Ganztagsausbau in NRW geht weiterPressemitteilung MSW 23.05.2012 Der Ausbau des Ganztags in Nordrhein-Westfalen geht weiter. Zum kommenden Schuljahr konnten jetzt alle Anträge auf Einrichtung von Offenen Ganztagsangeboten (OGS) bewilligt werden. Insgesamt stehen 248.000 OGS-Plätze an 2.779 Grund- und 265 Förderschulen zur Verfügung. Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Die Entwicklung des Ganztags in NRW ist eine Erfolgsgeschichte, die wir weiter fortschreiben. Mehr Zeit für Kinder, bessere Bildungschancen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – der Ganztag macht all das möglich und ist deshalb so beliebt.“ Auch die Anträge zu den Betreuungsangeboten der „Schule von acht bis eins“ und „Dreizehn Plus“ wurden allesamt bewilligt: Die „Schule von acht bis eins“ wird in Nordrhein-Westfalen nun insgesamt an 422 Schulen angeboten, davon 168 mit „Dreizehn Plus“ als anschließender Ganztagsbetreuung. „Es gibt in NRW kaum noch Grundschulen ohne ein Betreuungs- oder Ganztagsangebot. Das ist erfreulich, aber neben der Quantität muss natürlich auch die Qualität stimmen. Daran müssen wir weiter arbeiten“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann heute in Düsseldorf. Auch an den weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen geht der Ganztagsausbau voran. Die vorliegenden Anträge von Schulen der Sekundarstufe I zum Ganztagsausbau (12 Gymnasien, 3 Realschulen, 7 Förderschulen, 6 Waldorfschulen) wurden genehmigt. Hinzu kommen die 42 neuen Sekundarschulen sowie 19 neue Gesamtschulen, die zum neuen Schuljahr starten und ebenfalls im Ganztag arbeiten. Insgesamt besuchen etwa 35 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen eine Ganztagsschule. 2015 werden es bereits deutlich über 40 Prozent sein. Weitere Informationen: www.schulministerium.nrw.de und www.ganztag.nrw.de. Geschrieben von Administrator am 23.05.2012 Alle Einträge aus der Kategorie: Ganztag |
“Ich glaube nicht, dass der inklusive Weg immer der richtige ist”Pressemeldung blidungsklick.de 18.05.2012 “Wir brauchen Sonderschulen, aber wir brauchen weniger als wir haben”, erklärt Professor Bernd Ahrbeck von der HU Berlin. Warum der Pädagoge und Psychoanalytiker Wermutstropfen in die Inklusionsdebatte gießt und warum er nicht für jedes Kind die inklusive Schule als idealen Ort sieht, erläutert er im Interview mit bildungsklick.de. Herr Prof. Ahrbeck, sollten wir auf Sonderschulen verzichten? Bernd Ahrbeck: Auch die Länder, die sehr viel Integrationserfahrung haben, kennen kein System mit einer kompletten Inklusion. Auch ein Land wie Finnland hat klassische Sonderschulen für rund ein Prozent aller Schüler und zusätzlich besuchen dort rund drei Prozent der Kinder Sonderklassen. Offensichtlich sind der Inklusion Grenzen gesetzt. Allerdings gibt es zwischen Finnland und Deutschland auch einen elementaren Unterschied: 40 Prozent der Schulen in Finnland haben weniger als 50 Schüler und 60 Prozent haben weniger als sieben Lehrer. Insofern ist schon aus historischen und geografischen Gegebenheiten in Finnland so etwas wie ein klassisches Sonderschulsystem überhaupt nicht denkbar. Die großen Schuleinheiten, die wir hier haben, sind in Finnland gänzlich unbekannt. Im Mittelpunkt steht dort die Dorfschule, die Gemeinschaftsschule, so wie in Schweden. Im Mittelpunkt der deutschen Bildungstradition steht das Gymnasium.
Bernd Ahrbeck: Wir brauchen ganz sicher viel weniger Sonderschulen als wir zurzeit haben. Ich bin aber nicht der Auffassung, dass wir prinzipiell keine Sonderschulen mehr benötigen. Die grundlegende Frage ist doch: Was ist das Ziel von Schule, was ist das Ziel von Inklusion? Die Überzeugung, dass das Gemeinsame ein hoher Wert ist, teile ich. Aber das kann nicht das einzige Kriterium sein. Es geht in der Schule auch um die Entwicklung von Leistung und darum, Kinder angemessen auf das Leben vorzubereiten. Insofern ist zum Beispiel die Frage nicht unerheblich, wie viele Kinder, die als lernbehindert gelten, überhaupt zum Hauptschulabschluss kommen. Diese Frage muss man an beide Systeme stellen - an die Inklusion wie an die spezielle Beschulung. Die Erfolge der Sonderschulen sind auf diesem Gebiet nicht überwältigend. 25 bis 30 Prozent der Schüler erreichen einen Hauptschulabschluss. Wir wissen nicht, ob diese Zahl in der Inklusion wirklich höher sein wird. Der Hamburger Schulversuch in den 1990er Jahren, ein klassischer Inklusionsversuch, bei dem u. a. die sonderpädagogische Förderkategorie im Bereich Lernen abgeschafft wurde, hat keine besonders ermutigenden Ergebnisse hervorgebracht. Die leistungsschwächeren Schüler sind die leistungsschwächeren geblieben. Das durchschnittliche Leistungsniveau der Klassen war auffallend gering, die Sonderschulüberweisungsquoten hatten sich nach vier Grundschuljahren keinesfalls reduziert. Auch wenn insgesamt einiges dafür spricht, Lernbehindertenschulen nicht im bisherigen Ausmaß beizubehalten, so stellt sich dennoch die Frage, ob man für bestimmte Kinder weiterhin spezielle Schulangebote bereithalten sollte. Für Kinder nämlich, die in inklusiven Klassen nicht gut zurechtkommen. Besonders sensible Kinder, Kinder, die sich leicht gemobbt fühlen, oder Kinder, die einen stabilen, vertrauten Rahmen brauchen, kommen oft in kleinen überschaubaren Gruppen mit engeren, intensiveren Bindungen besser zurecht. Geschrieben von Administrator am 18.05.2012 Alle Einträge aus der Kategorie: GU / Inklusion |
15 Prozent der Schüler in NRW sprechen zu Hause kein deutschPressemitteilung IT.NRW 16.05.2012 Im Schuljahr 2010/11 hatte in Nordrhein- Westfalen mehr als jede(r) vierte (26,2 Prozent) der rund zwei Millionen Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen (ohne Weiterbildungskollegs und freie Waldorfschulen) eine Zuwanderungsgeschichte. Wie Information und Technik Nordrhein- Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, wird bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte zu Hause überwiegend nicht deutsch gesprochen. Das sind 15 Prozent der gesamten Schülerschaft. Wie die Grafik zeigt, fällt dieser Anteil an den einzelnen Schulformen unterschiedlich aus:
Die Hauptschulen wiesen mit 25,6 Prozent den höchsten Anteil bei den Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte auf, bei denen zu Hause überwiegend nicht deutsch gesprochen wurde. Bei den Gymnasiast(inn)en war der Anteil mit 5,0 Prozent am niedrigsten. Diese und weitere interessante Ergebnisse zur Bildungsbeteiligung junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in NRW sowie methodische Hinweise hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen jetzt in der Reihe “Statistik Kompakt” unter dem Titel “Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte” veröffentlicht. Sie steht Ihnen zum kostenlosen Download bereit. Ergebnisse für kreisfreie Städte und Kreise finden Sie im Internet unter: Geschrieben von Administrator am 16.05.2012 Alle Einträge aus der Kategorie: Daten und Statistiken NRW |