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Lehrerfortbildung & Beratung von Schule aus denken

Neues Landesinstitut soll für mehr Qualität sorgen

Pressemitteilung GEW-NRW 16.06.2011

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht dringenden Reformbedarf in der staatlichen Lehrerfortbildung und in der Beratung von schulischen Entwicklungsprozessen. Die schulpolitische Leitaufgabe „Inklusion“ und andere Reformvorhaben können nach Einschätzung der GEW nur gelingen, wenn die Lehrkräfte an den Schulen schnell und wirksam mit Hilfe eines effektiven Fortbildungssystems bei den anstehenden Aufgaben unterstützt werden. Ein „Landesinstitut für Bildung“, wie auch im rot-grünen Koalitionsvertrag vorgesehen, hält die GEW für erforderlich, um die Steuerung des Fortbildungssystems wieder als Landesaufgabe wahrzunehmen und dabei insbesondere auf Qualitätsentwicklung und professionelle Standards in Schule und Lehrerfortbildung zu achten.

„Wir müssen Lehrerfortbildung ganz konsequent von den Bedürfnissen der Schulen aus denken. Um Anschluss an die Entwicklung schulischer Leistungen der erfolgreichen PISA-Länder zu finden, brauchen wir aber auch mehr Geld, qualifiziertes Fortbildungspersonal und viel mehr Zeit“, erklärte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer heute im Pressezentrum des Landtages bei der Präsentation einer Studie, die die Gewerkschaft zum Reformbedarf im System der Lehrerfortbildung in NRW in Auftrag gegeben hat.

Insgesamt geht es der GEW und dem Gutachter darum, dass die Landesregierung ihre Aufgabe bei der Qualitätsentwicklung von Lehrerfortbildung und Schulberatung sowie ihre Steuerungsaufgabe im schulischen Unterstützungssystem wieder verantwortlich wahrnimmt. Schäfer wörtlich: „Wir wollen die Verantwortung des Landes in der Lehrerfortbildung mit einer klaren Orientierung des Angebotes an schulpolitischen Zielmarken und kein marktliberales Modell des Einkaufens von Fortbildungsleistungen, das zu völliger Beliebigkeit führt.“

„Die Schulen brauchen“, so der Verfasser der Studie, Botho Priebe, „maßgeschneiderte Angebote, die vertraglich vereinbart und zeitnah umgesetzt werden.“ Hier könne das Landesinstitut für Bildung, schlank im Format, straff im Management und professionell in den Leistungen, ansetzen. „Für die Schulen, die Fortbildung nachfragen, sind Klarheit, Übersichtlichkeit und Professionalität maßgeblich,“ beschreibt Schäfer die zentralen Anforderungen aus gewerkschaftlicher Sicht. Denkbar sei auch, so die GEW-Landesvorsitzende, unter dem Dach des Landesinstituts eine Fortbildungsakademie für die Qualifizierung von Schulleitungspersonal und Schulaufsicht zu installieren.

Expertise von Botho Priebe als Grundlage für konstruktiven Reformdialog mit Schulministerin Löhrmann

Die GEW hat den ehemaligen Direktor des Instituts für Schulische Fortbildung und Schulpsychologische Beratung des Landes Rheinland-Pfalz, Botho Priebe, mit einer Expertise zur Weiterentwicklung der Lehrerfortbildung in NRW beauftragt. Der Fortbildungsexperte hat in vielen Zusammenhängen Erfahrungen mit Fortbildung und Schulentwicklung gesammelt, auch in anderen Bundesländern und als Beauftragter der Kultusministerkonferenz bei der OECD u. a. für PISA. Mit den Ergebnissen dieser Studie, die sich mit vielen Kernforderungen der GEW deckt, will die GEW in einen konstruktiven Reformdialog mit Schulministerin Löhrmann und den Fortbildungseinrichtungen des Landes treten.

Geschrieben von Administrator am 16.06.2011

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