Streit schon mehr als 30 Jahre her. 1976 veröffentlichte die SPD-Regierung in Nordrhein-Westfalen einen Gesetzentwurf für die “kooperative Schule”. Hauptschulen im Land sollten mit mindestens einer weiteren Schule vereinigt werden - die Realschule musste, das Gymnasium sollte eingegliedert werden.

Die Aufregung war groß. Gesamtschulen waren bis dahin unbekannt. Die Opposition warnte vor dem großen Bildungsverfall. Eltern protestierten und zettelten ein Volksbegehren gegen die “Koop-Schule” an, unterstützt von der CDU sammelten sie dreieinhalb Millionen Unterschriften. Das Volksbegehren von 1978 ist bisher das einzig erfolgreiche in NRW. Die SPD war blamiert.

Dennoch unternehmen die Sozialdemokraten an Rhein und Ruhr jetzt einen neuen Reformversuch. In der kommenden Woche soll SPD-Landeschefin Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin gewählt werden und mit den Grünen eine Minderheitsregierung bilden. Eines der ersten rot-grünen Vorhaben: die Einführung von Gemeinschaftsschulen.

Doch die große Reform kommt nun mit geringerer Wucht, als es die wahlkämpferischen Ambitionen von Sozialdemokraten und Grünen nahelegten. “Wir brauchen schleunigst ein durchlässigeres Schulsystem”, hatte Kraft stets betont und sich ebenso für Gemeinschaftsschulen stark gemacht wie Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann, die Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin werden soll.

Bloß kein “Schulkrieg” - aber auch nur ein bisschen Frieden

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Geschrieben von Administrator am 08.07.2010

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