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Frau Grune und ihre sieben Zwerge

Mini-Schulklassen in Sachsen-Anhalt

Pressemeldung SPIEGEL-Online 19.07.2011

Aus Radis berichtet Sonja Hartwig

Woanders träumen Eltern und Lehrer davon, hier sind Kleinstklassen Realität: Sachsen-Anhalt stemmt sich gegen das Schulsterben, indem es weniger als zehn Kinder pro Klasse erlaubt. Greifen solche Notmaßnahmen bald überall in der ausblutenden Provinz? Besuch in einer Schrumpfschule.

Bis vor einem Jahr war Heidi Grune, 58, ihre eigene Chefin: Sie war Schulleiterin und Sekretärin zugleich. Mittlerweile hilft ihr aber jemand zweimal die Woche bei der Büroarbeit. So hat Grune einen Job weniger, doch es bleibt genug zu tun: Jetzt ist sie noch Lehrerin für Sport, Mathe, Englisch - und Leiterin eines “kleinen Familienbetriebs”, wie sie sagt. Sie spricht von der Grundschule in Radis, einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt, knapp fünfzig Schüler, rund 1200 Einwohner.

In der ersten Klasse sitzen an einem Freitagmorgen kurz vor den Sommerferien sieben Siebenjährige, ein Mädchen ist krank. “Meine sieben Zwerge”, sagt Heidi Grune, “wir sind wie eine große Familie.”

Noch vor einem Jahr war sie weit weniger gut gelaunt: Damals glaubte sie nicht mehr so richtig daran, dass es weitergeht mit ihrer Schule. Denn acht Anmeldungen für die erste Klasse sind einfach zu wenig, so sehen es die Vorschriften des Kultusministeriums vor: Mindestens zehn Kinder müssen in der ersten Klasse anfangen.

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Geschrieben von Administrator am 19.07.2011

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