GEW begrüßt das MSW-Konzept für ein wohnortnahes Grundschulangebot
Pressemitteilung GEW-NRW 13.12.2011
Die GEW begrüßt das heute von Schulministerin Löhrmann vorgestellte Konzept eines wohnortnahen Grundschulangebotes als ambitionierten Versuch zur Lösung der schulorganisatorischen und demografischen Probleme an den Grundschulen. Ob das Konzept aber wie von der Ministerin postuliert zu einem „qualitativ hochwertigem“ Grundschulangebot führt, wird sich, so die GEW, an den Klassengrößen und der Personalausstattung entscheiden.
Für die Gewerkschaft bleibt die wohnortnahe Grundschule mit kleinen Klassen bis zu 20 Kindern die Richtschnur, weil nur so der Anspruch eines jeden Kindes auf individuelle Förderung, zumal unter den Bedingungen der Inklusion, umgesetzt werden kann.
Das Vorhaben der Schulministerin, Grundschulstandorte mit weniger als 92 Schülern als Teilstandorte zu erhalten, bewertet Norbert Müller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW, kritisch: „Die bisherigen Erfahrungen mit Teilstandorten zeigen, dass sie mit einer deutlichen Mehrbelastung der Lehrkräfte verbunden sind. Das betrifft den regelmäßigen täglichen Standortwechsel während der Unterrichtszeit ebenso wie die notwendigen standortübergreifenden Verständigungen in fachlichen und pädagogischen Angelegenheiten. Hierfür bedarf es dringend entsprechender Entlastungen.“ Für die Koordination des Schulbetriebes mit zwei im ländlichen Bereich oft mehrere Kilometer auseinanderliegenden Standorten sei ein höheres Zeitkontingent erforderlich. Erfreulich sei, dass diesbezüglich die Erhöhung der Leitungszeit vorgesehen ist.
Norbert Müller abschließend: „Klassen mit 29 Kindern, die als Höchstklassenfrequenz vorgesehen sind, sind nicht zeitgemäß. Hier wird der von der GEW vorgeschlagene ‚Stufenplan Kleine Klassen’ sträflich ignoriert.“
Geschrieben von Administrator am 15/12 um 05:00:42