Besen, Besen! Seids gewesen – was die Zahlen des RKI bedeuten (könnten)

Verändert am 15.9.2020 - im Bereich der Tabelle der "Kontaktpersonen 1. Ordnung", weil das RKI mit Wirkung vom 9.9.2020 die Definitionen geändert hat.

(Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Meinungsbildung. Dieser Artikel stellt NICHT die Meinung “des SSP-Vorstandes” dar! Denn dieser ist sich, wie die Elternschaft auch, zurzeit NICHT einig in der Bewertung der Lage. Dennoch sind doch die Meisten für eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema (auch wenn jeder andere Schlüsse daraus zieht) und vor allem für Meinungsfreiheit! Und zu dieser zählt dieser Artikel. Derzeit halten sich die Befürworter und die Gegner der folgenden Aussagen nahezu die Waage… DAS halten wir gut aus.
Die Zitate in diesem Artikel wurden Mitte bis Ende August 2020 aus dem Internet gezogen – Quellenangabe ist dabei. Da sich Webseiten regelmäßig ändern, kann ich nur darauf hinweisen, dass ich sie mit Sorgfalt zusammengetragen habe.)

Vorbemerkung

Eine jede gute Erkenntnis beginnt – und wir bewegen uns hier auf dem Gebiet der Bildung! – mit dem Satz “Ich hab da mal ne Frage”. Und genau so möchte ich diesen Artikel auch beginnen.

“Ich hab da mal ne Frage” und möchte – EHRLICHE – Antworten. Zur Klarstellung: Dieser Artikel hat NICHT das Ziel, “Corona” herunterzuspielen oder die Maßnahmen, die zurzeit zum Schutz der Bevölkerung ergriffen werden zu zerreden. Ich möchte Sie hier nach meinem ganz persönlichen Eindruck auf eine Reise mitnehmen, ein Gedankenspiel machen und Sie bitten, mit wachem und gesundem Menschenverstand eine EIGENE Meinung zu entwickeln.

Es ist klar, dass ich KEIN Fachmann und KEIN Mediziner bin! Und ich kann mich bei all dem, was ich zu diesem Thema gefunden habe, rundweg und erbarmungslos irren! D.h. wir brauchen Antworten von denen, die sich wirklich auskennen! Und auf diese Suche will ich mich hier machen. Neutral und ohne “Tendenz”. Offen und ehrlich.

Darum: Wer auch immer SACHLICHE Aufklärung zum Problem geben kann, der schreibe mir bitte eine E-Mail an Corona@ssp-bonn.de. Ich bin immer gerne bereit zu lernen und diesen Artikel zu ergänzen, solange es nachvollziehbare und nachprüfbare Informationen gibt. Aber bitte: Auf Aussagen wie “der Artikel ist doch Unsinn!” verzichten Sie einfach, solange sie das nicht mit FAKTEN belegen können… Bitte.

Also von vorne: “Ich hab da mal ne Frage” (und keine Antwort)… aber: Kommen Sie erst mal runter von der Panik, Ihr Gegenüber würde Sie “bestimmt” mit Corona infizieren! Weg mit der Angst! Warum? Lesen Sie hier meine Gedanken...

Es mag für Sie irritierend sein, aber dieser Artikel wird sie mit Aussagen konfrontieren, wie

  • Wer einen positiven PCR-Test hat, ist nicht automatisch “krank” oder “infiziert”
  • Warum nur Menschen mit Symptomen überhaupt getestet werden sollten – anlasslose Massentests, wie sie derzeit durchgeführt werden, sind wenig hilfreich
  • Warum sagen die jeden Tag veröffentlichten Zahlen nur wenig über das, was “mit Corona” wirklich los ist
  • Warum die Gesundheitsämter (und am Ende wir alle) in der Klemme sitzen, sich dafür aber nachvollziehbar verhalten und versuchen, was sie können

Wenn Sie Anregungen für Antworten auf diese Fragen haben möchten – auch wenn der Artikel lang ist – dann lesen Sie weiter. Ansonsten klicken Sie jetzt einfach auf was anderes… 🙂

Ich hab da mal ne Frage…

Sie sind noch hier? Schön! Meine Frage:

Während auf der einen Seite jeden Tag die “Zahlen der Infizierten vom Robert-Koch-Institut (RKI)” veröffentlicht und durch alle Medien getrieben werden, reden andere davon, dass “die Tests auf Corona” nicht als Diagnose-Verfahren geeignet sind, weil diese (z.B. PCR-)Tests zu ungenaue Ergebnisse erzielen (z.B. Ärzteblatt s.u.), SCHEINT genau dieses NICHT in die “Fallzahlen des RKI” einzugehen? Natürlich werden die “ungenauen Ergebnisse” von 1001 Fachleuten dann gleich wieder zerredet und am Ende weiß man nicht mehr, wer denn nun Recht haben könnte. “Fake-News”-Portale helfen da auch ÜBERHAUPT nicht, wenn wer weiß schon, was die Leute wollen und was für Quellen die nutzen, die DORT schreiben? Ich verlasse mich da lieber auf – aus meiner Sicht – sichere Quellen und meinen eigenen Verstand. Recherchieren kann ich und denken auch. Hilft das? Ein wenig zumindest…

Im Folgenden werde ich mich – wegen der Bedeutung der Aussagen – NUR auf das Ärzteblatt (die Infos findet man auch von namhaften Fachleuten HÄUFIG im Netz!) und das RKI selbst verlassen. Es ist überraschend, was das RKI WIRKLICH zu diesen Themen schreibt. Schade, dass man DAS nicht in den Medien liest.

Was schrecklich ist: Die veröffentlichten täglichen Zahlen (wir lernen gleich, dass das die “RKI-Fallzahlen” sind), werden von den Medien aufgegriffen und für viele politische Entscheidungen verwendet – mit all den zum Teil stark belastenden bis in mancher Hinsicht “verheerenden” Maßnahmen. Noch schlimmer: Die MEISTEN Menschen glauben diese – bewusst in Kauf genommenen – “sprachlichen Unklarheiten” und bilden sich daraus eine Meinung! Und sie FORDERN Maßnahmen bis hin zum offenen Rechtsbruch, z.B. in Schulen. ICH werde dann immer sehr vorsichtig. Für mich ist das ein Punkt, an dem ich gerne mehr Klarheit hätte. Fragen stellen ist immer richtig. Haben wir jetzt wieder “VIELE” Corona-Kranke oder nicht? Gibt es eine “zweite Welle” – von der Fachleute behaupten, dass es sie noch NIE gegeben hat, sondern immer wieder “neue Wellen”, die erklärbar sind und mit denen wir leben können und müssen? Werden die veröffentlichten und vorliegenden Zahlen RICHTIG verwendet/interpretiert? Oder handelt es sich um ein “Ritual” von “Informationen, die so keiner so richtig verwenden kann” – aber das man nicht plötzlich beenden kann: Wie sähe das denn aus (“Besen, Besen, seids gewesen” – von einem Zauberlehrling, der die Kräfte, die er rief, nicht mehr kontrollieren kann…)?

Was man aus den folgenden Aussagen schließen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Übrigens: die fettgedruckten und farbig markierten Stellen habe ICH so hervorgehoben…

Die “Fallzahlen des RKI”

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht täglich die aktuellen “Fallzahlen” der “Corona-Infizierten” (? – sagen die das so?) und bildet damit die Grundlage für all die vielen politischen Entscheidungen und die Meinungen VIELER Menschen, die dann ja “genau wissen, was los ist”. Einige von diesen Menschen wiederum erzeugen aus ihren Überzeugungen “Meinungs-Kriege” und gehen mit “offenbar unvermeidlichen Forderungen” auf die Straße und in die Medien. Und einige – zum Teil bezahlte (?) – Gruppen mischen dann auch kräftig mit, um bestimmte Wirkungen zu erzeugen, nicht aber, um sich mit dem Thema auseinander zu setzen…

Sogar im Umfeld der Schulen findet dieser “Meinungs-Krieg” statt. Allein deshalb schreibe ich HIER diesen Artikel. Ich höre regelmäßig Forderungen wie “Wir brauchen regelmäßige (Pflicht-)Tests für alle Schüler*innen und Lehrer*innen”, “Warum macht der Kreis ABC bei einem Fall die Schule dicht und eine andere Stadt schickt nur 5 Sitznachbarn VORSORGLICH in einen Test” (und bis zur Abklärung erst mal in “Verdachts'”-Quarantäne) – “das ist UNVERANTWORTLICH” und so weiter und so weiter.

Spätestens an dieser Stelle ist doch mal erlaubt zu fragen “Wie kommen die Fallzahlen des RKI zustande und was bedeuten diese Zahlen wirklich”? Und dann kann man versuchen zu klären, wie man mit diesen Fallzahlen umgehen möchte und welche Maßnahmen auf Basis dieser Erkenntnisse ERFORDERLICH und SINNVOLL sind.

Was steht beim RKI auf der Webseite über die Ermittlung der Fallzahlen?

Das RKI schreibt dazu alles, was man wissen muss, auf seiner Webseite. Der Einstieg ist mit der Seite https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html recht umfangreich. Schauen wir uns das genauer an:

Das RKI definiert seine “Fälle”
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Falldefinition.pdf?__blob=publicationFile

C. Klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankung, Spezifisches oder unspezifisches klinisches Bild von COVID-19 und labordiagnostischer Nachweis.

D. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei nicht erfülltem klinischen Bild
Labordiagnostischer Nachweis bei bekanntem klinischen Bild, das weder die Kriterien für das spezifische noch für das unspezifische klinische Bild von COVID-19 erfüllt. Hierunter fallen auch asymptomatische Infektionen.

E. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei unbekanntem klinischen Bild
Labordiagnostischer Nachweis bei fehlenden Angaben zum klinischen Bild (nicht ermittelbar oder nicht erhoben).

Zusatzinformation
Für den Ausschluss von Fällen sollten die Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 beachtet werden. Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z.B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport oder ungünstigem Zeitpunkt (bezogen auf den Krankheitsverlauf) der Probenentnahme nicht ausgeschlossen werden.

Referenzdefinition
In Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts, die nicht nach Falldefinitionskategorien differenzieren (z.B. wöchentliche „Aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten“ im Epidemiologischen Bulletin), werden nur Fälle der Kategorie C, D und E gezählt!

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Falldefinition.pdf

Sehr interessant, dass man offenbar “JEDES ERGEBNIS EINES GEMELDETEN (positiven) TESTS” – auch ganz ohne Krankheitssymptome! – als “FALL” sieht. Und daraus macht man (in Politik und Presse?) dann “bestätigte Infizierte, die selbst andere anstecken können” – WAS NICHT SO IST? Lesen Sie bitte weiter…

Widerspricht sich das RKI nicht selbst?

Natürlich schreibt das RKI selbst auch sehr genau, wie man richtige – AUSSAGEKRÄFTIGE – Tests erhält und was dabei alles beachtet werden muss.

Eine zweimalige bzw. zeitversetzte Testung (z.B. am Tag 5 bis 7 nach Exposition) erhöht die Aussagekraft und reduziert das Restrisiko relevant. Am geringsten ist das Restrisiko, wenn nach Exposition eine 14-tägige Quarantäne erfolgt ist (auch ohne Testung).

Gemäß § 7 (1) IfSG sind der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2 meldepflichtig, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Im Vordergrund steht der direkte Erregernachweis. Mit den derzeit am Markt befindlichen serologischen Tests kann bei einmaliger Untersuchung nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt. Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion oder eine deutliche Titerzunahme für IgG- oder Gesamt-Antikörper in demselben Testverfahren festgestellt werden (Abstand der beiden Tests maximal 30 Tage), kann dies insbesondere bei entsprechender Symptomatik auf eine akute Infektion hinweisen. Der einmalige Nachweis von IgM (oder IgA) lässt nicht sicher auf eine akute Infektion schließen. Die Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss unter Berücksichtigung der Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests, ggf. durchgeführten Voruntersuchungen und anamnestischen Angaben durch das diagnostizierende Labor im Rahmen des laborärztlichen Befundes erfolgen.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html

Bei der Beurteilung der Übertragbarkeit der o.g. Ergebnisse auf die eigenen Befunde sind stets der Zeitpunkt der Probennahme in Bezug auf den Krankheitsverlauf, die Qualität sowie die Art des Materials bzw. der Abstrichort, die Aufarbeitung und das verwendete Testsystem zu berücksichtigen. Bei Einsatz quantitativer Methoden, die keinen Ct-Wert generieren, muss zur Vergleichbarkeit mit quantifizierten RNA-Standards validiert werden, qualitative Methoden lassen die hier erforderliche Aussage nicht zu.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html

Fassen wir zusammen:

  • Meldepflichtig sind alle Nachweise von SARS-CoV-2, die AUF EINE AKUTE INFEKTION hinweisen
  • Mit den serologischen (Antikörper-) Tests kann bei einmaliger Untersuchung NICHT AUSREICHEND festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt… (und mit den PCR-Test leider auch nicht, s.u.)
  • GENAU NUR DIESE FÄLLE, wo eine akute Infektion vorliegt, sind aber meldepflichtig!
  • Aber: die Falldefinition des RKI berücksichtigt das offenbar NICHT!

Nun gehen aber fast alle Menschen – und vor allem die Politiker und die Medien – hin und setzen die “Fallzahlen” des RKI mit den “ansteckenden Infizierten” gleich! Das ist offenbar falsch! Denn auch das RKI weiß,

Infektiosität: Die Infektiosität kann anhand der Virusanzucht aus respiratorischen Proben in Zellkultur bewertet werden.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html

lies: und nicht aus einem “positiven PCR-Test”.

Zum Thema PCR-Tests und “falsch positive Ergebnisse” (die alle in den Fallzahlen drin sind!) gibt es bei anderen seriösen Quellen Informationen. Da ist der Artikel im ÄRZTEBLATT.de-Archiv unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/214370/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Ergebnisse-richtig-interpretieren von Schlenger, Ralf L. sehr interessant.

Das Thema hier heißt Vortestwahrscheinlichkeit und Prävalenz als Kriterium für die Güte der Ergebnisse eines PCR-Tests.

Leider sind PCR-Tests KEINE “Ja”/”Nein”-Tests. Überhaupt nicht. Diese Test geben “Hinweise” auf MÖGLICHE Infektionen. Erst der Zusammenhang zwischen “Vorgeschichte”, der “Art des Tests” (z.B. welche Reststücke eines Virus werden gesucht und wie genau ist der Test eigentlich – da gibt es viele Unterschiede!) und die Frage, “wann” (nach wie vielen Vermehrungszyklen) “das Ergebnis vorliegt” sind relevant (s.u.). Und das ist ganz wichtig: Es geht um die Frage, ob der Test nicht auch “Kranke” nicht erkennt oder “Gesunde” fälschlicherweise anzeigt. Und das tut er leider – wie die meisten Tests.

Man muss das verstehen, um den Satz des RKI, dass die “Richtigkeit des Ergebnisses von diagnostischen Tests auch von der Verbreitung einer Erkrankung beeinflusst wird” (s.u.), nachvollziehen zu können. Der zugrunde liegende Artikel im Ärzteblatt ist lang und nicht unbedingt leicht verständlich. Aber einige Kernaussagen sind gut nachvollziehbar.

Was sagt ein PCR-Test eigentlich wirklich?

Wenn man Menschen testet, die KEINEN Kontakt mit NACHGEWIESEN AKUT INFIZIERTEN hatten (“Vortestwahrscheinlichkeit”) und wenn nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt krank (= infektiös) ist (“Prävalenz”), hat so ein PCR-Test häufig falsche Ergebnisse (falsch positive, d.h. jemand wir “als krank definiert”, der gesund ist und falsch negative, d.h. jemand ist krank, man kann das aber nicht im Test nachweisen) – das ist der Art des Tests geschuldet und das KANN man offenbar nicht verhindern.

Aus dem o.g. Artikel im Ärzteblatt:
(von 1000 getesten Personen)

Sars-CoV-2-Prävalenz 3 % (z. B. Hausarztpraxis): Richtig positiv getestet werden 21 von 30 infizierten Personen, falsch negativ sind damit 9 Ergebnisse. Richtig als gesund erkannt werden 921 von 970 Personen, falsch positiv bleiben 49. Der positive Vorhersagewert errechnet sich als Quotient aus der Zahl der richtig positiv Getesteten (21) und der Summe aller Personen mit positivem Testergebnis (21 + 49 = 70). Er ist mit 0,30 erschreckend gering – 70 % der als positiv getesteten Personen sind gar nicht positiv, ihnen wird aber Quarantäne verordnet. Der negative Vorhersagewert als Quotient aus der Zahl der richtig negativ Getesteten 921 und der Summe aller Personen mit negativem Testergebnis (921 + 9 = 930) ist hingegen 0,99, also sehr gut.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/214370/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Ergebnisse-richtig-interpretieren

und

Das bedeutet: In einer Population mit niedriger Prävalenz – z. B. 3 %, wie bevölkerungsweit bei COVID-19 anzunehmen – und unter der Prämisse einer niedrigen effektiven Test-Sensitivität von 70 % ist der positive Vorhersagewert äußerst schwach. Ein (falsch) positiver Test kann aber eine Quarantäne der Person zur Folge haben.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/214370/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Ergebnisse-richtig-interpretieren

Natürlich weiß das RKI das und schreibt auch auf seiner Webseite

den folgenden Satz, an den sich zurzeit leider kaum jemand hält?

Eine Labordiagnostik sollte in der Regel nur bei Krankheitszeichen zur Klärung der Ursache durchgeführt werden.

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html

und

Empfehlung

Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

* Personen mit jeglichen mit COVID-19 vereinbaren Symptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19

* Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.

Bei diesen Personen sollte eine diagnostische Abklärung erfolgen.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Empfehlung_Meldung.html

So und nur so wird “ein Schuh draus”. Das, was zurzeit durch die Medien “gehypt” wird, entspricht NICHT den Anweisungen des Robert-Koch-Institutes und schon gar nicht dem “tatsächlichen (bestätigten) Infektions-Status”. Man “pickt” sich den Teil raus, den man gebrauchen kann und den Rest übergeht man einfach… Ich nenne das Manipulation, und Sie?

Zusätzlich gibt es noch das Problem, dass es viele PCR-Tests auf dem Markt gibt (ein Blick in die Liste unter https://www.dimdi.de/dynamic/de/medizinprodukte/datenbankrecherche/corona-tests-tabelle/dimdihttps://www.dimdi.de/dynamic/de/medizinprodukte/datenbankrecherche/corona-tests-tabelle/ ist spannend!), die alle unterschiedliche Virus-Bestandteile suchen (RNA-Bruchstücke). Und es ist wichtig, das bei jedem einzelnen Test der jeweilige Ct-Wert (Anzahl der “Verstärkungs-Zyklen”, nach denen man ein Ergebnis ablesen kann) extremen Einfluss auf die Aussagekraft des Testergebnisses hat. Was heißt das nun schon wieder?

Weitere Probleme mit dem PCR-Test

Um das zu verstehen, müssen wir uns die Aussagen zu den “Eigenschaften der Tests” etwas genauer ansehen. Die aktuellen Nachweise werden mit Hilfe von sogenannten PCR-Tests durchgeführt. Dabei wird “ein Stückchen Genmaterial festgelegt, das man sich nahezu beliebig aus einer Datenbank heraussuchen und dann für den Test verwenden kann (bei Coronaviren ist das RNA, also lt. Wikipedia die materielle Basis der Gene, sozusagen ein “halbes” DNA/DNS-Stückchen – eine “halbe Doppelspirale”, um es salopp zu sagen). Im Verfahren wird dann dieses (nahezu) “beliebige Stückchen Nukleinsäure” in der Probe künstlich – in Zyklen – vermehrt und vermehrt, bis man es nachweisen kann. Um beurteilen zu können, ob das Ergebnis wirklich aussagekräftig ist, gehen die Fachleute von zwei Dingen aus:

Man muss wissen, WELCHE RNA-Stücke man sucht. Da die Corona-Viren extrem vielfältig sind und leicht mutieren (d.h. sich schnell verändern), muss man “ein passendes RNA-Stück” finden, mit dem man das “aktive Virus” – ach nein, das Virus-Bruchstück, vom RICHTIGEN Virus auch findet. Kritiker dieser aktuellen Tests behaupten, dass man aber nicht weiß, welche RNA-Stücke von den verschiedenen Tests wirklich verwendet werden (werden meistens nicht veröffentlicht) und ob diese Bruchstücke dann auch wirklich (fast) nur bei dem kritischen Virus vorkommen und nicht schon bei vielen anderen – harmlosen – Proben. Das soll bei unseren Tests in Deutschland – die in der Regel mehrstufig sind – sogar noch recht gut klappen.

Ebenso häufig findet man den Hinweis, dass es immer eine Frage ist, BEI WELCHEM ZYKLUS die RNA-Stücke nachgewiesen werden können. Die (zugegeben “plakative”) Aussage hierzu: Wenn man nach 25 Zyklen einen sicheren Nachweis hat, kann man davon ausgehen, dass VIELE Virus-Bruchstücke in der Ausgangsprobe waren. Wenn das erst bei 40 Zyklen passiert (lies: Wenn erst nach 40 Zyklen das Ergebnis POSITIV ist), dann ist es eher wahrscheinlich, das es sich um ein ZUFALLS-Ergebnis handelt (so hört man es oft von Leuten, die es wissen sollten). Die Anzahl der Zyklen – also die Frage, wie sicher man von einem ECHTEN Ergebnis ausgehen kann – wird im sogenannten Ct-Wert angegeben. (Achtung: CT-Wert – Grossbuchstaben – ist schon wieder was anderes!). Das Problem: Man BEHAUPTET – und ICH kann das nicht nachprüfen -, dass die Ct-Werte bei den Ergebnissen der “positiven Corona-Tests” überhaupt nicht übermittelt werden. Ebenso wenig, wie die genaue Angabe des verwendeten Tests (denn hier soll es mittlerweile schon HUNDERTE geben – eine super-tolle Einnahmequelle für die Hersteller, von der jeden ein Stück vom Kuchen haben will). Wer das widerlegen kann, melde sich bitte!

Genau das meint das RKI mit der Aussage, dass man die Bewertung, ob jemand “akut infiziert ist” immer “unter Berücksichtigung der Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests, ggf. durchgeführten Voruntersuchungen und anamnestischen Angaben durch das diagnostizierende Labor im Rahmen des laborärztlichen Befundes erfolgen” muss. UND GENAU DAS FINDET BEI DER VERWERTUNG DER ERGEBNISSE IN DEN FALLZAHLEN OFFENBAR NICHT STATT? Aber das Robert-Koch-Institut sagt, dass ja nur NACHWEISE AKUTER INFEKTIONEN meldepflichtig sind. Merken Sie, was möglicherweise zurzeit passiert? Man nimmt “alles was man bekommt” und macht daraus “Fallzahlen” (wer hat was von echten Infizierten gesagt?), weil man ja sicher ist, dass nur die ECHTEN INFEKTIONEN gemeldet werden. Dummerweise müssen aber die Labors “jedes positive Ergebnis” melden – und das selbst dann, wenn man NICHTS über die “zusätzlichen Informationen” weiß (z.B. Fallgruppe E)?

Schauen wir in ein anderes Zitat des RKI (die hier wirklich korrekte Informationen herausgeben!)

Welche Rolle spielen falsch-positive Testergebnisse?

Ein falsch-positives Testergebnis bedeutet, dass eine Person ein positives Testergebnis bekommt, obwohl keine Infektion mit dem SARS-CoV-2 vorliegt. Generell wird die Richtigkeit des Ergebnisses von diagnostischen Tests auch von der Verbreitung einer Erkrankung beeinflusst. Je seltener eine Erkrankung ist und je ungezielter getestet wird, umso höher sind die Anforderungen an die Sensitivität (= die Empfindlichkeit des Tests)  und die Spezifität (die Zielgenauigkeit des Tests, also wie wahrscheinlich es ist, dass nur der gesuchte Erreger sicher erkannt wird) der zur Anwendung kommenden Tests. Aufgrund der Eigenschaften von PCR-Tests und hoher Qualitätsanforderungen kommen falsch-positive Befunde bei der SARS-CoV-2-PCR-Testung nach derzeitigen Erkenntnissen nur selten vor.

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html

Das stimmt zwar, aber leider kommen auch – in Relation zu der Zahl der Tests, die echt-positiven Befunde nur selten vor. D.h. das VERHÄLTNIS zwischen den beiden Werten ist kritisch (s.o.). Noch ein wichtiger Satz, der zurzeit STÄNDIG IGNORIERT WIRD. Zum Thema “lass dich mal sicherheitshalber testen” schreib das RKI ganz klar:

Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll?

Eine Labordiagnostik sollte in der Regel nur bei Krankheitszeichen zur Klärung der Ursache durchgeführt werden.

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html

Anmerkung: Bei aller Kritik der Fachleute an der Verbreitung der regelmäßigen “Informationen” durch das RKI, heißt es auch immer wieder: Die Mitarbeiter des RKI machen eine hervorragende Arbeit, die alles beinhaltet, was man wirklich wissen muss. Aber man muss diese ausführlichen Berichte auch lesen können – und das kann nicht jeder. Unterton: Und die Erkenntnisse werden nicht medienwirksam und verständlich veröffentlicht! Wenn, dann ist DAS der Vorwurf. Und der Vorwurf an die Politik und die Medien: Ihr nutzt einen Teil der Informationen des RKI, aber nicht alles, was zur Beurteilung der Situation erforderlich ist! Provozierende Frage: “Und das wisst ihr nicht???”

Genau das wird auch immer mal wieder von Fachleuten offen gesagt, aber keiner (!) legt die Finger so richtig in die Wunde! Würde ja auch alle blosstellen, die z.B. Gelder vergeben… (ok, das war nicht fair – aber vermutlich richtig)

Beispiel: Lesen Sie hierzu doch bitte nochmal den Text: https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020 zur Untersuchung von Herrn Dr. Streeck in Gangelt:

In den untersuchten Mehrpersonen-Haushalten war das Risiko für die Ansteckung einer weiteren Person überraschend gering. „Die Infektionsraten sind bei Kindern, Erwachsenen und Älteren sehr ähnlich und hängen offenbar nicht vom Alter ab“, sagt Prof. Streeck. Es gebe auch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

“Bei einem hohen Prozentsatz an Infizierten wie in Gangelt tritt dieser messtechnische Unsicherheitsfaktor in den Hintergrund”, erklärt Prof. Hartmann. Bei aktuell geplanten Deutschland-weiten Studien mit einer geschätzten Infektionsrate von etwa ein bis zwei Prozent sei dieser messtechnische Unsicherheitfaktor jedoch ein Problem.

https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020

Um es nochmal deutlich zu betonen – es gibt auch ECHTE POSITIVE TESTS

Auch wenn in diesem Text viel von “falschen positiven Tests” die Rede ist, so steht auch fest, dass EIN TEIL der Tests tatsächlich echt-positiv sind (d.h. dass im Test wirklich RNA-Reststücke in großer Zahl gefunden wurden, von denen man glaubt, dass sie auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 hinweisen). Ob ein Mensch bei einem positiven Test auch wirklich Corona-Viren in sich trägt, so beschreibt das RKI selbst, kann nur mit einer “Sequenzierung” und Anzucht nachgewiesen werden. Aber es gibt diese Fälle offenbar! Das hat auch Dr. Streek von der Uni Bonn in Gangelt nachweisen können. Wir reden hier nicht darüber, ob es überhaupt KEINE Corona-Kranken gibt!

Wollen Sie noch mehr “Irrsinn” in Gedanken durchspielen?

Was ich immer lustig finde: Wenn ich bei Gesprächen an DIESE Stelle komme, dass vermutlich 70% der positiv (PCR-)getesteten gar nicht krank sind, kommt das “Gegenargument”, dass man aber ja auch viele Leute nicht findet, die es sind (“falsch negative Tests”). Wenn ich dann aus dem Ärzteblatt zitiere (s.o.): “Der negative Vorhersagewert als Quotient aus der Zahl der richtig negativ Getesteten 921 und der Summe aller Personen mit negativem Testergebnis (921 + 9 = 930) ist hingegen 0,99, also sehr gut.” Also werden nur wenige falsch negative im Test sein… DANN kommt das Argument: Nun ja, wir testen ja auch nicht alle, die “es haben”… Jo, … da hör ich dann auf zu reden. Selbst wenn wir “alle” testen würden, würde das Ergebnis nicht besser… Nur die Fallzahlen würden nach oben gehen und wir wären wieder bei einem Lockdown. Wollen wir so arbeiten?

Allmählich kommen wir nun wirklich in den Bereich der “Zauberlehrlinge” (s. Titel)

  • Wenn das RKI die “Fallzahlen” einfach als “Aufsummierung der positiven Testergebnisse” (und das auch noch ohne Zusammenhang, ob jemand zum zweiten oder dritten Mal getestet wird, was ja offenbar erst zu einem stabilen und sicheren Ergebnis führt?) veröffentlicht, die von völlig unterschiedlich zuverlässigen Tests stammen und wenn sogar die wichtigen Kenndaten nicht gemeldet oder zumindest nicht ausgewertet werden, die in den eigenen Veröffentlichungen als Bewertungskriterium als GANZ WICHTIG sind, fragt man sich – was sollen dann diese Zahlen sagen?
  • Wenn es eine Rest-Wahrscheinlichkeit gibt, dass jemand der WAHLFREI (d.h. mit einer geringen Vortestwahrscheinlichkeit bei niedriger Prävalenz) und ohne Symptome einen positiven Test bekommt (“Wir testen jetzt mal im Massentest alle z.B. Lehrer*innen”), aber nicht krank und schon gar nicht ansteckend ist, dann wird in seinem UMFELD (“Kontaktperson”) jemand getestet, von dem man BEHAUPTET, dass der ja “in Kontakt mit einem Infizierten” war, dann ist plötzlich DESSEN positiver Test mit einer hohen, guten Vortestwahrscheinlichkeit versehen und diese Kontaktperson ist deshalb “ganz sicher als Infiziert” zu betrachten, wenn das Ergebnis positiv ist?

Den letzten Punkt müssen wir genauer betrachten:

Gedankenspiel

  1. Nehmen wir an, es gibt einen Menschen, der “getrieben von Sicherheitsbedürfnissen” (auch das ist ‘Angst’) und weil ja alle davon reden, dass man so der Gesellschaft dienen kann, das “Angebot der Politiker” annimmt, sich ohne Symptome testen zu lassen (das findet derzeit massiv z.B. in den Schulen/Kitas/OGS statt, wo sich jeder Beschäftigte alle zwei Wochen – vom Land bezahlt – vorsorglich testen lassen kann).

    Das steht zwar im Widerspruch zu den EMPFEHLUNGEN DES RKI und zu all dem, was wir jetzt gelernt haben, aber bitte: In Zeiten des Wahlkampfes wird doch niemand die Bezahlung eines solchen Tests verweigern, wenn der “Druck aus der Bevölkerung” (geschürt durch die Medien und die Hype-Gespräche untereinander!) groß genug wird. Und die Pharma-Industrie wird sich sicher nicht mit klaren Aussagen zur Qualität ihrer Tests diesen Goldesel entgehen lassen. Die brauchen die Einnahmen zu den Impfstoffen gar nicht mehr (obwohl, verzichten werden sie darauf auch nicht, denn da spielen ganz andere Dinge eine Rolle!), die haben schon an den Tests und den Masken/Handschuhen und – meistens völlig überflüssigen! – Desinfektionsmitteln viel Geld verdient! Lesen Sie bitte dazu auch meinen Artikel https://www.ssp-bonn.de/news/lueften-in-schulen-ist-wichtiger-als-wischen-oder-gar-desinfizieren/ und https://www.ssp-bonn.de/news/covid-19-ist-desinfektion-tatsaechlich-noetig/ – DESINFEKTION IST IN SCHULEN – und woanders – IN DEN MEISTEN FÄLLEN NICHT ERFORDERLICH! (Aber leider zurzeit eine Anweisung, also wird es gemacht!)
    Nochmal eine Bitte: im Hintergrund behalten wir, dass es tatsächlich Leute gibt, die Symptome haben und bei denen man irgendwas gefunden hat, was zu einem echt-positiven Test führt. Wenn ein Gesundheitsamt einen konkreten Fall betrachtet, der tatsächlich über mehrere Tests bestätigt wurde, und aus Sicherheitsgründen weitere Maßnahmen herleitet, haben wir etwas ganz anderes vorliegen als die “Sammelwerte/Fallzahlen des RKI”!

    Frage: Wie viele bestätigte (gesicherte!) FÄLLE (mit Virus-Anzucht, vgl. RKI, d.h. echtem Nachweis von Corona-Viren und Infektion), also einem wirklich “Infizierten” haben denn die Gesundheitsämter gefunden? Wie sehen denn DIESE Zahlen aus? Wer veröffentlicht diese? Wo? Ich kenn diese Zahlen nicht… Tipp immer gewünscht!
  2. Nehmen wir weiter an, dass jemand, der zwar keine Gründe hatte, sich testen zu lassen und glaubte, dass der Test gemacht würde, um zu sehen, ob er/sie krank ist oder nicht”, ein positives Testergebnis bekommt… Dann gehen doch alle Beteiligten an diesem Spiel hin und sagen “ah, da haben wir einen Infizierten! Jetzt müssen wir alle Kontaktpersonen testen” – was sollen sie auch sonst machen? Ich weiß, dass verantwortliche Ärzte und Gesundheitsämter da viel genauer hinsehen, weil man oft die Qualität eines Ergebnisses nicht beurteilen kann – weil Fakten fehlen! Muss man dann nicht “auf Nummer sicher gehen”? Das RKI empfiehlt mittlerweile, dass nur noch “Kontaktpersonen 1. Ordnung” getestet werden – und das ist GUT SO! (vgl. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html). Und wenn Gesundheitsämter sich dann an diese Empfehlung halten, wirft man ihnen vor, sie würden viel zu wenige Maßnahmen ergreifen…
  3. Noch schlimmer: Jetzt kommen die “ganz besonderen Fachleute” und fordern, dass die Ergebnisse für die Kontaktpersonen ja – na klar – mit einer “viel höheren Vortestwahrscheinlichkeit versehen sind und die vielen nicht erkannten Infizierten die tatsächliche Prävalenz deutlich erhöhen (was man natürlich nie nachweisen kann). Dann wird das neue positive Ergebnis der Kontaktperson natürlich “ganz sicher richtig” sein! Trotzdem bleibt der Ausgangspunkt, die erste Testung, natürlich weiterhin unsicher – ich sage nicht, dass der positive Test falsch sein muss, “ich sage nur, da muss man genauer hinsehen!”.

Das Dilemma der Gesundheitsämter

Nach diesen Aussagen des RKI stehen die Gesundheitsämter in einem Dilemma:

Zum einen müssen die einem “VERDACHT AUF EINE INFEKTION” bereits nachgehen. Das tun sie, in dem Sie Personen, wo der VERDACHT vorliegt, nach Hause schicken (“in Quarantäne”) und dann nachsehen, welche Personen nach RKI (vgl. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html ) “Kontaktpersonen der Kategorie I” (enger Kontakt) sind. Denn diese UND NUR DIESE haben ein “höheres” Infektionsrisiko – wie es auf der RKI-Webseite heißt. Bei den anderen gibt es nur ein geringes Infektionsrisiko! Und diese werden dann auch vorsorglich in Verdachts-Quarantäne geschickt und selbst getestet. Und so weiter. An der Zahl der falsch positiven Tests (zur Erinnerung: Bei geringer Prävalenz und geringer Vortestwahrscheinlichkeit sind das ca. 70%!) ändert das nichts.

Aber was soll das Gesundheitsamt denn machen? Es muss die ECHTEN 30% finden… Also nimmt man das in Kauf. Vorsichtige (ich tendiere zum Wort “gute”) Gesundheitsämter achten dabei darauf, dass man wirklich nur die Personen weiter beobachtet und testet, die “ein höheres Infektionsrisiko” aufweisen, also Kontaktpersonen 1. Ordnung sind…

Ergänzung vom 15.9.2020:

Mittlerweile (mit Stand vom 9.9.2020) hat das Robert Koch Institut die “Beispiele”, wer denn zur “Kategorie 1” gehört, neu gefasst. Diese Änderungen sind gerade auch für Schulen relevant und ändern gerade das Verhalten der Stadt Bonn und des Gesundheitsamtes hier. In der neuen Tabelle unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html steht nun:

Kontaktpersonen der Kategorie I mit engem Kontakt (“höheres” Infektionsrisiko):

Personen, die nach Risikobewertung durch das Gesundheitsamt mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen auch bei weiterem Abstand zum bestätigten COVID-19-Fall als 1,5m entfernt ausgesetzt waren (z.B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben in Innenräumen) oder wenn sich zusätzlich zuvor der bestätigten COVID-19-Fall eine längere Zeit (>30 min) im Raum aufgehalten hat

Personen in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation mit dem bestätigten COVID-19-Fall (z.B. Kitagruppe, Schulklasse), unabhängig von der individuellen Risikoermittlung

Falls die Kontaktperson früher bereits selbst ein bestätigter COVID-19-Fall war, ist keine Quarantäne erforderlich. Es soll ein Selbstmonitoring erfolgen und bei Auftreten von Symptomen eine sofortige Selbst-Isolation und Testung. Bei positivem Test wird die Kontaktperson wieder zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen auch (inkl. Isolation)

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html

Meine Meinung und Anregung (von einem Laien wie mir…)

  1. Bitte hören Sie auf, sich testen zu lassen, wenn nicht WIRKLICH ein Anlass besteht! Wenn Ihnen das Gesundheitsamt sagt, dass Sie sich testen lassen sollen, tun sie das! Wenn Sie für eine Zeit bis zur Abklärung in Quarantäne müssen, HALTEN SIE SICH DARAN! Es gibt Menschen, die wirklich krank sind – woran auch immer sie erkrankt sind – und solche Krankheiten, insbesondere, wenn sie große Folgen haben, MUSS man an der Ausbreitung hindern!
  2. Bitte verbreiten Sie keine Panik und schüren Sie keine Ängste bei anderen – insbesondere nicht bei unseren Kindern! (vgl. dazu https://corona-ausschuss.de/sitzung6/ – ist ein langes Video, aber wirklich interessant – nur um mal eine Idee zu bekommen, was Sie da tun!)
  3. Liebe Lehrer*innen: Lesen Sie bitte unbedingt nochmal den Anfang des Schulgesetzes, was IHRE Aufgaben sind: JEDER SATZ aus §2 des Schulgesetzes ist IHRE AUFGABE UND VERANTWORTUNG. Und das steht über JEDEM Lehrstoff und JEDER Note! (zur Erinnerung: https://www.ssp-bonn.de/das-schulgesetz-nrw-und-die-aufgabe-von-schule/ )
  4. Arbeiten Sie alle – gemeint sind ALLE – mit den Kindern und Jugendlichen das Thema und ihre Gefühle zu diesem ganzen Vorgang auf. WIr müssen völlig neu lernen, wie wir mit solchen Themen umgehen und wir müssen die Ängste, Sorgen und Nöte (!) unserer Kinder aufgreifen und ihnen helfen sie zu bearbeiten – insbesondere bei unseren kleinen Kindern! (Übrigens auch bei Eltern, Lehrer*innen, und all den anderen…)
  5. An die Verantwortlichen: Achten Sie darauf, dass Sie fundierte Aussagen machen und klären Sie mit klaren verständlichen Worten Irrtümer auf! Und wenn Sie etwas nicht beurteilen können, halten Sie sich mit Aussagen zurück!
    An alle: Sagen Sie den Politikern und auch den Medien, dass sie aufhören sollen, Meinungen und Äußerungen zu verbreiten, die die Ängste und unbegründetes Verhalten schüren (aber begründetes Verhalten unterstützen!).
    Medien haben eine Verantwortung für das was sie tun. Sie sind zur Information und zur Recherche verpflichtet. Einfach ungefiltert dpa- (und andere!) Nachrichten zu verbreiten, ist NICHT Ihre Aufgabe!

Und nochmal: Es geht darum, den WIRKLICH KRANKEN und tatsächlich Gefährdeten zu helfen und die Ausbreitung ECHTER Krankheiten zu verhindern. Dafür bin auch ich gerne bereit, meinen Beitrag zu leisten! Was ich nicht mag, sind FEHLINFORMATIONEN… Was ich dagegen mag, sind Menschen, die sich schlau machen und ihre eigene Meinung entwickeln – ganz im Sinne dessen, was Schule unseren Kindern beibringen soll!

Nachtrag

Wissen Sie, was ich interessant finde: Auf die Frage “Wo sind denn eigentlich die Kranken, die in der jetzigen “Welle” in den Krankenhäusern sein müssten”, haben viele Leute im Moment keine Antwort. Vielleicht haben Sie jetzt eine? Was aber zu beobachten ist: Nun kommen die ersten Fachleute mit der Vermutung, dass “das Virus sich verändert hat und nicht mehr so gefährlich ist”. Nett, oder? Natürlich KANN das sein. Vielleicht auch zusätzlich… Andere sagen schon seit längerer Zeit: Corona-Viren hat es immer gegeben und die waren noch nie so richtig im Fokus, weil sie nie ernsthafte Krankheiten erzeugt haben. Vermutlich haben alle Recht… Das schließt kritische Entwicklungen zwar nicht aus, erklärt aber manches andere. Ich kann Sie nur auffordern, sich einzulesen und die eigene Meinung zu bilden. Aber das hatten wir schon.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nicht mit der Stadtschulpflegschaft bzw. dem Vorstand abgestimmt und stellt ein persönliches Meinungsbild des Autors Andreas Beutgen da. Aber das sagte ich schon…