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Stadtschulpflegschaft Bonn fordert Zentrale Info-Veranstaltung der Stadtverwaltung für die Schulen

Stadtschulpflegschaft Bonn fordert Zentrale Info-Veranstaltung der Stadtverwaltung für die Schulen (Eltern, Schüler und Lehrer) zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen sowie Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen.

In einem Brief an OB Ashok Sridharan fordert die Stadtschulpflegschaft Bonn eine Zentrale Info-Veranstaltung der Stadtverwaltung für die Schulen (Eltern, Schüler und Lehrer) zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen sowie Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen.

Die Unterbringung von Flüchtlingen in städtischen Turnhallen und die Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen stellt für die Bonner Schulen eine große Herausforderung und Belastung dar.

Aus den Veröffentlichungen der Stadt Bonn ist zu entnehmen, dass in den nächsten Monaten wesentlich mehr Turnhallen von städtischen Schulen für die Unterbringung von Flüchtlingen belegt werden sollen.

Wir begrüßen sehr, dass die Stadt Bonn die Liste von mit Belegungen geplanten Turnhallen kurzfristig veröffentlicht haben,  denn nur so können erforderliche Diskussionen geführt werden. Grundsätzlich unterstützen natürlich auch die Bonner Eltern die Bemühungen der Stadt, Flüchtlinge bedarfsgemäß zu versorgen, dennoch möchten wir einige Fragen und Probleme aus ihrer Sicht vorbringen.

Von Seiten des Stadtsportbundes und der Sport-Vereine werden die Folgen und Konsequenzen dieser Entscheidung sehr deutlich dargelegt und der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht. Auch andere Bereiche, z.B. der Förderverein Psychomotorik Bonn e.V., haben ja, wie Sie wissen, erhebliche Schwierigkeiten eine Halle für in diesem Fall die Unterrichtung von Förderkindern zu finden, was sich mit weiteren Belegungen noch verstärken wird.

Gleichermaßen sind die in Ihrer Veröffentlichungen genannten städtischen Schulen und darüber hinaus alle städtischen Schulen von diesem Vorgehen in ihrem Schulleben stark betroffen:

• Die Belegung einer Turnhalle kann gleichzeitig mehrere Schulen betreffen:
      Sporthalle Wasserland:
              Erich-Kästner Grundschule, Gottfried-Kinkel Realschule und Friedrich-Ebert Gymnasium
      Schulzentrum Tannenbusch: 
              Carl-Schurz Grundschule, Freiherr-vom-Stein Realschule, 
              Tannenbusch-Gymnasium als Sportschule NRW und Eliteschule des Sports (DOSB)
      Hardtberghalle: 
              August-Macke Grundschule, Realschule und Gymnasium Hardtberg
usw.

• In den betroffenen Schulen muss Ersatzunterricht durchgeführt werden. Wie soll dies bei den begrenzten räumlichen Ressourcen umgesetzt werden?
Wie sollen Schülern, die einen Sport-Leistungskurs besuchen, der Sportunterricht im erforderlichen Umfang und in der notwendigen Qualität ermöglicht werden?

• Um notwendigen Sportunterricht anzubieten, müssen die Schüler der betroffenen Schulen die Turnhallen anderer Schulen benutzten.  Diese Schulen müssen entsprechende Belegungszeiten zur Verfügung stellen und stehen somit vor ähnlichen Herausforderungen.
Gibt es Absprachen und Regelungen, wie die privaten Schulen zeitweise Turnhallen für den Ersatz-Unterricht zur Verfügung stellen?

• Wie wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler (mindestens in den unteren Klassen) sicher den Weg zur – in der Regel weiter entfernten - Turnhalle sicher absolvieren können und dabei die Wegzeiten vertretbar bleiben, falls denn überhaupt eine Ausweichmöglichkeit gefunden wird?

• Wie wird die Betreuung der Flüchtlinge so gewährleistet, dass der direkt daneben befindliche Schulbetrieb so wenig wie möglich gestört wird? Insbesondere müssen Konflikte, die im gegenseitigen Unverständnis der Lebensweisen liegen, verhindert und durch Aufklärung und Präsenz vor Ort im Keim erstickt werden. Stellt die Stadt Bonn genügend Betreuer, Dolmetscher und Sozialarbeiter zur Verfügung?

• Was unternimmt die Stadt Bonn, um schnellstmöglich Alternativen für die Unterbringung zu suchen? Können Vorschriften und Regelungen für die Unterbringung in einem akzeptablen Maß angepasst werden, um den Ansprüchen der Schulen und de Flüchtlinge gerecht zu werden?

Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen

Vom Grundsatz her ist die unbedingt notwendige Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen
eine inklusive Aufgabe:
• im weiteren Sinne eine sprachlich und integrierende und
• im engeren Sinne speziell fördernde mit den entsprechenden Förderschwerpunkten bis hin zu der Therapie von traumatisierten Kindern.

Diese zusätzlichen Aufgaben werden von den Lehrern, Beschäftigten in den Sekretariaten, Mitschülern und Eltern mit großen Aufwand und Einsatz angenommen.
• In den Grundschulen wird diese Aufgabe im Klassenverband integrativ durchgeführt.
• In der Sekundarstufe I und II lernen die Kinder und Jugendlichen teilintegriert in internationalen Vorbereitungs- oder Förderklassen, die Schulen angegliedert sind. Anschließend erfolgt der Übergang an Regelschulen.

Die inklusive Beschulung von Flüchtlingskindern und Jugendlichen bedarf einer entsprechenden (zusätzlichen) Bereitstellung von personellen, sächlichen und räumlichen Ressourcen, die nicht von den anderen Schulen genommen werden dürfen.
Ziel sollte es weiterhin sein, die Klassengrößen möglichst klein zu halten, um besser auf Bedürfnisse aller Schüler und Schülerinnen eingehen zu können. Alle Schulen in Bonn, städtische sowie private, sind in dem Prozess mit einzubeziehen.

Schon jetzt sind die Grundschulen durch die integrative Beschulung diesen Herausforderungen ausgesetzt. In der Sekundarstufe I und II werden die Flüchtlingskinder in den an die Schulen angegliederten Vorbereitungsklassen unterrichtet. In den nächsten Monaten erfolgt von dort für viele der Übergang in die Regelschulen.

Für die Schulen aller Schulformen, von den Grundschulen bis hin zu den Berufskollegs stellen sich viele Fragen:

• Wenn die freien Kapazitäten ausgeschöpft sind, werden dann die Klassenfrequenzen angehoben? Ist dies schon jetzt an den Grundschulen der Fall?
• Wird das Ziel kleine inklusive/GL-Klassen an die realen Bedingungen angepasst?

• Wird die Zügigkeit von Schulen erhöht, werden entsprechende Klassenräume neu errichtet oder werden neue Schulen gebaut?

• Sollte der Beschluss, die Carl-Schurz-Realschule in Bonn Bad Godesberg aufzulösen, neu überdacht werden, um genügend Schulplätze im Sek I Bereich anzubieten?  Wird über den Ausbau der 4.und 5. Gesamtschule nachgedacht?

• Wie ist das Konzept der Stadt Bonn, um mit diesen Herausforderungen umzugehen?
Welchen Entwicklungs- und Zeitplan gibt es?

Vor diesen Herausforderungen steht die Stadt Bonn nicht allein. Insbesondere die Städte mit wachsenden Einwohnerzahlen, wozu Bonn gehört, können die notwendigen Kapazitäten nicht durch freiwerdende Schulen auffangen.

Damit die Eltern, Schüler und Lehrer über diese Themen besser informiert werden, bitten wir die Verwaltung eine zentrale Veranstaltung für die Schulleitungen, Lehrer, Schulpflegschaften und Schülervertretungen zu organisieren.
Insbesondere zu dem Punkt Turnhallenbelegung sollte das grundsätzliche Vorgehen der Hallenbelegung,  aber auch die bereits gemachten Erfahrungen anderer Schulen, kommuniziert werden.
Besprochen werden sollte auch, wie den betroffenen Schulen geholfen werden wird.

Dem Schulsport kommt eine wichtige Bedeutung zu: Gemeinsamer Sport von Regelkindern und Flüchtlingskindern ist eine wichtige Methode zur Integration.  Zudem hilft er durch die Kommunikation unter den Schülern auch beim Spracherwerb.  Durch die Belegung von Turnhallen entfällt diese Möglichkeit.

Aus den genannten Gründen fordert die Stadtschulpflegschaft Bonn eine

zentrale Info-Veranstaltung der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht für die Schulen (Eltern, Schüler und Lehrer) zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen sowie Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen .

Geschrieben von um am 14.02.2016

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