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VBE: Gewinner müssen die Kinder sein!

Stellungnahme zum Positionspapier der CDU

Pressemitteilung VBE NRW 02.12.2011

„Das, was die CDU heute an Eckpunkten zum Thema Inklusion vorgelegt hat, geht deutlich über die bisherigen politischen Grundsatzerklärungen hinaus. Die CDU hat erkannt – das machen die Eckpunkte deutlich – , dass ein inklusives Bildungssystem nicht zum Nulltarif zu haben ist und es auch nicht ausreichen wird, nur die Stellen im System zu belassen, die sich aus den Demografiegewinnen bzw. den Schließungen von Förderschulen ergeben werden“, erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW), zur Vorstellung des Positionspapier der CDU-Landtagsfraktion im Pressegespräch am heutigen Tag in Düsseldorf.

Die CDU greife damit zum Teil das auf, was der Tenor auf der diesjährigen VBE-Landeskonferenz (kleiner Delegiertentag des VBE) war, die vor einer Woche stattgefunden hat. Anreizsysteme zu schaffen, damit sich möglichst viele Schulen der Herausforderung, eine inklusive Schule zu werden, stellen können, sei ein unterstützenswerter Weg. Dies dürfe aber nicht auf bestimmte Schulformen oder Schulstufen beschränkt werden.

„Für den VBE ist es unabdingbar, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Denn inklusive Bildung, wenn sie unterfinanziert ist, wird letztlich auf dem Rücken der Lehrkräfte und damit letztlich auch auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen“, betont Beckmann. „Und dass in der Grundschule bereits ein hoher Anteil von Schülern inklusiv beschult wird, erlaubt nicht den Umkehrschluss, dass die Bedingungen stimmen. Es erlaubt nur den Schluss, dass die Lehrkräfte es mit höchstem persönlichem Einsatz trotz mangelhafter Bedingungen irgendwie hinbekommen. Und das nur, weil sie dabei die Grenzen der zumutbaren Belastung oft weit überschreiten. Und dieser Zustand ist absolut inakzeptabel.“ So belege auch eine repräsentative Umfrage von infratest dimap von Anfang November zum gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, die der VBE in Auftrag gegeben hat, dass 71 Prozent von NRWs Bürgern keine Bereitschaft der Politik sehen, die finanziellen Mittel für ausreichend viele Lehrkräfte und Sonderpädagogen zu Verfügung zu stellen. Die Politik habe noch genügend Investitionsspielraum mit Rückendeckung der Bürger.

Zudem sei es wichtig, auch wenn das Thema Inklusion ein hoch sensibles sei, Kritik auf real entstehende Situationen nicht einfach als Ausrede vom Tisch zu wischen. Jeder müsse an seinem Platz, mit seinem Erfahrungshorizont, mit seinen Anregungen, aber auch mit seinen Ängsten ernst genommen werden. Inklusive Bildung gelinge nur mit den Beteiligten – und dazu gehören auch die Lehrkräfte – und nicht gegen sie. Dabei dürfe Schule aber keine inklusive Insel sein. Schulische Inklusion könne nur gelingen, wenn das Thema Inklusion von der Gesellschaft insgesamt angenommen und gelebt werde.

Beckmann abschließend: „Ziel des VBE ist und bleibt es, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen, in dem Kinder mit und ohne Behinderung zu Gewinnern werden.“

Geschrieben von Administrator am 02/12 um 04:36:01

 



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